Vor Gespräch mit der Kanzlerin

„Grundfalsch“: Gesundheitsminister gegen Lockerungen in BW - kein Lockdown-Ende?

Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen, l), Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, steht in einer Covid-19-Teststation in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofs für Rückreisende aus Risikogebieten, im Hintergrund steht ein Arzt.
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Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha sprach sich gegen Lockerungen und ein Lockdown-Ende aus.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Der Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg dauert bereits seit Monaten an. Nun ist ein mögliches Ende in Sicht - Gesundheitsminister Manfred Lucha sieht jedoch keine Lockerungen.

Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg bessert sich allmählich. Die 7-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt immer weiter und auch die Landeshauptstadt Stuttgart erreichte zum ersten Mal seit Oktober wieder einen Wert unter 50. Der harte Lockdown, der bereits im Dezember in Kraft trat, wurde Ende Januar bis zum 14. Februar verlängert. Seit dem 25. Januar gilt im Südwesten auch eine verschärfte Maskenpflicht. Das Einkaufen und das Fahren im Nahverkehr ist seitdem nur mit medizinischen Masken erlaubt.

Durch die deutlich verbesserte Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg rücken mögliche Lockerungen und sogar ein Ende des Lockdowns für viele in greifbare Nähe. Ein Gericht kippte erst gestern die Ausgangssperre in Baden-Württemberg. Aktuell dürfen die Bürger die eigene Wohnung zwischen 20 Uhr und 5 Uhr morgens nur mit einem triftigen Grund verlassen. Diese Regelung soll am Donnerstag aufgehoben werden. Am Mittwoch ist die nächste Sitzung zwischen Bund und Ländern angesetzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder wollen dann über das weitere Vorgehen beraten. Im Vorfeld der Gespräche sprach sich Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) gegen Lockerungen und ein Lockdown-Ende aus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen erst ab Inzidenz von deutlich unter 50

Zu Beginn des Winters im vergangenen Jahr stiegen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg dramatisch an. Inzwischen gibt das Landesgesundheitsamt die 7-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt mit 59,2 an. Damit ist die Lage aktuell deutlich entspannter als noch vor ein paar Wochen. Manfred Lucha sieht das jedoch nicht als Grund, den Lockdown in wenigen Tagen zu beenden. „Es wäre grundfalsch, jetzt irgendwelche Signale zu Lockerungen auszusenden, wenn wir bei der Inzidenz nicht mal nahe der 50er-Marke sind“, sagte der Gesundheitsminister der Stuttgarter Zeitung. Daneben bezeichnete er auch den sogenannten Lockdown-Light im November als Fehler. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) räumte bereits Fehler in der Corona-Krise ein.

Das von Bund und Ländern erklärte Ziel im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland ist es, die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 zu drücken, wie die dpa berichtet. Erst dann seien die Gesundheitsämter in der Lage, die Infektionsketten nachvollziehen zu können. Manne Lucha rief am Dienstag dazu auf, die Maßnahmen zum Infektionsschutz noch eine Weile zu ertragen. „Am Tag vor Weihnachten waren wir im Land bei einem Inzidenzwert von 204,5. Heute sind wir bei 60. Das ist nicht vom Himmel gefallen, sondern die Frucht unserer gemeinsamen Anstrengungen“, so der Grünen-Politiker.

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