Zähe Impfkampagne

Impfzentren in Baden-Württemberg noch bis mindestens bis August in Betrieb

Eine Mitarbeiterin im Impfzentrum verabreicht eine Corona-Impfung an einen Patienten.
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Corona-Impfzentren sollen länger geöffnet bleiben als geplant.
  • Berkan Cakir
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Die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg verläuft zäh. Die Impfzentren sollen nun bis mindestens August geöffnet bleiben.

Stuttgart - Die Impfzentren bleiben im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg länger im Betrieb als geplant, wie ein Sprecher des Sozialministeriums am Donnerstag mitteilte. Demnach habe die Landesregierung bereits beschlossen, dass sowohl die zentralen Impfzentren als auch die Kreisimpfzentren mindestens bis zum 15. August weiterhin betrieben werden. „Je nach verfügbaren Impfstoffen werden wir die Impfzentren auch im September noch brauchen“, so der Ministeriumssprecher.

Ursprünglich war vorgesehen, die Impfzentren nur bis Ende Juni zu öffnen. Allerdings verläuft die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bisher zäh. Nach fast vier Millionen Erstimpfungen im Südwesten wird der Impfstoff in Baden-Württemberg knapp. Mehrere Kreise hatten sich beschwert, dass Termine in Impfzentren nicht mehr eingehalten werden können. Die Kritik richtete sich vor allen Dingen auch gegen das Bundesgesundheitsministerium, das die versprochene Menge an Dosen nicht geliefert habe.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Gesundheitsminister Manfred Lucha räumte Fehler ein

Zuletzt hatte aber der baden-württembergische Gesundheitsminister einen Fehler eingestanden. Manfred Lucha (Grüne) sprach von einer falschen Strategie bei der Terminvergabe, die über die Hotline 116117 läuft. „Es war schlicht und einfach das falsche System, um einen Mangel gut verwalten zu können. Ein solches System funktioniert nur, wenn man große Mengen verteilen kann. Das ist nicht der Fall“, sagte er. Dann würden auch 500 Callcenter-Mitarbeiter nicht viel weiter helfen.

Der SPD-Politiker Boris Weirauch sagte, noch wichtiger als einen Fehler einzugestehen, wäre es, aus Fehlern zu lernen. Der FDP-Gesundheitspolitiker Jochen Haußmann sagte, dass Eingestehen von Fehlern von Manfred Lucha sei der erste Schritt zur Besserung. „Jetzt muss er endlich Konsequenzen ziehen“, so Haußmann. Das Sozialministerium kündigte an, dass Verbesserungen bei der Vergaben von Terminen über das Internet in der Diskussion sind. Auf ausdrücklichen Wunsch des Landes prüfe der Anbieter derzeit, ob er beispielsweise ein eigenes, aussagekräftiges Übersichtstool über alle freien Termine im Land programmieren und zur Verfügung stellen könne.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Viele Nutzer verzweifelten mit offiziellen Impftermin-Seite

Weile viele Nutzer mit der offiziellen Impftermin-Seite verzweifelt waren, starteten private Anbieter ein eigenes Portal, mit der sich Impfwillige eine besser Übersicht über freie Termine im Land verschaffen können. Auch Ärzte in Stuttgart haben sich zusammengeschlossen und eine Plattform für Impftermine gegründet.

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