Eintritt in die „Anstiegsphase“

Corona: Baden-Württemberg setzt Alarm-Stufe in Kraft - die wichtigsten Änderungen

 Ein junger Mann trägt vor einer einfahrenden Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Neue Alarm-Stufe tritt in Kraft - Kontrollen sollen verstärkt werden (Symbolbild).
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Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt. Die Landesregierung um Winfried Kretschmann setzte eine neue Alarm-Stufe in Kraft - das sind die wichtigsten Änderungen.

Stuttgart - Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt im ganzen Bundesland weiter an. Nachdem die Zahlen nach der Hochphase der Pandemie immer weiter gesunken waren, verabschiedete die Landesregierung immer weitreichendere Lockerungen. Seit dem 1. Juli ist trotz Corona in Baden-Württemberg fast alles wieder erlaubt.

Weil die Zahl der Infektionen inzwischen wieder steigt, muss die Regierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann jedoch reagieren. Seit dem 30. September gilt bereits eine verschärfte Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Beispielsweise müssen Gäste in Restaurants, Bars oder Cafés immer eine Maske tragen, solange sie nicht an ihren Plätzen sitzen. Am heutigen Dienstag verkündete die Landesregierung jedoch noch mehr Maßnahmen an und rief zum ersten Mal die zweite Alarm-Stufe aus.

Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen nicht zuletzt durch Reiserückkehrer aus Risikogebieten und durch Ansteckungen bei privaten Partys im Land. Nur drei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres sind Hunderte Schüler in häuslicher Quarantäne. Im Kampf gegen die Pandemie verkündete Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in der Landeshauptstadt Stuttgart den Eintritt in die sogenannte „Anstiegsphase“. Das bestätigte ein Regierungssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Coronavirus in Baden-Württemberg: Regierung ruft erstmalig zweite Stufe im Kampf gegen Pandemie aus

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg stellte die Landesregierung Mitte September einen Drei-Stufen-Plan vor. Der Corona-Plan hat das Ziel, einen zweiten landesweiten Shutdown zu verhindern. Die erste Stufe, auch „stabile Phase“ genannt, tritt in Kraft, wenn das Ausbruchsgeschehen lokal abgrenzbar und die Infektionsketten zum Großteil nachvollziehbar sind, ist auf der Seite des Landes zu lesen. Die erste Stufe soll ein möglichst normales Leben unter Pandemie-Bedingungen aufrechterhalten. Dabei gelten die Haupt-Corona-Verordnungen.

Seit diesem Dienstag trat das Land jedoch in die zweite Phase im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ein. Die „Anstiegsphase“ tritt in Kraft, wenn das Ausbruchsgeschehen landkreisübergreifend abläuft, die Infektionsketten zunehmend unklarer werden und ein gehäuftes Auftreten von großen Erkrankungsclustern auftritt. Ziel dieser Phase der Corona-Alarmstufe in Baden-Württemberg ist es, das Infektionsgeschehen möglichst schnell einzudämmen (Echo24* berichtete).

Um das zu erreichen, sollen die Kontrollen der Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg deutlich verschärft und noch dringlicher an die Bevölkerung appelliert werden. In ausgewählten Lebensbereichen kann es bereits zu Einschränkungen kommen. „Wir müssen jetzt alles tun, damit sich kein exponentieller Anstieg entwickelt“, sagte Winfried Kretschmann am Dienstag, als er die Maßnahmen im Zuge der neuen Corona-Alarmstufe in Baden-Württemberg erläuterte (Heidelberg24* berichtete).

Coronavirus in Baden-Württemberg: Neue Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit

Laut Angaben des Regierungssprechers beinhalte die zweite Stufe eine strengere Kontrolle der Maßnahmen, Appelle an die Öffentlichkeit und das Hochfahren von Corona-Ambulanzen und Teststellen. Neu eingeführte oder wieder aktivierte Maßnahmen sind demnach zunächst nicht zu befürchten. Die letzte Stufe im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg wird bei einer Überschreitung der 7-Tages-Inzidenz von 35 pro 100.000 Einwohner eingeleitet. Auch diese Stufe soll einen erneuten landesweiten Shutdown nach Möglichkeit verhindern.

Im Landkreis Esslingen liegt die 7-Tages-Inzidenz bereits bei über 40, wie die dpa berichtete. Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu unterbinden, wurden im Kreis die Maßnahmen verschärft. Private Feiern sollen auf eine maximale Teilnehmerzahl von 25 beschränkt werden, im öffentlichen Raum dagegen auf 50, wie Christian Baron, Leiter des Gesundheits-Dezernats im Landratsamt Esslingen am Montag dem SWR sagte. Bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen werden noch schärfere Maßnahmen in Kraft treten. *Echo42 und Heidelberg24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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