Widerstand gegen Maskenpflicht

Trotz Coronavirus: Andere Bundesländer wollen Maskenpflicht abschaffen - doch Baden-Württemberg weigert sich

  • Valentin Betz
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Seit Ende April herrscht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg Maskenpflicht. Jetzt wurden erste Forderungen laut, diese Maßnahme abzuschaffen - doch die Landesregierung lehnt das ab.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat den Alltag der Menschen radikal verändert. Viele der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sorgten von Beginn an für Diskussionen. Besonders die Maskenpflicht, die unter anderem in Bus und Bahn gilt, ist ein Reizthema. In Singen drehte Mitte April ein Mann durch, weil er ohne Maske nicht im Linienbus mitfahren durfte. Eine Frau ging sogar vor Gericht, weil sie sich durch das Tragen einer Alltagsmaske ihrer Menschenwürde beraubt sah. Sie reichte vor dem Verwaltungsgericht Mannheim Klage gegen die Maskenpflicht ein.

Aber selbst, wenn die Masken nicht mehr getragen werden, sorgen sie noch für Streit und Diskussionen. Denn in Baden-Württemberg entsorgen viele ihren Mundschutz auf fatale Weise - nämlich im Altkleider-Container. Masken gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen aber nicht wiederverwendet werden, insofern ist eine Entsorgung im Altkleider-Container allein schon aus hygienischen Gründen ein absolutes Tabu. Weil viele sich an der Maskenpflicht stören, sich in ihren Rechten beschränkt fühlen oder deswegen sogar gesundheitliche Bedenken haben, forderten sie wiederholt die Abschaffung der Maskenpflicht. Zuletzt tat dies auch Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Keine Maskenpflicht trotz Coronavirus in Baden-Württemberg? Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern wirkungslos

Hintergrund der Forderung von Harry Glawe sind die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern, die dort bundesweit am niedrigsten sind. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach Angaben der dpa der „Welt am Sonntag“. Zumindest die baden-württembergische Landesregierung wird der Forderung nach Abschaffung der Maskenpflicht gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg vorerst nicht nachkommen.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt seit April eine Maskenpflicht.

„Die Maskenpflicht bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Strategie“, sagte eine Sprecherin des Staatsministeriums am Montag in Stuttgart der dpa. Gemeinsam mit dem Abstandsgebot sei die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung ein wirksames Mittel im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Es gebe keinen Anlass zur Entwarnung, zumal die Ansteckungszahlen weltweit gesehen immer weiter anstiegen. Obwohl die Maskenpflicht in sämtlichen Bundesländern gilt, entscheiden die einzelnen Landesregierungen darüber.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Abschaffung der Maskenpflicht löst hitzige Debatten aus

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) kritisierte die Debatte um eine mögliche Abschaffung der Maskenpflicht trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg. „Wir befinden uns nach wie vor in einer sehr fragilen Lage. Eine Aufhebung der Maskenpflicht wäre deshalb zum jetzigen Zeitpunkt das absolut falsche Signal“, warnte Manne Lucha gegenüber der dpa. Die Diskussion um eine Lockerung vermittele den Eindruck, die Pandemie sei besiegt worden. „Das ist mitnichten der Fall“, so Manne Lucha.

Baden-Württembergs SPD-Landeschef Andreas Stoch pflichtete am Montag Sozialminister Manne Lucha beim Thema Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg bei. „Ich halte eine Aufhebung für den Handel für verfrüht“, sagte Andreas Stoch zur dpa. Die Infektionszahlen seien zum Glück in den Griff bekommen worden, weil auf Abstand und Hygiene geachtet werde - und weil dort, wo Abstände nicht eingehalten werden könnten, Masken getragen würden.

Eine andere Meinung in Bezug auf die Maskenpflicht hat der baden-württembergische FDP-Fraktionschefs Hans-Ulrich Rülke. „Angesichts von gerade noch rund 500 Infizierten in Baden-Württemberg unterstütze ich den Vorschlag des Handelsverbands, das Maskentragen im Handel den Menschen selber zu überlassen“, erklärte Hans-Ulrich Rülke der dpa. Die Menschen hätten sich angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg klug und besonnen verhalten. „Da kann und sollte man den Menschen auch etwas zutrauen.“

Auch im Netz wird heftig über die Maskenpflicht gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg diskutiert. Der Hashtag „Covidioten“ war am Montag bei Twitter auf dem ersten Platz der Trends. Unter dem Hashtag äußern sich sowohl Befürworter als auch Gegner der Maskenpflicht. Ein Nutzer schreibt beispielsweise: „Nicht jeder Helm hat schon Leben gerettet, aber die wenigen die es taten rechtfertigen alle anderen. Ersetze Helm mit Maske.“

Rubriklistenbild: © Stafan Sauer/dpa

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