Finanzielle Hilfen

„Menschen sind zu Recht sauer“: Kretschmann stellt Corona-Forderung an Bundesregierung

  • Anna-Lena Schüchtle
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Betriebe wie etwa Restaurants oder Bars haben enorme Verdienstausfälle wegen des Lockdowns. Baden-Württembergs Ministerpräsident hat daher eine Corona-Forderung an die Bundesregierung.

Stuttgart - Bereits vor dem von Bund und Ländern verhängten Lockdown herrschten wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg strenge Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz. Am 2. November wurden die Corona-Regeln jedoch nochmal verschärft - mit gravierenden Auswirkungen für viele Branchen wie etwa die Gastronomie.

Experten sagten bereits voraus, dass der Lockdown wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland für ein Drittel der Betriebe das Aus bedeuten könnte. Bereits im Vorfeld war vor den Folgen einer zweiten Welle für Restaurants und Cafés mit einer düsteren Vorhersage gewarnt worden. Um betroffene Betriebe für ihre Verdienstausfälle zu entschädigen, hatte die Bundesregierung jedoch die Auszahlung von sogenannten Novemberhilfen beschlossen. Mehr als zehn Milliarden Euro sollen dafür investiert werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann mit Lockdown-Forderung

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Mit bis zu 75 Prozent ihres durchschnittlichen Umsatzes im November des Vorjahres sollen Betriebe bezuschusst werden, die von behördlich angeordneten Schließungen betroffen sind - etwa Touristen-Hotels oder auch Selbstständige wie Künstler. Auch Restaurants, Bars oder Cafés dürfen ihre Einrichtungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland mindestens bis Ende des Monats nicht mehr öffnen. Das führt zu enormen Verdienstausfällen.

Baden-Württembergs Ministerpräsdient Winfried Kretschmann hat eine Corona-Forderung an die Bundesegierung.

Und auch im Anschluss ist wegen des Coronavirus noch nicht gewährleistet, dass die Betriebe wieder öffnen dürfen. Winfried Kretschmann hatte bereits eine Verschärfung der Corona-Regeln im Dezember in Aussicht gestellt. Umso wichtiger scheint es dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg zu sein, dass die von den Auswirkungen des Lockdowns betroffenen Unternehmen schnellstmöglich ihre Entschädigung erhalten.

„Dieses Geld muss jetzt endlich fließen“, wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen zitiert. „Das haben wir den Betroffenen versprochen, wenn die Hilfe nicht kommt, sind die Menschen zurecht sauer.“ Der Bund sei daher jetzt gefordert, seine angekündigte großzügige Hilfe auch umzusetzen, so der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Für einige Betriebe könnte das in Zeiten des Coronavirus tatsächlich überlebenswichtig sein.

Coronavius: In der Gastronomie herrscht Verzweiflung über den Lockdown

Gerade bei vielen Gastronomiebetrieben herrscht regelrechte Verzweiflung über den Lockdown. So hört man etwa von besonders tragischen Geschichten über Restaurant-, Bar- oder Kneipenbesitzer, die extra zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg Zehntausende Euro für Luftreiniger ausgegeben haben - umsonst. Ihre Betriebe mussten sie Anfang November dennoch schließen. Ebenfalls bedenklich: Durch den Lockdown stehen die Innenstädte am Abgrund, denn selbst der von Schließungen vorerst nicht betroffene Einzelhandel leidet enorm.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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