Offene Schulen und Kitas

Drastischer Schritt: Regierung will Corona-Schnelltests an Schulen in Baden-Württemberg einführen

  • Anna-Lena Schüchtle
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Trotz des Lockdowns wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg haben die Schulen weiterhin geöffnet. Die Landesregierung plant nun jedoch einen drastischen Schritt.

Stuttgart - Am Montag traten die verschärften Corona-Regeln in Kraft. Um das Coronavirus in Baden-Württemberg an einer weiteren Ausbreitung zu hindern, haben sich Bund und Länder für einen Teil-Lockdown entschieden, der etwa die Schließung von gastronomischen Betrieben oder Sport- und Kultureinrichtungen zur Folge hat. Nicht so stark betroffen von den neuen Maßnahmen und Verboten zum Infektionsschutz sind dagegen der Einzelhandel sowie Schulen und Kitas in Baden-Württemberg.

Gerade letzteres stößt jedoch bereits seit Tagen auf Kritik - insbesondere aus Lehrer- und Erzieherkreisen, die sich einer Ansteckung mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg schutzlos ausgeliefert sehen. So bezeichnete etwa ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Umgang der Landesregierung mit den Einrichtungen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) als verantwortungslos.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landesregierung erwägt drastischen Schritt an Schulen

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg plant die Landesregierung einen drastischen Schritt an Schulen.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde im Südwesten zwar für Schüler ab der Klassenstufe 5 eine Maskenpflicht eingeführt, aber: „Die Verunsicherung und der Unmut unter den 130.000 Lehrkräften im Land wächst“, heißt es von Seiten der GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz laut dem Bericht der dpa. „Während von Bund und Ländern zur Kontaktreduzierung aufgerufen wird, sollen in den 4.500 Schulen im Land [...] wieder viele Stunden bis zu 30 Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrkräften in viel zu engen und oft nicht gut zu lüftenden Klassenzimmern sitzen“.

Mit der Thematik rund um das regelmäßige Lüften rechnete erst kürzlich der Landesschülerbeirat ab, da aufgrund dessen „viele Schüler kränkeln“. Den flächendeckenden Verbau von Lüftungsanlagen und Filtergeräten an Schulen hält Winfried Kretschmann jedoch für eine nicht umsetzbare Lösung im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Stoßlüften werde von Experten zudem als außerordentlich wirksam geschildert und sei das „Mittel der Wahl“, wie der Ministerpräsident von der dpa in Stuttgart zitiert wird.

Stattdessen diskutiert die Landesregierung jetzt über eine neue Maßnahme an Schulen und Kitas zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg. So sollen dort bald auch Antigen-Schnelltests zum Einsatz kommen, wie es bereits für Krankenhäuser, Pflegeheime, Senioren- und Behinderteneinrichtungen von Bund und Ländern angedacht ist. Im Gegensatz zu den bislang verwendeten PCR-Tests liefern diese Schnelltests Ergebnisse innerhalb von wenigen Minuten - dafür sind sie jedoch auch anfälliger für Fehler.

Offene Schulen trotz Lockdown: Schnelltests an Schulen für den Kampf gegen das Coronavirus

Die Landesregierung will zu diesem an Schulen und Kitas neuen Mittel im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bereits nächste Woche eine Kabinettsvorlage präsentieren. Im Vorfeld waren sich Gesundheits- und Kultusministerium zu der Sache uneinig gewesen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte laut dpa bereits am Wochenende für den Einsatz von Schnelltests an Schulen und Kitas geworben, was jedoch von Gesundheitsminister Manne Luche (Grüne) mit der Aussage kritisiert wurde, dass es in dieser höchst angespannten Lage sicher nicht der Zeitpunkt sei, mit neuen Forderungen vorzupreschen.

Nun sei laut einer Sprecherin von Susanne Eisenmann jedoch „eine gemeinsame Lösung gefunden“ worden, wie die dpa berichtet. Demnach war mutmaßlich ein Missverständnis zu der neuen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg vorausgegangen. Denn: Das Kultusministerium befürwortet den Einsatz von Schnelltests durchaus - allerdings nur bei Ausbruchsszenarien an Schulen. Das entspricht jedoch ohnehin den Vorstellungen der Gesundheitsministerin.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / wen hui wang

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