Bis zu eine Stunde Wartezeit

2.000 Passagiere am Tag: Vor Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart bilden sich lange Schlangen

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten durch Reiserückkehrer steigt derzeit an. Vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart bildeten sich am vergangenen Wochenende lange Schlangen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus derzeit aber wieder an - ein Grund dafür sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten.
  • Durch Corona-Testpflicht für Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkommen, bildeten sich vor der Teststation am Flughafen Stuttgart vergangenes Wochenende lange Schlangen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer als zu Beginn der Corona-Pandemie, es stellt jedoch noch immer eine Bedrohung für die Gesundheit und die Wirtschaft des Landes dar. Die Landesregierung lockerte die Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus immer weiter. Die Sorge wächst, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder an.

Seit Anfang Juli ist trotz Coronavirus nahezu alles wieder erlaubt, darunter auch größere Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und Reisen ins Ausland - wenn auch unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart waren zuletzt mehrere Schulen und Kitas betroffen. Auch Reiserückkehrer schleppen das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder ein. Am Flughafen Stuttgart wurde deshalb für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten ein Corona-Testzentrum eingerichtet, um das Coronavirus in Stuttgart und im gesamten Bundesland nicht weiter zu verbreiten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart bildeten sich am Wochenende lange Schlangen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Reiserückkehrer aus Spanien sorgen für lange Schlangen an Teststation Flughafen Stuttgart

Am vergangenen Wochenende wurde der Corona-Test am Flughafen Stuttgart für viele Urlauber zur Geduldsprobe. Vor dem Corona-Testzentrum bildeten sich lange Schlangen - dort mussten sich viele Reiserückkehrer, überwiegend aus Spanien, einreihen. Wie ein Flughafensprecher am Sonntag zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, sei der Test zum Schutz vor Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zwar vergleichsweise zügig gegangen. Wenn aber mehrere Maschinen gleichzeitig ankamen, hätten die Reisenden schon mal bis zu eine Stunde warten müssen. Allein am Sonntag gab es dem Sprecher zufolge 14 Abflüge nach Spanien (ohne die Kanaren) und 13 Ankünfte von dort - darunter elf Ankünfte aus Palma/Mallorca.

Am Wochenende habe sich der Andrang am Corona-Testzentrum des Flughafens Stuttgart verdoppelt, sagte der Sprecher zur dpa. Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht einzuschleppen, lassen sich dort gewöhnlich etwa 1.000 Menschen testen. Am Samstag und Sonntag mussten jeweils 2.000 Reiserückkehrer aus Risikogebieten getestet werden. Die Teststation am Flughafen Stuttgart gibt es seit einer Woche. Weitere wurden an den Flughäfen Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden eingerichtet.

Angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr hat die Bundesregierung fast ganz Spanien einschließlich Mallorca als Risikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass auch am Flughafen Stuttgart für heimkehrende Urlauber aus den betroffenen Regionen eine Testpflicht besteht, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht zu verbreiten.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich weiterhin - Urlauber aus Risikogebieten schleppen Virus ein

Die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind auch auf Corona-Ausbrüche in einzelnen Gemeinden und Landkreisen zurückzuführen. Der Kreis Göppingen etwa war schon mehrfach von Neuinfektionen betroffen. Nach einer Abifahrt nach Kroatien schleppten Teilnehmer das Coronavirus in Baden-Württemberg ein. Nach Angaben des Landratsamts sind bereits zwölf der 14 Urlauber aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen infiziert.

Vergangene Woche haben weitere Reiserückkehrer aus Kroatien andere Menschen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Acht Personen hatten sich in der kroatischen Partyhochburg Novalja auf der Insel Pag angesteckt und anschließend eine private Geburtstagsfeier in einem Club in Stuttgart mit rund 40 Gästen besucht. Dabei haben sie bislang mindestens 16 weitere Personen infiziert. Darüber hinaus ist mindestens eine weitere Kontaktperson, die nicht auf der Party war, positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem steigt auch die Zahl der Personen, die sich im Ausland anstecken, wieder an. Auch in Serbien scheint das Risiko besonders hoch zu sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verzichtet wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in diesem Jahr aus Urlaub im Ausland - und rät auch Bürgern davon ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er. Verboten sei es zwar nicht, aber in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg könne man laut Ministerpräsident Kretschmann einfach im Land bleiben und müsse nicht in der Welt herumreisen.

Inzwischen stößt der Südwesten aufgrund der großen Anzahl an Reiserückkehren mit Tests an Grenzen. Die Corona-Tests bringen Baden-Württemberg in Bedrängnis. Denn weil inzwischen so viele Menschen vorsorglich getestet werden, kommen die Labore mit ihren Kapazitäten kaum noch hinterher.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat sich jetzt auch der Flughafen Stuttgart zu einer besonderen Maßnahme entschieden. Wer am Flughafen Stuttgart unterwegs ist, wird ab jetzt genau beobachtet. Sensoren sollen den Abstand unter den Passagieren messen, damit in Zukunft Orte identifiziert werden können, wo sich besonders viele Menschen dicht drängen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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