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Öffnung der Außengastronomie: Welche Nachweise Gäste bringen müssen

  • Valentin Betz
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Die Außengastronomie in Baden-Württemberg darf unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen. Dabei gelten strenge Corona-Regeln für Gäste - die darüber jedoch nicht immer ausreichend informiert sind.

Update vom 25. Mai, 14.38 Uhr: Erst seit kurzem dürfen Gastronomiebetriebe in Baden-Württemberg in ihrem Außenbereich wieder Gäste empfangen. Voraussetzung dafür ist, dass die Inzidenz im jeweiligen Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 lag. Bislang fällt das Fazit der Gastronomen dazu gemischt aus. Während sich manche Betriebe kaum vor Gästen retten können, sind andere noch weit von ihrer maximalen Auslastung entfernt.

Ein Problem dabei ist offenbar auch die Unwissenheit der Gäste. Denn trotz sinkender Inzidenzen gelten in der Außengastronomie für die Kundschaft nach wie vor strenge Regeln. Beispielsweise müssen Gäste auch im Außenbereich einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Diese Testpflicht sorgte bereits für Frust bei Gastronomen.

Auch nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung oder einer Impfung dürfen Gäste nicht einfach in die Außengastronomie spazieren. „Manche Gäste denken, auf der Terrasse bräuchten sie keinen Test oder sie könnten direkt nach ihrem zweiten Impftermin kommen“, so ein Gastronom gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Allerdings müssen auch Genesene und vollständig Geimpfte zwei Wochen warten, bis sie die Außengastronomie in Baden-Württemberg besuchen dürfen. Gastronomen berichten, dass sie hier noch viel Aufklärungsarbeit bei den Gästen leisten müssten.

Erstmeldung vom 12. Mai: Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Wirtschaft im Südwesten enorm belastet. Während einige Branchen schon seit geraumer Zeit wieder Hoffnung schöpfen und die schlimmste Phase der Krise halbwegs meistern konnten, stehen andere nach wie vor am Rande des Ruins.

Besonders Bereiche, in denen Kundenkontakt und Geselligkeit unabdingbar für das Geschäft sind, leiden enorm. Die Gastronomie in Baden-Württemberg ist eine dieser Branchen. Doch die sinkende 7-Tage-Inzidenz macht für Wirte im Südwesten eine Rückkehr zu einem Stück Normalität wahrscheinlicher. Tatsächlich steht bereits der Plan zur Öffnung der Gastronomie für Getestete und Geimpfte in Baden-Württemberg. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband zeigt sich erleichtert über die anstehende Öffnung, sieht aber auch eine große Verantwortung und Herausforderung auf die Branche zukommen.

Öffnung der Gastronomie in Baden-Württemberg: Viel Zuversicht, aber strenge Maßnahmen

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, verkündet das Sozialministerium Baden-Württembergs am Donnerstag eine neue Corona-Verordnung, die unter bestimmten Bedingungen die Bewirtung von Gästen zulässt. „Das ist eine Supernachricht, wir brauchen aber dringend die Spielregeln“, sagte Tobias Zwiener vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband.

Denn obwohl viele Regeln für die Öffnung schon feststehen, sind einige Fragen noch ungeklärt. So ist bereits klar, dass Cafés, Restaurants und Hotels in Baden-Württemberg nur bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 in den letzten fünf Tagen öffnen dürfen. Die Gesundheitsämter wollen dann am Freitag Lockerungen für Hotels und Biergärten absegnen.

Schon diese Hürde schaffen laut Landesgesundheitsamt (Stand 11. Mai) nicht alle Landkreise in Baden-Württemberg. Wahrscheinlich können die Kreise Böblingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Konstanz, Lörrach, Main-Tauber, Ortenau, Rhein-Neckar, und Baden-Baden somit öffnen. Auch die Stadtkreise Heidelberg und Freiburg befinden sich momentan deutlich unter einer Inzidenz von 100.

Hoffnung für Wirte in Baden-Württemberg: Die Gastronomie darf noch diese Woche öffnen - unter strengen Bedingungen.

Damit dürfen Gastronomiebetriebe aber noch nicht sämtliche Schutzmaßnahmen fallen lassen. Für Gäste gilt die Pflicht, einen negativen Schnelltest vorzuweisen oder den Nachweis einer mindestens zwei Wochen zurückliegenden vollständigen Corona-Impfung vorzulegen. Dasselbe gilt für Personen, die von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Auch von den üblichen Hygieneregeln und der Kontaktnachverfolgung sind Kunden dann nicht befreit.

Besonderheit in Baden-Württemberg: Öffnet der Südwesten auch Innenbewirtung?

Laut Tobias Zwiener vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband könnte es in Baden-Württemberg zudem zu einer Besonderheit kommen. Denn aus dem Sozialministerium gebe es Signale, auch die Innenbewirtung in der Gastronomie zu ermöglichen. Damit würde Baden-Württemberg deutschlandweit vorangehen. Der Verband würde das laut Deutscher Presseagentur begrüßen, da nicht alle Gastronomen über Außenflächen verfügten und zudem bei schlechtem Wetter die Umsätze in der Außengastronomie geringer seien.

Trotz aller Vorfreude mahnt Tobias Zwiener vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Gastronomen zur Vorsicht. „Sie müssen sich vorsichtig herantasten“, so Zwiener. Schnellschüsse verbieten sich auch, weil nach einer Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen alle wieder dicht machen müssen. Zudem gibt es für die Wirte in Baden-Württemberg noch viele Unwägbarkeiten: Wie viele Mitarbeiter wollen und können sie einstellen, wie viel Ware bestellen und welches vielleicht abgespecktes kulinarisches Angebot offerieren?

Mit der Öffnung der Gastronomie geht eine umsatzstarke Branche in Baden-Württemberg langam wieder an den Start. Vor Corona erwirtschafteten die Wirte im Südwesten noch 12,5 Milliarden Euro. Die 30.000 Betriebe beschäftigten 140.000 sozialversicherte Mitarbeiter, 150.000 Geringverdiener sowie 35.000 Angehörige in Familienbetrieben.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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