Gesundheitsämter am Limit

Corona-Infizierte in Baden-Württemberg sollen sich bald selbst in Quarantäne schicken

  • Valentin Betz
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Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist für das Gesundheitssystem eine hohe Belastung. Um die Gesundheitsämter zu entlasten, beschließt die Regierung jetzt ein neues Verfahren.

Stuttgart - Noch befindet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch. Der erneute Lockdown dauert inzwischen schon zwei Wochen, das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg beurteilte die Maßnahmen deshalb erstmals. Die Signale seien demnach positiv.

Eine Rückkehr zur Normalität ist das natürlich nicht. Entsprechend machte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine harte Ansage für den Corona-Winter. Wie bedrohlich die Situation ist, zeigt auch das derzeitige Arbeitspensum der Gesundheitsämter in Baden-Württemberg. Schon jetzt sind viele überlastet, weshalb die Landesregierung jetzt mit einem neuen Verfahren Abhilfe schaffen will.

Entlastung für Gesundheitsämter: Corona-Infizierte schicken sich künftig selbst in Quarantäne

Wie der SWR berichtet, haben seit Anfang Oktober 19 Gesundheitsämter in Baden-Württemberg eine Überlastung gemeldet. Denn bislang mussten die Ämter eine Quarantäne offiziell anordnen, sobald eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg sind mit dem Coronavirus zunehmend überfordert.

Stattdessen soll künftig die Quarantäne automatisch in Kraft treten, wenn Corona-Infizierte ihr positives Testergebnis erhalten. Die Änderung dieser Regel wäre für die Gesundheitsämter angesichts der aktuellen Situation eine massive Arbeitserleichterung. Die Landesregierung will dieses neue Verfahren beschließen, eine Kabinettsvorlage liegt dem SWR vor.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es in unserem Ticker.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bei Nachverfolgung werden Infizierte mehr in die Verantwortung genommen

Neben dem neuen Verfahren bei der Quarantäne für Corona-Infizierte sieht die Kabinettsvorlage laut SWR auch eine Änderung bei der Nachverfolgung von Kontakten vor. So sollen Infizierte künftig verstärkt selbst aktiv werden und ihre Kontakte informieren. In Berlin wird dieser Weg bereits beschritten.

Außerdem will die Landesregierung die Rückwärts-Nachverfolgung stärker in den Fokus rücken. Ziel davon ist die genaue Ermittlung des Ortes, an dem sich eine mit dem Coronavirus infizierte Person angesteckt hat und damit zu klären, ob ein größerer Ausbruch stattgefunden hat.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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