Impfungen ab Mitte Dezember

Plan veröffentlicht: So sollen die Menschen in Baden-Württemberg gegen Corona geimpft werden

  • Anna-Lena Schüchtle
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Ab Mitte Dezember will Baden-Württemberg mit den Impfungen gegen das Coronavirus beginnen - eine Herkulesaufgabe bei etwa elf Millionen Einwohnern.

Stuttgart - Seit 2. November herrscht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland ein Teil-Lockdown mit verschärften Corona-Regeln. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seitdem zwar allmählich langsamer - jedoch nicht langsam genug. Die Hoffnung darauf, dass die Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz Anfang Dezember wieder gelockert werden könnten, machten Bund und Länder mittlerweile jedoch zunichte.

Die Ministerpräsidenten beschlossen hinter verschlossenen Türen offenbar bereits, den Teil-Lockdown bis zu 23. Dezember zu verlängern. Und auch an Weihnachten und Silvester gelten weiterhin strenge Beschränkungen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Über die Festtage sollen sie zwar etwas gelockert werden, ein tatsächliches Ende der Beschränkungen scheint jedoch erst durch eine Impfung der Bevölkerung möglich. In Baden-Württemberg werden dafür bereits die ersten Vorbereitungen getroffen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Impfung der Bevölkerung soll im Dezember beginnen

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Das Sozialministerium arbeitete zu diesem Zweck an einem Plan, wie die Bürger bald gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft werden sollen. Nun steht die Strategie, die ein Konzept zur Planung, Aufgabenverteilung und Finanzierung beinhaltet. Laut einer Mitteilung will das Land demnach bis zum 15. Dezember acht oder neun Impfzentren in den vier Regierungsbezirken einrichten.

Dazu gehören etwa Impfzentren in den Messen Freiburg, Ulm, Offenburg und Karlsruhe sowie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, wie es in der Mitteilung des Landes heißt. Weitere Standorte in Baden-Württemberg könnten zudem an den Unikliniken Heidelberg und Tübingen sowie im Katharinanhospital in der Landeshauptstadt entstehen. Pro Zentrum sollen in diesen täglich bis zu 1.500 Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden.

„Flankierend zu den Impfzentren wird es zudem mobile Impfteams geben, beispielsweise für Menschen, die daheim bettlägerig sind oder in Pflegeheimen wohnen“, wird Gesundheitsminister Manne Lucha des Weiteren in der Mitteilung zitiert. Einen Monat später ist zudem geplant, dass weitere Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg den Betrieb aufnehmen, in denen bis zu 750 Personen pro Tag gegen das Coronavirus geimpft werden können.

Bis die mehr als elf Millionen Einwohner des Landes durchgeimpft sind, vergeht jedoch vermutlich noch einige Zeit - insbesondere weil zunächst nur eine limitierte Menge des Wirkstoffs zur Verfügung stehen wird. Von den angenommenen ersten fünf Millionen Impfdosen, die mutmaßlich von dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech sowie Pfizer zur Verfügung gestellt werden, sind laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) 600.000 Einheiten für den Einsatz gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bestimmt.

Wie die dpa schreibt, sollen erste Lieferungen ab Mitte Dezember möglich sein - das Sozialministerium möchte die Vorbereitungen in den zentralen Impfzentren bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen haben. Ab der zweiten Dezemberhälfte könnte zudem ein weiterer Impfstoff im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg dazukommen. Die Zulassung des Wirkstoffs des US-Konzerns Moderna ist bislang jedoch noch nicht bestätigt.

Risikogruppen sollen zuerst gegen Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft werden

Weil nicht alle Einwohner auf einmal gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg immunisiert werden können, erwägt das Konzept des Sozialministeriums eine Priorisierung möglicher Impf-Kandidaten, die insbesondere auf die Risikogruppen abzielt. Laut dpa sollen zunächst ältere sowie Menschen mit Vorerkrankungen eine Impfung erhalten. Auch medizinisches Personal steht gleich zu Beginn im Fokus der Impfkampagne.

Im Anschluss sollen nach und nach auch Personen im Südwesten geimpft werden, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich mit Covid-19 zu infizieren - das schließt etwa Mitarbeiter der Gesundheitsämter, Beamte der Polizei, Feuerwehrleute, Lehrer sowie Erzieher ein. Bereits bis Mitte des nächsten Jahres sieht das Konzept eine Regelversorgung der gesamten Bevölkerung mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg vor.

Allein bei den Personal- und Sachkosten für die Impfzentren rechnet das Sozialministerium laut dpa mit etwa 58,2 Millionen Euro. Die Beschaffung des Impf-Bestecks sowie die Logistik werden zudem weitere 15 Millionen Euro kosten. Für die finanziellen Aufwendungen dieser Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg kommt das Land zunächst selbst auf.

Impfstoff gegen Coronavirus in Baden-Württemberg soll nicht die sofortige Rettung bringen

In Baden-Württemberg soll ab Mitte Dezember gegen das Coronavirus geimpft werden.

Ob mit Beginn der Impfungen auch die aktuellen Beschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ein Ende finden werden, bleibt derweil fraglich und ist auch unter Experten höchst umstritten. Ein Freiburger Virologe erklärt erst kürzlich, warum der Corona-Impfstoff keine schnelle Rettung bringen wird: „Ich wäre nicht überrascht, wenn die Maßnahmen länger notwendig wären, im äußersten Fall sogar während des gesamten Winters, bis ins Frühjahr hinein.“  

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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