Kosten für Corona-Tests

Druck auf Nicht-Geimpfte wächst - sie sollen künftig für Tests zahlen

Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen
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Die Kosten für einen Corona-Test sollen nicht mehr vom Staat getragen werden.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Der Druck auf ungeimpfte Personen könnte nach den Sommerferien steigen. Sie sollen Corona-Tests dann aus der eigenen Tasche zahlen müssen.

Stuttgart - Rund 44 Prozent der Bevölkerung im Südwesten sind zum jetzigen Stand (15. Juli) zweimal geimpft. Der Teil der Menschen, der vollständig gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geschützt ist, genießt bereits wieder mehr Freiheiten. In den vergangenen Wochen traten zusehends Lockerungen in Baden-Württemberg ein, die Ungeimpfte nur mit negativen Corona-Tests genießen können. Bis dato übernimmt der Staat die Kosten der Tests. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Spätestens Ende September will die baden-württembergische Landesregierung die Freiheitsbeschränkungen fallen lassen. Wie Uwe Lahl, Amtschef des Gesundheitsministeriums, gegenüber der Stuttgarter Zeitung begründete, soll spätestens dann allen Menschen im Südwesten ein Impfangebot gemacht sein. Folglich gebe es keinen Grund mehr für Freiheitsbeschränkungen. Allerdings: Ungeimpfte sind davon ausgenommen.

Der Staat wird nicht mehr die Kosten für Corona-Tests übernehmen

Sie würden von der Schutzpflicht des Staates entlassen, bekräftigte Uwe Lahl. Die Landesregierung würde dann nicht mehr die Rechte aller Bürger beschneiden, um die Nicht-Geimpften zu schützen. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sei dann zwar per Testnachweis möglich - allerdings übernehme der Staat nicht mehr deren Finanzierung.

Sorge bereitet dabei nach wie vor, dass sich seit Mitte Juni im Südwesten die besorgniserregende Delta-Variante ausbreitet. Die bisher erreicht Impfquote in den Kommunen im Südwesten stellt angesichts dessen nicht alle zufrieden. Zuletzt äußerte sich der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts kritisch, der bereits fest mit der vierten Corona-Welle rechnet: „Mit den Impfzahlen in Stuttgart kann, möchte und will ich noch nicht zufrieden sein“, sagte Stefan Ehehalt dem SWR.

Landesregierung will bis zum Ende der Sommerferien Impfquote erhöhen

In den vergangenen Tagen stieg die Inzidenz in der Landeshauptstadt Stuttgart wieder leicht an. Seit vergangenem Mittwoch (14. Juli) gilt deshalb die zweite Inzidenzstufe in Stuttgart, die in gewissen Bereichen wieder mehr Einschränkungen bedeutet.

Die Landesregierung will bis zum Ende der Sommerferien 230.000 Menschen pro Woche impfen, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. So soll das Ziel, bis dahin eine Impfquote im Land von insgesamt 87 Prozent zu erreichen, immer noch möglich sein.

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