Auffrischungsimpfungen

Dritte Coronaimpfung in Baden-Württemberg ab 1. September - das müssen Bürger wissen

Eine Frau bereitet Impfstoff für eine Corona-Impfung vor.
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Baden-Württemberg startet ab 1. September mit den Drittimpfungen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Im Südwesten sind bei weitem noch nicht alle Bürger gegen das Coronavirus geimpft. Am 1. September starten jedoch die Drittimpfungen. Was man zu Termin, Anmeldung und Zielgruppe wissen sollte.

Stuttgart - Die Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg starteten im Dezember vergangenen Jahres. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der Bewohner vollständig gegen das Virus geimpft. Vollständig bedeutet in diesem Fall, dass man mit Ausnahme des Vakzins von Johnson & Johnson zweimal geimpft wurde. Seit Montag, 16. August, ist mit dem 3G-Nachweis (geimpft, genesen, negativ getestet) in Baden-Württemberg wieder nahezu alles möglich. Dafür reicht eine zweifache Impfung aus.

Dennoch gibt es noch immer viele Menschen im Land, die aus verschiedenen Gründen noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Manche vertrauen den Vakzinen nicht, andere entscheiden sich strikt gegen eine Schutzimpfung. Dennoch sollen am 1. September bereits die Drittimpfungen gegen Covid-19 im Südwesten starten. Grund dafür ist, dass aktuell auch die deutlich ansteckendere Delta-Mutagen des Coronavirus vorherrschend ist. Die sogenannten Auffrisch-Impfungen werden im Nachbarbundesland Bayern bereits angeboten*, Baden-Württemberg will jedoch noch warten. Zudem ist die Drittimpfung auch nur für bestimmte Personengruppen gedacht.

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Drittimpfung für Risikogruppen ab 1. September

Die Schutzimpfung vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg schützt bei einer vollständigen Impfung vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf. Bei Risikogruppen, also vorrangig alten Menschen und solchen mit Vorerkrankungen oder Immunschwächen, werde der Impfschutz jedoch schneller seine Wirkung verlieren, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag. „Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft sind das insbesondere die genannten Risikogruppen.“ Das Ministerium beschloss deshalb, das Angebot einer Auffrisch-Impfung auf eben diese Risikogruppen zu beschränken.

In Baden-Württemberg ist es inzwischen an vielen Stellen möglich, spontan eine Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten. So beispielsweise im zentralen Impfzentrum im Robert Bosch Krankenhaus in der Landeshauptstadt Stuttgart. Auch die Personen, die eine dritte Impfung in Anspruch nehmen können, müssen keinen Termin vereinbaren. Für die Impfung sei es möglich, ab September „einfach mit Impfpass und Ausweis zu einem offenen Impfangebot der Impfzentren zu kommen“, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums laut der dpa.

Zudem könne die Spritze jedoch auch vom Hausarzt oder dem Betriebsarzt verabreicht werden. Wie schon bei der Erst- und Zweitimpfungen sind zusätzlich auch mobile Teams im Einsatz. Bei den Drittimpfungen soll vorrangig das Vakzin von Biontech zum Einsatz kommen. 24vita berichtet wie hoch der Schutz nach einer dritten Impfung laut einer Studie wirklich ist*.

Drittimpfung in Baden-Württemberg wohl nicht für jüngere und immungesunde Personen

Obwohl die sogenannte 7-Tage-Inzidenz als Richtwert seit Montag keine Rolle mehr spielt, steigt er seit einiger Zeit kontinuierlich an. Der Wert entspricht der Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. Aktuell wird die Inzidenz in Baden-Württemberg mit dem Wert 40,4 angegeben. Ob eine Auffrischimpfung durch die vielen Neuinfektionen auch für andere Personengruppen infrage kommt, steht bislang nicht fest. „Es liegen bislang keine validen wissenschaftlichen Daten dazu vor, ob eine Auffrischimpfung auch bei jungen, immungesunden Personen zum jetzigen Zeitpunkt bereits einen zusätzlichen Nutzen bringen“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Für jüngere und immungesunde Personengruppen ist eine Auffrischimpfung demnach nicht vorgesehen. Insgesamt war die Impfkampagne in Baden-Württemberg darauf ausgerichtet, zuerst vor allem alte und kranke Menschen vor einer Infektion und einem schweren Verlauf schützen. Nach langem Zögern sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) kürzlich jedoch auch eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendlich aus. Alle Kinder ab 12 Jahren sollen ein Impfangebot bekommen. *merkur.de und 24vita sind Angebote von Ippen.Media.

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