Infektionszahlen steigen

Experte warnt: Stuttgart droht erschreckendes Corona-Szenario im April - dritte Welle rollt

Menschen sitzen auf dem Gras des Schlossplatzes in Stuttgart, im Hintergrund fährt ein Polizeiauto vorbei.
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Die Polizei fährt auf dem Schlossplatz Patrouille und kontrolliert, ob die Menschen, die auf dem Schlossplatz in Stuttgart die Sonne genießen, genug Abstand zueinander halten.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Während in ganz Deutschland über weitere Lockerungen des Corona-Lockdowns diskutiert wird, steigt die Zahl der Neuinfektionen weiter an. Auf Stuttgart könnte eine dritte Welle zurollen, warnen Experten.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich erneut weiter aus: Die Inzidenzen im Südwesten steigen fast in jedem Landkreis an - und das, obwohl erst am Wochenende Lockerungen ab dem 8. März entschieden wurden. Während man als Auswärtiger in Tübingen einen negativen Coronatest nachweisen muss, womit die Stadt Einkaufstourismus vermeiden will, kann in anderen Teilen des Landes bereits ohne große Hürden eingekauft werden.

Im Laufe der kommenden Woche öffnen in Stuttgart neben dem Handel wieder viele Museen, nachdem sie wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg mehrere Monate geschlossen bleiben mussten. Doch diese Öffnungen sind vom Inzidenzwert der Stadt abhängig. Steigt diese weiter an, könnten die Museen ihre Türen doch nicht öffnen und „Click & Meet“ im Einzelhandel wäre womöglich ebenfalls nicht mehr möglich.

Die Sorge über das Coronavirus in Baden-Württemberg wächst wieder - eine dritte Welle?

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wächst im Gesundheitsamt die Sorge über den neuen Anstieg beim Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Landeshauptstadt Stuttgart steuere derzeit rasant auf die dritte Corona-Welle zu. Es sei damit zu rechnen, dass bald Inzidenz-Werte erreicht werden könnten, wie man sie selbst in der zweiten Welle noch nicht erlebt habe.

Das Landesgesundheitsamt meldete am Dienstag eine besorgniserregende Entwicklung des Coronavirus in Baden-Württemberg: In Stuttgart gab es 71 Neuinfektionen und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 70,8 Fällen pro 100 000 Einwohner. Vor rund vierzehn Tagen sah das noch ganz anders aus: Damals lag der Wert noch bei knapp über 30 Fällen. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Stefan Ehehalt, forderte im Februar noch, dass sich Erkrankte mit Symptomen sich auf eigene Kosten testen lassen sollen. Nun äußerte er sich den Stuttgarter Nachrichten gegenüber nachdenklich: „Aktuell sind 36 Prozent aller gemeldeten Infektionen auf ein mutiertes Virus zurückzuführen“. Die Tendenz sei weiter steigend.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ausbreitung steigt wegen zunehmender Kontakte

Diese Entwicklung beim Coronavirus in Baden-Württemberg sei darauf zurückzuführen, dass der Wunsch nach mehr Kontakten und weiteren Öffnungen wachse. Einen Teil trage die erhöhte Ansteckungsgefahr sowie die beschleunigte Verbreitung des Virus dazu bei. „Nach realistische Prognosen ist in Stuttgart in der zweiten Aprilhälfte eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 möglich“, warnt Stefan Ehehalt. Das wäre mehr als bisher überhaupt in der zweiten Welle - ein erschreckendes Szenario. Echo24* berichtet, dass auch Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts, eine dritte Welle für wahrscheinlich hält. „Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, so Wieler.

Der bisherige Spitzenwert der zweiten Welle lag bei 170 Fällen im Dezember. Allerdings sei „die tatsächliche Entwicklung bereits gravierender als diese Prognose“, sagt Stefan Ehehalt. Man begleite die Öffnungen wohlwollend, betont der Amtsleiter. „Aber wir suchen in den nächsten Tagen das Gespräch mit dem Handel, um zu sensibilisieren und das Infektionsgeschehen beherrschbarer zu machen.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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