Geschlossene Geschäfte

Handel alarmiert: Corona-Lockdown könnte 200.000 Jobs in Baden-Württemberg vernichten

Eine Frau schaut in das Schaufenster eines geschlossenen Schuhladens. In Deutschland tritt zur Eindämmung der Corona-Pandemie der harte Lockdown in Kraft.
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Der Handel muss weiterhin größtenteils geschlossen bleiben. Hunderttausende Jobs sind in Gefahr.
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
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Die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg bleibt ernst. Der Lockdown gilt weiter bis Ende Januar. Der Handel schlägt deshalb Alarm. Hunderttausende Arbeitsplätze seien bedroht.

Stuttgart - Seit Dienstag steht fest: Der harte Lockdown bleibt bestehen - mindestens bis zum 31. Januar. Darauf haben sich Bund und Länder schlussendlich geeinigt. Das Coronavirus ist in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland weiterhin kaum unter Kontrolle zu bekommen. Die 7-Tage-Inzidenz im Bundesland liegt derzeit bei 101 (Stand Donnerstag, 7. Januar). Die Regierung greift deshalb zu drastischen Maßnahmen und Verboten, um die Neuinfektionen zu senken.

Das heißt neben Kontaktbeschränkungen und Ausgangsbeschränkungen auch, dass Restaurants und Geschäfte weiterhin geschlossen bleiben müssen. Lediglich Händler, die lebensnotwendige Waren verkaufen, dürfen weiterhin geöffnet bleiben.

Aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es im Ticker.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Politik beschließt verlängerten Lockdown - Handel schwer getroffen

Für den Einzelhandel ist das die nächste schlechte Nachricht. Bereits Mitte Dezember mussten die Händler inmitten des umsatzstarken Weihnachtsgeschäftes schließen. Schon damals schlug der Handel massiv Alarm.

12.000 Händler in Baden-Württemberg könnten Lockdown nicht überleben, warnte der Handelsverband Baden-Württemberg. Wichtige Einnahmen seien weggebrochen. Nun meldet man sich, angesichts der neuerlichen Verlängerung des harten Lockdowns erneut mit Warnungen.

Die Verlängerung des Corona-Lockdowns durch Bund und Länder wirke sich nach Ansicht der Einzelhändler „katastrophal“ auf die Branche aus. „Je länger der Lockdown andauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und desto mehr werden pleitegehen, sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands, laut der Deutschen Presseagentur, die sich auf einen Bericht der Stuttgarter Zeitung bezieht.

Lockdown wegen Coronavirus in Baden-Württemberg könnte 200.000 Jobs vernichten

Der Verband warnte erneut vor rund 12.000 drohenden Insolvenzen. Dazu betont er auch, dass Hunderttausende Arbeitnehmer, die im Einzelhandel in Baden-Württemberg beschäftigt sind, ihren Job verlieren könnten. Kurzfristig seien 100.000 Arbeitsplätze im Südwesten bedroht. Langfristig könnten sogar 200.000 Jobs wegfallen, so Geschäftsführerin Hagmann.

Die Branche fühle sich in der Krise alleingelassen, sagte die Geschäftsführerin. Angekündigte Milliardenhilfen würden kaum ausgezahlt, weil die Hürden für die Händler zu hoch seien, beklagt die Handelskammer. Viele Unternehmen hätten inzwischen zudem kein Eigenkapital mehr. Der Handelsverband fordert nun auch für den Januar Zuschüsse nach Vorbild der November- und Dezemberhilfen.

Eine neuerliche Erleichterung für den Einzelhandel begrüßt man aber beim Handelsverband: Das im Dezember in Baden-Württemberg verhängt Verbot von „Click&Collect“-Services wurde wieder gelockert. Kunden können ab Montag also wieder online oder telefonisch Waren bestellen und diese dann vor Ort beim Händler abholen.

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