Grippe-Saison hat begonnen

„Ernsthafte Atemwegserkrankung“: Gesundheitsminister empfiehlt Grippeimpfung, um Zusammenbruch zu verhindern

  • Lisa Schönhaar
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Zusätzlich zur Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg hat Anfang Oktober auch die Grippe-Saison begonnen. Gesundheitsminister Manfred Lucha empfiehlt eine Impfung, um Krankenhäuser im Ernstfall zu entlasten.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg* (BW24* berichtete) führte nicht nur zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens, sondern auch zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus*. Mit den gesetzlich festgelegten Corona-Regeln soll die Risikogruppe geschützt und das baden-württembergische Gesundheitssystem vor einem Zusammenbruch bewahrt werden.

Verglichen mit den Infektionszahlen zu Beginn der Corona-Pandemie verbreitete sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* im Frühsommer auf einem geringeren Niveau - die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann* hat deshalb bereits mehrfach Lockerungen der Schutzmaßnahmen erwirkt. Aktuell steigen die Infektionszahlen weltweit wieder an. Auch die Regierung rüstet sich bereits für ein Wiederaufflammen der Krise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Gesundheitsämter sind in Alarmbereitschaft, Krankenhäuser bereiten sich auf eine mögliche zweite Welle vor.

Wegen Coronavirus in Baden-Württemberg: Gegen Grippe impfen, um Überlastung von Kliniken zu vermeiden

Zusätzlich zur Gefahr, die vom Coronavirus in Baden-Württemberg ausgeht, hat Anfang Oktober auch die Grippe-Saison begonnen. Gerade in Corona-Zeiten ist nach Meinung von Gesundheitsminister Manfred Lucha die Grippeimpfung deshalb besonders zu empfehlen - auch, um die Überlastung von Kliniken zu vermeiden. „Während der Covid-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen wichtig, um schwere Verläufe oder gar Ko-Infektionen mit SARS-CoV-2 zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern bei Intensivbetten oder Beatmungsplätzen zu vermeiden“, sagte Lucha in Stuttgart*.

Neben der gesundheitlichen Bedrohung durch das Coronavirus in Baden-Württemberg stelle die Influenza unverändert eine ernsthafte Atemwegserkrankung dar. Anders als bei der Infektion mit Corona ließen sich Infektionen mit Influenzaviren jedoch durch eine Impfung vermeiden, betonte der Gesundheitsminister.

Vor allem bei chronisch Erkrankten und bei Personen über 60 Jahren sei die Vorbeugung gegen Grippe sinnvoll. Zudem sprach sich Lucha auch für verstärkte Influenza-Impfungen bei Pflegekräften und medizinischem Personal aus. Der Schutz von Bewohnern und Patienten könne dadurch erhöht werden.

Um das Risiko einer Ansteckung mit der Grippe zu verringern, sollen laut Landesgesundheitsamt die gleichen Maßnahmen wie beim Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg angewandt werden: Husten und Niesen in die Ellenbeuge, dazu regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Zudem sollte man sich nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, um Erreger möglichst von den Schleimhäuten fernzuhalten. Bis zu einem vollständigen Impfschutz vor Influenza dauert es nach der Impfung zwischen zehn und 14 Tagen - die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich weiter - Impfstoff gegen Influenza bereits vorhanden

Insbesondere die Risikogruppe hofft darüber hinaus auch auf die baldige Entwicklung und Zulassung eines Corona-Impfstoffs. Unter anderem das Biotech-Unternehmen Curevac aus Tübingen erzielte schon früh Erfolge und arbeitet aktuell an der Marktreife seines Impfstoffs. Im August testete Curevac sein Mittel bereits an Menschen - auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer meldete sich und ließ sich gegen das Coronavirus impfen*.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ruht auch die Hoffnung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann* auf einem Impfstoff. In einer Regierungserklärung Ende April hatte Kretschmann gesagt, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben*, was noch viele Monate dauern könne.

Mitglieder der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts warnten derweil vor zu großen Erwartungen an Corona-Impfungen und mahnten zu Geduld im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Um einen für die Ausbreitung des Virus relevanten Prozentsatz der deutschen Bevölkerung zu impfen, dauere es viele Monate - und erst dann könnten Maßnahmen wie die Maskenpflicht und der Mindestabstand abgeschafft werden.

Zudem sagten die Experten, dass es noch anderthalb bis zwei Jahre dauern könne, bis in Deutschland wieder ein normales Leben möglich* sein werde. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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