Regierung legt Konzept vor

Baden-Württemberg: Neuer Corona-Plan soll zweiten landesweiten Shutdown verhindern

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. Um bei einer zweiten Welle einen erneuten Shutdown zu verhindern, hat die Landesregierung ein Konzept ausgearbeitet.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer als zu Beginn der Corona-Pandemie, es stellt jedoch noch immer eine Bedrohung für die Gesundheit dar - insbesondere für die Risikogruppe, deren Krankheitsverlauf oftmals schwerwiegend ist.

Die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann lockerte bereits mehrfach die Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg, um der Bevölkerung das Leben mit Covid-19 zu erleichtern. Die Sorge wächst derzeit jedoch, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder an. So verzeichnete beispielsweise die Stadt Heilbronn über mehrere Wochen so viele Neuinfektionen, dass ein Shutdown kurz bevor stand.

Infektionen mit Coronavirus in Baden-Württemberg nehmen zu - Regierung will erneuten Shutdown verhindern

Experten warnen vor einer zweiten Infektionswelle im Herbst, bei der sich das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder verstärkt ausbreiten könnte. Die Angst vor einem erneuten Shutdown ist groß - die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft sind massiv.

Um dieses Szenario zu vermeiden, haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Kultusministerin Susanne Eisenmann und Sozialminister Manfred Lucha ein Drei-Stufen-Konzept vorgestellt, das die bisherigen geltenden Corona-Regeln in Baden-Württemberg ergänzt. Je nach Infektionsgeschehen können die einzelnen Landkreise und Kommunen nun zu strengeren Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu vermeiden. Das Konzept soll flächendeckende und landesweite Einschränkungen wie im März und April möglichst verhindern.

Die erste Stufe des Konzepts zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist gleichbedeutend mit der stabilen Phase unter Pandemie-Bedingungen, die aktuell bereits gilt. Stufe zwei tritt in Kraft, wenn die landesweite 7-Tage-Inzidenz von mehr als zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wird - dann sollen die derzeit geltenden Corona-Regeln strenger kontrolliert werden. Gibt es innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, beginnt die kritische Stufe drei: Betroffene Kommunen können strengere Maßnahmen ergreifen und beispielsweise die Maskenpflicht im Unterricht anordnen, die das Landesgesundheitsamt bereits gefordert hat, den Gastronomiebetrieb auf den Außenbereich beschränken oder die Kundenzahl im Einzelhandel begrenzen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bei steigenden Infektionszahlen ist Shutdown auf lokaler Ebene möglich

Auf lokaler Ebene wird im Falle der Stufe drei auch ein Shutdown möglich sein, wenn bisherige Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht ausreichen. Je nach Infektionslage soll dies vor Ort entschieden werden. Die Landesregierung will jedoch in jedem Fall landesweite Schließungen vermeiden, wie sie im Frühjahr durchgesetzt wurden. Den Kommunen soll ein Dossier zum Drei-Stufen-Konzept als Orientierung dienen - darin gibt die Regierung auch Empfehlungen vor.

Derzeit steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in nahezu allen Landkreisen wieder an. Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem nehmen auch die Infektionsfälle durch Personen, die sich im Ausland angesteckt haben, deutlich zu. Die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind häufig auf Corona-Ausbrüche in einzelnen Gemeinden und Landkreisen zurückzuführen, die immer öfter auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückgehen. So haben Urlauber aus Prag kürzlich mehrere Menschen aus verschiedenen Landkreisen infiziert, weil sie am Tag ihrer Rückkehr eine Party und am Folgetag eine größere Familienfeier besuchten.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmid/dpa

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