„Schärfere Maßnahmen“

Corona-Schock: Kretschmann droht mit noch härterem Lockdown im Februar

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, nimmt an einer Pressekonferenz der baden-württembergischen Landesregierung teil.
+
Winfried Kretschmann kann sich auch im Februar noch einen Lockdown vorstellen - womöglich sogar mit härteren Maßnahmen.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg greift weiter um sich. Und während Tübingens OB Boris Palmer den Lockdown beenden will, droht Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit härteren Maßnahmen.

Stuttgart - Entspannung scheint beim Coronavirus in Baden-Württemberg einfach nicht in Sicht zu sein, und das, obwohl der Lockdown bereits seit Wochen andauert. Das Landesgesundheitsamt meldete am Dienstagmorgen 1.020 Neuinfektionen. Drei Landkreise in Baden-Württemberg sind inzwischen wieder zum Hotspot geworden, haben also eine 7-Tage-Inzidenz von über 200. Betroffen sind der Stadtkreis Heilbronn (210,1), der Stadtkreis Pforzheim (200,9) und der Landkreis Calw (204,8).

Einwohnern dieser Hotspots drohen womöglich bald Bewegungseinschränkungen. Immerhin hatten sich Bund und Länder vergangene Woche darauf geeinigt, dass Bürger in Corona-Hotspots nicht weiter als 15 Kilometer von ihrer Wohnung entfernen dürfen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann entschied dennoch kurz darauf überraschend gegen die 15-Kilometer-Regelung. Vorerst. Endgültig entschieden sei noch nichts. Kommen kann die Regel also noch.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Tübingens OB Palmer will Lockdown beenden - Kretschmann spricht Klartext dagegen

Während die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg noch immer beunruhigend hoch sind, will Tübingens Oberbürgermeister den Lockdown bereits Anfang Februar beenden. Mit dieser Forderung polarisierte der Tübinger OB am Montag. „Wir können uns einfach nicht mehr abverlangen als wir uns jetzt schon abverlangen“, sagte Palmer in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung. Schärfer gehe nicht mehr, das würden die Menschen nicht mitmachen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann dagegen sieht das ganz anders. Ihm zufolge geht schärfer eben doch noch. Wie die Deutsche Presseagentur am Dienstag berichtet, halte er - „angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen“ -eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Februar für möglich.

Aufgrund der aktuellen Situation komme „ein großes Öffnungskonzert“ nicht infrage, so Kretschmann. „Wenn es nicht gut kommt, müssen wir eventuell sogar noch mal verschärfen.“ Der strenge Kurs in Baden-Württemberg, zu dem der Ministerpräsident explizit auch die nächtlichen Ausgangssperren zählt, habe sich bisher gelohnt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Öffnungen von Kitas und Grundschulen fraglich

In Richtung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer macht Kretschmann eine klare Ansage. Er selbst sei ein „strikter Gegner“ davon über Lockerungen zu sprechen, ohne dabei auf die Infektionszahlen zu schauen, betonte der Ministerpräsident und verteilte einen ordentlichen Seitenhieb: „Sowas wird ja kein verantwortlicher Politiker machen.“

Auch die angedachten Öffnungen von Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg am kommenden Montag, 18. Januar, stehen wieder infrage, weil die Infektionszahlen kaum spürbar sinken.

Am Donnerstag wollen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann darüber entscheiden. Eisenmann beharrt bereits seit Wochen auf die Öffnung der Schulen und den Präsenzunterricht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare