Infektionsanstieg trotz Lockdown

Kretschmann äußert sich zu Corona-Lockerungen vor Weihnachten

  • Valentin Betz
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Noch immer steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt deshalb klare Bedingungen im Hinblick auf Weihnachten.

Berlin/Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich trotz erneutem Lockdown weiter aus. Deshalb äußerte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Verständnis für die Wut der Bürger und stellte Corona-Forderungen an die Bundesregierung.

Gleichzeitig müssen Menschen, die durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg wirtschaftlich betroffen sind, wohl weiter Geduld haben. Unlängst nahm ein Freiburger Virologe auch mit Corona-Impfstoff die Hoffnung auf eine schnelle Rettung. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht eine Lockerung der Maßnahmen kritisch. Besonders im Hinblick auf Weihnachten stellte er dafür jetzt ganz klare Bedingungen.

Winfried Kretschmann: Bekämpfung des Coronavirus in Baden-Württemberg steht über allem - auch Weihnachten

Winfried Kretschmann will Lockerungen der Corona-Maßnahmen vor Weihnachten nur, wenn das Infektionsgeschehen abnimmt.

Auch an den Schulen waren die Feiertage bereits Thema. Baden-Württemberg schlug einen früheren Start in die Weihnachtsferien vor, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht aber weitreichende Lockerungen im Südwesten vom Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig. Ein weitestgehend normales Weihnachtsfest werde es nur bei sinkenden Zahlen geben.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es zudem in unserem Ticker.

„Bei den Maßnahmen, die wir getroffen haben, geht es darum, die Infektionswelle zu brechen. Erst, wenn uns das gelingt - und zwar auf durchschlagende Weise -, können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten“, erklärte Winfried Kretschmann der Augsburger Allgemeinen. „Steigen die Zahlen weiter exponentiell an, wird das zur Überlastung der Krankenhäuser führen“, so Winfried Kretschmann weiter. „Es geht also derzeit um sehr viel mehr als um Weihnachten.“

Bekämpfung der Corona-Pandemie: Kretschmann sieht Warn-App und weniger Datenschutz als Schlüssel

Damit die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg drastisch zurückgeht, wünscht sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zudem eine grundlegende Überarbeitung der Corona-Warn-App. Wie die Deutsche Presseagentur dpa berichtet, geht es ihm dabei vor allem um eine Erweiterung von Funktionen, damit die Kontaktnachverfolgung optimiert werden kann.

„Wir brauchen zum Beispiel eine Check-in-Funktion für Gastronomie und Veranstaltungen, dann kann man auch mit der Zettelwirtschaft aufhören“, so Kretschmann. Zudem brauche es eine Erhöhung der Weiterleitungsquote bei positiven Tests, einen häufigeren Datenabgleich, ein Kontakttagebuch, eine Funktion zur Meldung als Risikokontakt. Gesundheitsämter müssten viel stärker auf die Informationen zurückgreifen können.

Dafür wünscht sich Winfried Kretschmann, dass der Datenschutz gelockert wird - ein Argument, dass in der Bevölkerung viele daran hindert, die App überhaupt erst zu installieren. „Wir greifen mit vielen unserer Maßnahmen tief in das Leben der Menschen ein, aber beim Datenschutz legen wir Maßstäbe an, die in einer Pandemie nicht angemessen sind“, erklärte Kretschmann laut dpa.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa/Archivbild

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