Nicht nach EU-Vorgabe

Baden-Württemberg kaufte für 6 Millionen Euro 600.000 Liter Desinfektionsmittel aus China, die unbenutzbar sind

Eine Person nutzt einen Spender für Desinfektionsmittel, um sich die Hände zu desinfizieren.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: 600.000 Liter Desinfektionsmittel aus China sind nicht einsetzbar (Symbolbild).
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Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg wurde der Vorrat an Desinfektionsmitteln knapp. Die Landesregierung bestellte 600.000 Liter in China - sie sind jedoch bis heute nicht einsetzbar.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hält das ganze Bundesland seit mehreren Monaten in Atem. Nachdem die Infektionszahlen immer weiter zurückgingen, traten weitreichende Lockerungen in Kraft. Seit dem 1. Juli ist sogar fast alles wieder erlaubt. Beständig wirksam blieben jedoch die Hygieneregeln und die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. Die Maskenpflicht soll am 30. September sogar noch verschärft werden. Inzwischen verbreitet sich das Virus wieder deutlich schneller.

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich über einen direkten Kontakt zwischen Menschen. Besonders zur Hochphase der Corona-Pandemie wurden Desinfektionsmittel in den Drogeriemärkten, Discountern und Apotheken immer knapper. Zeitweise war der Vorrat durch die Lieferprobleme und die hohe Nachfrage so gering, dass jeder Kunde nur noch ein Desinfektionsmittel pro Einkauf erwerben durfte. Die Landesregierung bestellte rund eine Millionen Flaschen aus China, kann sie jedoch bis zum heutigen Tag nicht benutzen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Desinfektionsmittel aus China entspricht nicht den EU-Vorgaben

Um die Hygienestandards zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg aufrecht zu erhalten, bestellte die Landesregierung bereits vor fast einem halben Jahr 600.000 Liter Desinfektionsmittel in China. Die englischsprachigen Kennzeichnungen auf den Flaschen entsprächen jedoch nicht den EU-Vorgaben, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart am Freitag der Stuttgarter Zeitung. Deshalb könne das Mittel bis zum heutigen Tag nicht verwendet werden. Zu dem Kaufvertrag über knapp 6,3 Millionen Euro müssten die Flaschen noch mit neuen Etiketten mit deutschem Warnhinweis versehen werden, was weitere noch nicht absehbare Kosten mit sich bringe.

Die Landesregierung kündigte an, für den Mehraufwand von dem chinesischen Handelspartner und einer Prüffirma Schadenersatz verlangen zu wollen. Das Desinfektionsmittel war laut einem Bericht ursprünglich für Arztpraxen und Krankenhäuser vorgesehen, an denen zu Beginn der Pandemie wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg besondere Knappheit herrschte, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag berichtete.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landesregierung will Desinfektionsmittel an Schulen verteilen

Nach der Etikettierung der gut eine Million Flaschen Desinfektionsmittel erwägt die Landesregierung nach Angaben der dpa eine Verteilung an Schulen im Bundesland. Dazu sei man aktuell mit dem Kultusministerium im Gespräch, sagte der Sprecher. Nur wenige Tage nach den Sommerferien gab es an einigen Schulen neue Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Nach einem Corona-Ausbruch an Schulen und Kita in Karlsruhe und Pforzheim mussten sich 100 Menschen in Quarantäne begeben.

Nach einer privaten Party in Dettingen (Kreis Reutlingen) steigen die Zahlen der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Inzwischen sind 550 Personen in Quarantäne. Eine Schule in Friedrichshafen (Bodenseekreis) musste dagegen wegen mehrerer Fälle für eine Woche wieder komplett schließen - nur wenige Tage nach Schulbeginn.

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