Daimler AG

„Einzigartiges Pilotprojekt“ - Daimler hat ein Fahrzeug speziell für die Coronakrise gebaut

Ein Daimler-Arbeiter befestigt im Mercedes Werk in Sindelfingen einen Mercedes-Stern an einem Fahrzeug der S-Klasse.
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Ein Daimler-Arbeiter befestigt im Mercedes Werk in Sindelfingen einen Mercedes-Stern an einem Fahrzeug der S-Klasse.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht Ausnahmezustand. So sorgte der Transport von beatmeten Covid-19-Patienten für Probleme. Die Daimler AG lieferte die Lösung.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich immer weiter aus und die Krankenhäuser bereiten sich auf den großen Ansturm vor.
  • Wenn alle Beatmungsgeräte auf einer Intensivstation belegt sind, müssten Patienten zu einer anderen Klinik transportiert werden, die noch freie Beatmungsplätze hat. Für den Transport von Intensivpatienten gibt es spezielle Fahrzeuge. Doch nicht sehr viele.
  • Der Geschäftsführer des DRK Heidenheim-Ulm hatte eine geniale Idee - die Daimler AG setzte sie in Rekordzeit um.

Stuttgart/Ulm - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich immer weiter aus. Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte das Virus einen „übermächtigen Gegner“ und warnte vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie. Das war nach seinem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in Ulm.

Während das Klinikum Stuttgart Schutzschilde gegen das Coronavirus von einem Start-up aus Reutlingen kauft, um Ärzte und andere Klinikmitarbeiter vor Ansteckung zu schützen, macht man sich in Ulm Gedanken über die mögliche Überlastung der Intensivstationen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ulm bereitet sich auf Transporte von Intensivpatienten vor

Wenn auf einer Intensivstation keine Beatmungsplätze mehr frei sind, müssen Covid-19-Patienten in Baden-Württemberg zu anderen Kliniken gebracht werden, die noch ungenutzte Beatmungsgeräte haben. Doch wie soll man diese schwer kranken, mit dem Coronavirus infizierten Menschen, transportieren?

Dafür gibt es Intensivtransportwagen, die speziell für den Transport intensivpflichtiger Patienten von Krankenhaus zu Krankenhaus ausgestattet sind. In Ulm werden die Intensivtransportwagen vom ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) und DRK (Deutsches Rotes Kreuz)gemeinsam betrieben. David Richter, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdiensts Heidenheim-Ulm, dachte darüber nach, wie man die Transportkapazitäten für Intensivpatienten die mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert sind, erhöhen könnte und hatte eine geniale Idee: Man könnte einen Linienbusse zu Intensivtransportwagen umbauen.

Dailmer AG baut innerhalb von 30 Tagen den größten Intensivtransportwagen in ganz Deutschland

Der Großraum-Intensivtransportwagen der Daimler AG bietet Platz für vier voll ausgestattete Intensivbetten.

12 Mitarbeiter von Daimler Trucks and Buses rüsteten innerhalb von drei Wochen einen Überland-Linienbus zum größten Intensivtransportwagen von ganz Deutschland um. Die 45 Sitz- und 40 Stehplätze wichen mit vier vollständig ausgestatteten Intensivplätzen mit Beatmungsgeräten, Überwachungsmonitoren, einem Sonographiegerät und einem Blutgasanalysegerät. Es gibt Stauraum für Medikamente, Pflegeutensilien, zusätzliche Sauerstoffgeräte und Schutzkleidung, um die Ärzte und Sanitäter aus Baden-Württemberg vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. 

Auch von Außen ist der Daimler Bus jetzt mit dem DRK-Logo und Farben versehen - inklusive Blaulicht und Signalhorn. Die Fahrten werden von zwei Intensivmedizinern aus dem Universitätsklinikum Ulm betreut. Mit an Bord sind zudem drei Notfallsanitäter und zwei Rettungssanitäter des DRK Heidenheim-Ulm.

Bürgermeister Gunter Czisch: Einzigartiges Pilotprojekt mit Beteiligung der Stadtwerke Ulm

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm in Baden-Württemberg stellen die Busfahrer und sorgen für die Unterbringung und technische Wartung des Fahrzeugs. Die Fahrer sind durch eine Wand vom Patientenraum getrennt, die Lüftungsanlage wurde entsprechend angepasst, sodass sie nicht mit dem Coronavirus in Kontakt kommen. Nach dem Transport kann der Patientenraum durch ein Vernebelungsgerät desinfiziert werden. Der Oberbürgermeister von Ulm, Gunter Czisch (57, CDU) sagte: „Wir können stolz sein, vertreten durch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, an diesem bislang einzigartigen Pilotprojekt beteiligt zu sein.“ Die Daimler AG stellte später einem Unfallforscher mehrere Lastwagen zur Verfügung, um die Sicherheit von Kreuzungen zu testen. Das Ergebnis war katastrophal.

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