Brief an Ministerpräsidenten

Kretschmann und Söder fordern bundesweit FFP2-Maskenpflicht - „Ansteckungen fressen sich durchs Land“

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Die Lage angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Winfried Kretschmann und Markus Söder fordern ihre Kollegen deshalb jetzt eindrücklich zum Handeln auf.

Stuttgart - Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg droht zusehends, außer Kontrolle zu geraten. Am Dienstag lag die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten laut Landesgesundheitsamt bereits bei 125,7. Der Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus bleibt nicht ohne Folgen. Inzwischen droht dem bundesweit beachteten Modellprojekt in Tübingen der Abbruch. Auf Landes- oder gar Bundesebene ist allerdings noch nicht viel passiert.

Geht es nach Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, soll sich das schnellstmöglich ändern. Wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet, hat der Grünen-Politiker deshalb gemeinsam mit seinem Amtskollegen Markus Söder aus Bayern ein Schreiben an die Ministerpräsidenten in Deutschland verfasst.

Brief an Bundesländer: Winfried Kretschmann und Markus Söder fordern sofort radikale Corona-Maßnahmen

„Wir müssen unsere Verantwortung jetzt wahrnehmen und dürfen nicht länger diskutieren“, fordern Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Regierungschef Markus Söder in dem Schreiben, das der Stuttgarter Zeitung vorliegt. „Jeder weitere Tag des Zuwartens bedeutet tausende von neuen Ansteckungen, die sich exponentiell durch unser Land fressen“, so die Politiker weiter.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Regierungschef Markus Söder fordern von ihren Amtskollegen sofortiges Handeln in der Corona-Pandemie.

In Baden-Württemberg forderte die Landesregierung Städte bereits zur Umsetzung der Ausgangssperre auf. Konkret forderten Winfried Kretschmann und Markus Söder jetzt gegenüber den 14 weiteren Bundesländern ebenso nächtliche Ausgangssperren sowie adäquate Kontaktbeschränkungen bei einer Inzidenz von mehr als 100 Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Auch eine konsequente FFP2-Maskenpflicht und Tests müssten Teil der Maßnahmen sein, zitiert die Stuttgarter Zeitung.

Steigende Corona-Fallzahlen: Ministerpräsidenten fordern gemeinsamen Plan für Vorgehen an Schulen

In ihrem Schreiben gehen Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Regierungschef Markus Söder auch auf die Maßnahmen an Schulen ein. Sie stimmen für eine gemeinsame Verständigung, wie es nach den Osterferien weitergehen soll. An einer Testpflicht an Schulen führt nach Ansicht der beiden Politiker kein Weg vorbei. „Wer keinen negativen Test hat, soll dann auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil sich derzeit die britische Mutation unter Schülerinnen und Schülern so stark verbreitet – und dann wiederum in die Familien hineingetragen wird“, heißt es in dem Brief an die Ministerpräsidenten.

Besonders die Mutationen bereiten Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bayerns Regierungschef Markus Söder Sorgen. Die dritte Welle sei keine bloße Fortsetzung der Pandemie, sondern bringe mit den Mutationen eine neue Qualität. Das Robert Koch-Institut warnte bereits vor einer Inzidenz von über 300 nach Ostern. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, drohe erneut ein exponentielles Wachstum der Infektionszahlen. - und eine Fortsetzung der Lage bis in den Sommer.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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