Lockdown in Baden-Württemberg

Kretschmann macht eine harte Ansage für den Corona-Winter

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Durch die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg herrschen aktuell massive Einschränkungen. Das wird laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann auch den Winter über so bleiben.

Stuttgart - Seit einigen Wochen verbreitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder verstärkt aus. Als Reaktion auf die steigenden Infektionszahlen beschlossen Bund und Länder einen Teil-Lockdown, der am Montag vor zwei Wochen in Kraft trat. Bislang sei es nach dem Robert Koch-Institut (RKI) zu früh für ein Urteil, das Landesgesundheitsamt zog jedoch bereits eine erste Bilanz und erklärte, was die Maßnahmen in Baden-Württemberg wirklich bewirkt haben. Am gestrigen Montag, dem 16. November, kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es in unserem Ticker.

Nach dem Austausch von Bund und Ländern am Montag zog Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein erstes Zwischenfazit. Laut dem Regierungschef ist an Lockerungen aktuell nicht zu denken, er sagte einen langen und harten Winter im Schatten des Coronavirus in Baden-Württemberg voraus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Montagabend berichtete.

Kretschmann macht Ansage für den Winter: „keine Lockerungen“

Im Rahmen der ansteigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg äußerte sich Kretschmann bereits zu Lockerungen vor Weihnachten. Der Regierungschef machte eventuelle Lockerungen von dem weiteren Infektionsgeschehen im Land abhängig und sagte, dass es ein weitgehend normales Weihnachtsfest nur bei sinkenden Zahlen gebe. Nach den mehrstündigen Beratungen mit der Kanzlerin und den anderen Ministerpräsidenten der Länder zog Kretschmann ein düsteres Urteil zu eventuellen Lockerungen im Winter.

In Bezug auf das Infektionsgeschehen müssten sich die Menschen im Südwesten auf weitere harte Monate einstellen, sagte Winfried Kretschmann am Montagabend in der Landeshauptstadt Stuttgart. „An Lockerungen ist in den nächsten Wochen nicht zu denken“, so der Grünen-Politiker weiter. „Wir müssen uns vielmehr auf lange, harte Wintermonate einstellen“. Zwar seien die Infektionszahlen aktuell auf einem gleichbleibenden Level, sie seien aber noch immer zu hoch, um die Verordnungen zu lockern. „Wir müssen alle noch eine Schippe drauflegen.“

Coronavirus: Bund und Länder wollen Infektionsgeschehen weiter beobachten

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und der ganzen Bundesrepublik einigten sich Bund und Länder am Montag darauf, die Entwicklung noch „einige Tage zu beobachten“, sagte Winfried Kretschmann.

Mitte der kommenden Woche wollen sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Bundesländer erneut zusammensetzen, um die Lage zu bewerten und dann gegebenenfalls die Verordnungen weiter zu verschärfen. Laut Kretschmann habe das Offenhalten von Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen jedoch nach wie vor oberste Priorität.

Bei dem ersten Lockdown wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg im Frühjahr waren diese Einrichtungen nahezu vollständig geschlossen worden, das Bildungsministerium setzte großen Wert darauf, das bei dem derzeitigen Teil-Lockdown zu vermeiden.

Kretschmann appellierte unter anderem auch an die Bevölkerung. Er rief dazu auf, die sozialen Kontakte noch mal deutlich zu reduzieren. So sollte beispielsweise auf private Feiern gänzlich verzichtet und Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf nur einen festen weiteren Haushalt beschränkt werden. „Treffen Sie sich nicht heute mit den einen und morgen mit den anderen“, sagte der Ministerpräsident am Montagabend.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

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