Warum Daimler es lobt

Mit dem Rücken zur Wand: Die Entscheidung der Bundesregierung lässt der Daimler AG keine Wahl

  • Marleen van de Camp
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket im Wert von 130 Milliarden Euro beschlossen. Die Prämie für E-Auto und Hybrid wird verdoppelt. Selbst die Daimler AG lobt das Paket - wahrscheinlich wegen einer überraschenden Änderung.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen.
  • Das Konjunkturpaket sieht vor, die Prämie für den Kauf von E-Auto und Hybrid zu verdoppeln.
  • Die Daimler AG hält das Paket für einen guten Kompromiss, obwohl die geforderte Prämie für Verbrenner abgelehnt wurde. Das dürfte an einer überraschenden Änderung im Konjunkturpaket liegen.

Stuttgart/Berlin - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland rechnet die Bundesregierung für 2020 mit der schlimmsten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft in Baden-Württemberg sind tatsächlich bereits verheerend.

Fahrzeughersteller aus Baden-Württemberg wie die Daimler-AG gaben wegen des Coronavirus Schock-Prognosen ab. Die Bundesregierung hat deswegen ein Konjunkturpaket beschlossen, das die Wirtschaft mit 130 Milliarden Euro ankurbeln soll. Dafür wird die Große Koalition von vielen Seiten gelobt – sogar von der Daimler AG. Und das, obwohl durch das Konjunkturpaket nur das E-Auto und Hybrid-Modelle gefördert werden sollen. Die Prämie für den Kauf von Diesel und Benzinern, die Daimler-Chef Ola Källenius gefordert hatte, wird es nicht geben.

Konjunkturpaket zwingt Daimler AG dazu, sich stärker auf das E-Auto zu konzentrieren

Damit lässt die Bundesregierung der Daimler AG keine andere Wahl, als noch stärker auf das E-Auto zu setzen. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart hatte zu lange auf Verbrenner gesetzt und wichtige Zukunftsentwicklungen verschlafen. Nun muss sich Daimler mit neuen Erfindungen gegen starke Konkurrenten wie Tesla behaupten. Der Betriebsratschef Michael Brecht sieht Daimler „massiv bedroht“: 95 Prozent der Jobs hängen an dem Bereich, den die Regierung zum Sterben verurteilt hat.

Daimler-Chef Ola Källenius bei einer Präsentation von Mercedes auf der IAA. Im Hintergrund der Mercedes EQ - ein E-Auto der Daimler AG.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Konjunkturpaket verdoppelt Kaufprämie für E-Auto und Hybrid

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung sieht statt einer Prämie für Verbrenner die Verdoppelung der Kaufprämie für reine E-Autos und Hybrid-Autos vor. Wer ein E-Auto oder einen Hybrid bis 40.000 Euro kauft, wird also anstelle der bisher üblichen Prämie von 3.000 Euro ab Juli eine Prämie von 6.000 Euro erhalten, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Verbraucher und Umweltschützer sind erfreut. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland wird immerhin die Entwicklung hin zu einer klimafreundlichen Mobilität beschleunigt. Auch bei der Daimler AG halte man das Konjunkturpaket der Bundesregierung für „einen guten, überparteilichen Kompromiss“, so die dpa

Daimler AG begrüßt das Konjunkturpaket – Daimler-Chef Ola Källenius investiert in Forschung zu E-Auto und Hybrid

Die Daimler AG begrüße abgesehen von der neuen Prämie besonders die Absenkung der Mehrwertsteuer - eine Maßnahme, mit der die Große Koalition für Überraschung sorgte. Eine niedrigere Mehrwertsteuer wird erwartungsgemäß die Kaufbereitschaft in Deutschland erhöhen und der vom Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland gebeutelten Wirtschaft einen kräftigen Schub versetzen, „um mit Wums aus der Coronakrise zu kommen“, wie wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz es in der Pressekonferenz der Bundesregierung zum Konjunkturpaket formulierte.

Vielleicht sieht man bei der Daimler AG die Senkung der Mehrwertsteuer als einen Ersatz für die geforderte Prämie für den Kauf von Verbrennern. Zudem hat der neue Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Ola Källenius, den Fahrzeughersteller auf E-Mobilität eingeschworen, als er 2019 den Posten von Dieter Zetsche übernahm. Zetsche wird vorgeworfen, das E-Auto und den Hybrid zu lange ignoriert und damit der Daimler AG geschadet zu haben. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart hat mit drei neuen Modellen auf das Konjunkturpaket reagiert. Nun steht die Daimler AG vor einem Problem, das man eigentlich eher von Tesla kennt. Um dieses Problem zu lösen, hat Daimler die stärkere Kooperation mit einem chinesischen Unternehmen angekündigt. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung macht nun den Weg in eine grünere Zukunft frei – mit E-Auto und Hybrid.

Rubriklistenbild: © Lennart Stock/dpa/picture alliance

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