Verschärfung der Regeln

Kretschmann will drastischere Corona-Maßnahmen - „das neue Virus ist sehr aggressiv“

Mit einem grünen Mund-Nasen-Schutz spricht Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg mit Journalisten.
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Angesichts der aggressiven Virusmutationen in Deutschland fordert Winfried Kretschmann deutlich härtere Maßnahmen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiter ernst. Nun wurden mehrere gefährliche Mutationen auch im Land entdeckt - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will deutlich härtere Maßnahmen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg prägt das Leben im Südwesten nun bereits seit fast einem Jahr und führte zu vielen Einschränkungen des täglichen Lebens. In der ersten Hochphase im Frühjahr 2020 wurden eine ganze Reihe von Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz eingeführt. Inzwischen befindet sich das Land bereits seit mehreren Wochen in einem zweiten Lockdown, der kürzlich bis Ende Januar verlängert wurde. Zeitgleich verschärfte die Landesregierung die aktuellen Corona-Regeln für Baden-Württemberg erneut.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg liegt die Hoffnung auf dem Impfstoff. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde im Südwesten mit den Impfungen begonnen. Eine Entspannung der Lage stellt sich aktuell dennoch nicht ein. Ebenfalls kurz vor Silvester wurde in Baden-Württemberg eine neue Virusmutation aus Großbritannien entdeckt. Vor wenigen Tagen erreichte dann auch eine hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika Baden-Württemberg. Angesichts der gefährlichen Mutationen wirbt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für eine erneute drastische Verschärfung der Maßnahmen, wie er im Gespräch mit dem SWR sagte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wegen der Mutationen - Kretschmann will schärfere Regeln

Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist durch die direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch schon gefährlich genug. Die neu entdeckten Mutationen verschärfen die Lage nun jedoch womöglich noch mal deutlich und könnten das Land im Kampf gegen das Virus weiter zurückwerfen. Winfried Kretschmann drohte bereits mit einem noch härteren Lockdown im Februar. Kurz vor den Gesprächen mit Bund und Ländern am heutigen Dienstag, dem 19. Januar, sprach sich der Regierungschef erneut für eine Verschärfung der Maßnahmen aus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zeigen laut Winfried Kretschmann durchaus Wirkung, wie der Grünen-Politiker im SWR 2 Tagesgespräch sagte. Aber „da das neue Virus sehr aggressiv ist, muss man über Verschärfungen nachdenken“. In Bezug auf einen drohenden „Mega-Lockdown“ sind seit einigen Tagen Maßnahmen wie eine FFP2-Maskenpflicht, eine Homeoffice-Pflicht und der komplette Stillstand des Nahverkehrs im Umlauf. Bislang ist jedoch noch keine dieser Maßnahmen für Baden-Württemberg bestätigt. Die Daimler AG warnte bereits vor einem alptraumhaftem Szenario beim Mega-Lockdown.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Homeoffice- und FFP2-Maskenpflicht bald auch im Südwesten?

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und die gefährlichen Mutationen sprach sich Winfried Kretschmann für mehr Homeoffice aus. Diese Maßnahme sei laut Experten besonders wichtig, weil sich so auch die Kontakte im öffentlichen Nahverkehr stark reduzieren ließen, sagte der Regierungschef. Baden-Württembergs Arbeitgeber liefen bereits Sturm gegen eine mögliche Homeoffce-Pflicht. Daneben müsse jedoch auch über eine mögliche FFP2-Maskenpflicht gesprochen werden. Die Pflicht gilt im Nachbarland Bayern beim Einkaufen und im Nahverkehr seit dem 18. Januar. Bereits im Dezember vergangenen Jahres trat in Baden-Württemberg eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft.

Die nächtliche Ausgangssperre, die in Baden-Württemberg und auch in Bayern gilt, geht momentan von 20 Uhr abends bis 5 Uhr am Morgen. Die eigene Wohnung darf in diesem Zeitraum nur aus einem triftigen Grund verlassen werden. Im Gespräch mit dem SWR kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann an, auch bei seinen Kollegen der anderen Bundesländer für eine solche Maßnahme werben zu wollen. Ob die vom baden-württembergischen Regierungschef geforderten Maßnahmen umgesetzt werden, soll am heutigen Dienstag im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder entschieden werden.

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