„Update des Buchungssystems“ sorgt für Verwirrung

Astrazeneca wird in Baden-Württemberg Ladenhüter: „Termine werden nicht gebucht“

Eine medizinische Fachkraft zeigt eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca.
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In Impfzentren in Baden-Württemberg bleibt aktuell der Impfstoff von Astrazeneca „reihenweise liegen“.
  • Julian Baumann
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Die Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg verläuft noch immer chaotisch. Durch ein „Update des Buchungssystems“ bleibt viel Impfstoff von Astrazeneca einfach liegen.

Stuttgart/Offenburg - Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen weiter an. In vielen Kreisen im Südwesten wurde bereits die „Notbremse“ gezogen und die zuvor erlassenen Lockerungen damit rückgängig gemacht. Da erneute Lockerungen und Öffnungsperspektiven in der nächsten Zeit aufgrund der steigenden Zahlen eher unwahrscheinlich sind, liegt die Hoffnung weiterhin auf einer möglichst schnellen Impfung der Bevölkerung. Seit dem Impfstart in Baden-Württemberg Ende vergangenen Jahres kam es jedoch immer wieder zu Komplikationen. Zum einen war zu Beginn deutlich zu wenig Impfstoff verfügbar, zum anderen bereitet auch die Terminvergabe immer wieder Probleme.

Bei der Corona-Impfung in Baden-Württemberg gibt es einige Punkte zu beachten. Die Terminvergabe läuft ausschließlich über eine speziell eingerichtete Hotline oder über ein Online-System ab. Seit vergangener Woche gibt es jedoch neue Vermittlungscodes für die Buchung eines Impftermins gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Entscheidung aus der Landeshauptstadt Stuttgart sorgt nun nicht nur bei den Bürgern im Südwesten, sondern auch in den Impfzentren für Kopfzerbrechen, wie die Badischen Neuesten Nachrichten berichten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Chaos in den Impfzentren - Organisation wird noch komplizierter

Bei der Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sind derzeit Impfstoffe von drei Unternehmen zugelassen. Das Vakzin des britischen Pharmaunternehmens Astrazeneca steht seit längerer Zeit in der Kritik. Vor einigen Wochen wurde die Impfung mit dem Wirkstoff aufgrund mehrerer Thrombose-Fälle vorsorglich ausgesetzt. Wenige Tage später setzte jedoch auch Baden-Württemberg die Impfung mit dem Vakzin fort. Am Freitag meldete die Deutsche Presseagentur, dass sich Menschen unter 60 Jahren laut dem Sozialministerium neue Vermittlungscodes für ihre Impfung ausstellen lassen müssen.

Gerade bei Bürgern, die die Erstimpfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg mit Astrazeneca erhalten haben, führte diese Meldung zur Verwirrung. Die Neuregelung könne nämlich auf den Kopf stellen, was bislang in Baden-Württemberg für die Zweitimpfung galt, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten. Bislang war geplant, dass Bürger, die bereits die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten hatten, für die zweite Dosis automatisch auf einen anderen Impfstoff umgebucht werden sollten. Durch die neue Vorgabe aus dem Sozialministerium könnte es jetzt jedoch dazu kommen, dass die Termine neu gebucht und auch alle benötigten Unterlagen bei der Zweitimpfung erneut vorgelegt werden müssen.

Impfungen in Baden-Württemberg: „Impf-Gipfel“ am Freitag soll Klarheit bringen

Das Sozialministerium in Stuttgart sprach am vergangenen Freitag von einem „Update des Buchungssystems“. Die Impfzentren hoffen nun jedoch auf den kommenden Freitag, dann soll nämlich ein „Impf-Gipfel“ stattfinden. Davon erhofft sich auch Diana Kohlmann, Dezernentin im Offenburger Landratsamt und zuständig für die beiden Impfzentren des Kreises neue Informationen zum weiteren Vorgehen bei den Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg, wie die Badischen Neuesten Nachrichten berichten. „Mir fehlt im Moment noch die Ansage, wie wir damit umgehen sollen und ob wir genügend Impfstoff bekommen, um das alles auch umzusetzen“, sagte Kohlmann auf Anfrage der Zeitung.

Bei der Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist das Vakzin von Astrazeneca nach wie vor umstritten. Zunächst wurde der Impfstoff nur für Personen unter 65 und wenig später nur noch für Personen über 60 Jahren empfohlen. Das ständige Hin und Her mit dem Wirkstoff hat nun auch in den Impfzentren Konsequenzen. „Astra bleibt gerade reihenweise übrig, die Termine werden nicht mehr gebucht“, sagte Diana Kohlmann.

Chaos in den Impfzenten: Appell aus Stuttgart - „auf keinen Fall neue Impftermine vereinbaren“

In Bezug auf die Zweitimpfung mit dem Wirkstoff von Astranzeneca stellen sich nun also gleich mehrere Fragen. Zum einen befürchten die Impfzentren, dass reihenweise Bürger Termine mit der alten Buchungsnummer vereinbaren und dann vor Ort erwarten, auf einen anderen Impfstoff umgebucht zu werden. „Das schlägt diese Woche massiv ein“, sagte Diana Kohlmann. Vor allem, weil von den anderen Vakzinen möglicherweise nicht ausreichend vorrätig sein könnte. Das Sozialministerium in Stuttgart reagiert jedoch gelassen auf die vielen Fragen aus den Impfzentren.

Es dauere noch eine ganze Weile an, bis die Zweitermine für eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca anstehe, sagte Ministeriumssprecher Florian Mader laut den Badischen Neuesten Nachrichten. „Jetzt lassen sie uns das erstmal prüfen, wenn die Frage konkret wird, informieren wir die betroffenen Impflinge entsprechend“. Bislang gebe es ja nur wenige Menschen, die eine Astrazeneca-Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten hätten. Man werde rechtzeitig Bescheid geben, welchen Impfstoff es bei einer Zweitimpfung gebe, so Mader weiter. Der Sprecher des Sozialministeriums appellierte an die Bevölkerung: „Bitte auf keinen Fall neue Termine vereinbaren.“

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