Um Impfungen zu beschleunigen

Ärzte in Stuttgart starten eigene Plattform für Impftermine

Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.
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Der Ärzteverbund Medi aus Stuttgart erstellte eine Internetplattform für die Terminvergabe einer Corona-Impfung (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Seit April impfen auch Hausärzte gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Ein Ärzteverbund aus Stuttgart hat nun eine Internetplattform für die Terminvergabe eröffnet.

Stuttgart - Seit dem Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg gab es immer wieder Komplikationen bei der Terminvergabe. Bei den Kreisimpfzentren im Südwesten waren Terminvereinbarungen von Beginn an nur über eine Telefon-Hotline oder eine Online-Plattform möglich. Dabei gab es oftmals kein Durchkommen, die Bürger mussten lange in virtuellen Warteräumen ausharren. Seit April impfen jedoch auch die Hausärzte in Baden-Württemberg. Die Impfungen im Südwesten gehen seither deutlich schneller voran. Nach aktuellem Stand wurden bereits 4,1 Millionen Menschen zum ersten Mal und 1,3 Millionen vollständig geimpft.

Um einen Termin für eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bei einem Hausarzt zu erhalten, muss man bislang direkt bei der Praxis anfragen. Vor wenigen Tagen fiel jedoch die Priorisierung bei den Hausärzten und alle Baden-Württemberger können sich impfen lassen. Seither ist es deutlich schwieriger, einen Impftermin in den Arztpraxen zu erhalten. Der Ärzteverbund Medi aus der Landeshauptstadt Stuttgart hat nun eine Internetplattform für die Terminvergabe eröffnet, um Abhilfe zu schaffen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Plattform soll Impfungen in Stuttgart beschleunigen

Seit dem Impfbeginn in Baden-Württemberg kommt es aufgrund des Impfstoffmangels immer wieder zu Verzögerungen. Aktuell sind in Baden-Württemberg Impfstoffe von vier Herstellern zugelassen, eine direkte Wahlmöglichkeit gibt es bislang jedoch nicht. Allerdings wurde kürzlich der Impfstoff von Astrazeneca für alle Altersgruppen freigegeben. Der umstrittene Impfstoff war zuvor regelrecht zum Ladenhüter geworden. Der Ärzteverband Medi will mit der eigens eingerichteten Plattform die Impfungen beschleunigen und Impfwilligen auch kurzfristig einen Termin anbieten, wenn sich Kapazitäten auftun., heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei den Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg werden die zuvor strengen Priorisierungen allmählich aufgeweicht. Seit Mittwoch, dem 19. Mai, können sich Impfwillige ab einem Alter von 18 Jahren bereits auf der Internetplattform des Ärzteverbandes Medi registrieren. Damit könnten Impfwillige rasch einspringen, wenn in Haus- oder Facharztpraxen kurzfristig ein Impftermin frei wird, teilte Medi mit. Laut der Mitteilung nehmen inzwischen rund 200 Arztpraxen die Plattform für ihre Impfterminvergabe in Anspruch. „Jede Impfoption durch Restbestände, abgelehnte Impfstoffe oder geschwänzte Impftermine kann sofort genutzt werden“, sagte Medi-Chef Werner Baumgärtner.

Coronavirus in Baden-Württemberg: KV rät von Anruf für Impftermin bei Arztpraxis ab

Ein Termin für eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg solle bestenfalls nicht mehr durch einen Anruf bei den Arztpraxen vereinbart werden, empfiehlt die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Die Arztpraxen im Südwesten seien nach der Aufhebung der Priorisierung überrannt werden, sagte KV-Vorstand Johannes Fechner laut der Stuttgarter Zeitung. Aktuell sei auch nahezu keine Erstimpfung möglich, „weil kein Impfstoff zur Verfügung steht und die Kapazitäten für Zweitimpfungen benötigt werden“.

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