Steigende Fallzahlen

CDU-Landeschef will harten Lockdown in Baden-Württemberg: „konsequentes Handeln nötig“

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Die Lage des Coronavirus in Baden-Württemberg entspannt sich nicht wirklich. Um die Zahl der Neuinfektionen zu drücken, stehen jetzt strengere Maßnahmen im Raum.

Stuttgart - Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg werden nach wie vor nicht weniger. Trotz der angespannten Lage gingen am Wochenende wieder tausende Menschen bei einer Querdenken-Demo in Stuttgart auf die Straße.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) fürchtet bereits, die Veranstaltung könnte zum „Superspreading-Event“ werden - und brachte jetzt eine Verschärfung der Maßnahmen ins Spiel, sollte sich an den Corona-Zahlen in Baden-Württemberg nicht schnell etwas ändern.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Forderung nach „Brücken-Lockdown“ löst Diskussion aus

Auslöser für die Überlegungen von Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha war die Forderung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet nach einem schnellen und harten „Brücken-Lockdown“. „Wir müssen jetzt ganz genau sehen, ob die jetzigen Maßnahmen wirken, ob die Inzidenzwerte zurückgehen“, erklärte Manfred Lucha in diesem Zusammenhang dem SWR.

Schärfere Maßnahmen: Solche Bilder könnten in Stuttgart bald wieder entstehen, sollten die Corona-Infektionen weiter ansteigen.

Allerdings blieb Gesundheitsminister Manfred Lucha bei der genauen Ausgestaltung strengerer Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg eher vage. Gegenüber dem SWR betonte er, man müsse schauen, welche weiteren Kontakteinschränkungen einzuführen seien. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Markus Söder hatten bereits eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht gefordert.

Die Forderung nach einem „Brücken-Lockdown“ wirft bei Manfred Lucha hingegen Fragen auf. „Ich weiß jetzt noch nicht, wo der Unterschied zwischen dem Brücken-Lockdown und der Notbremse genau sein soll“, so Baden-Württembergs Gesundheitsminister zum SWR. Er verwies auf die Bund-Länder-Treffen, die sich ohnehin basierend auf den epidemiologischen Erkenntnissen mit der Frage auseinandersetzen würde, was zusätzlich wieder eingeschränkt werden müsse.

„Brücken-Lockdown“ in Baden-Württemberg: CDU-Bundesvize Thomas Strobl ist dafür

Weniger Zurückhaltung zeigt hingegen der Landesvorsitzende der CDU in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, bezüglich des von Armin Laschet vorgeschlagenen „Brücken Lockdowns“. „Laschet liegt richtig. Jetzt ist bundesweit schnelles und konsequentes Handeln notwendig“, so Thomas Strobl zur Deutschen Presseagentur (dpa). „Jeder Tag, an dem nicht gehandelt wird, ist ein verlorener Tag“, so Strobl weiter.

Geht es nach dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, soll der „Brücken-Lockdown“ zwei bis drei Wochen andauern, damit möglichst viele Menschen eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Thomas Strobl hält dieses Zeitfenster offenbar ebenfalls für ausreichend. „Bis die Impfungen in der Breite angekommen sind, braucht es nochmal diesen Kraftakt, um die bisherigen Erfolge in der Pandemiebekämpfung zu sichern“, so Strobl zur dpa.

„Die Impfungen sind die große Hoffnung - und ein harter Lockdown kann die Brücke sein, die bis dahin trägt“, erklärte CDU-Bundesvize Thomas Strobl weiter. „Wenn wir mit einer ordentlichen Inzidenz deutlich unter 100 an den Punkt kommen, an dem größere Teile der Bevölkerung geimpft sind, können wir langsam zu einem normaleren Leben zurückkommen.“

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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