Mindestens 25 Infizierte

„Lockdown für alle“ droht: Kroatien-Rückkehrer besuchen Party in Stuttgart und verbreiten Coronavirus

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. Rückkehrer aus dem Kroatien-Urlaub gingen in Stuttgart auf eine Geburtstagsparty in einem Club - und steckten mehrere Gäste an.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus derzeit aber wieder an.
  • Nach einem Urlaub in Kroatien verbreiteten acht Infizierte das Coronavirus auf einer Geburtstagsparty in einem Club in Stuttgart.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) verbreitet sich inzwischen langsamer als zu Beginn der Corona-Pandemie, es stellt jedoch noch immer eine Bedrohung für die Gesundheit dar. Die Landesregierung lockerte die Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus* immer weiter. Die Sorge wächst, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* wieder an.

Seit Anfang Juli ist trotz Coronavirus nahezu alles wieder erlaubt*, darunter auch größere Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und Reisen ins Ausland - wenn auch unter bestimmten Hygieneauflagen, um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* kontrollieren zu können. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen, viele davon an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart* waren zuletzt mehrere Schulen und Kitas betroffen. Auch Reiserückkehrer schleppen das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder ein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kroatien-Rückkehrer steckten in Club in Stuttgart mehrere Partygäste einer Geburtstagsfeier an (Symbolbild).

Die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* sind auch auf Corona-Ausbrüche in einzelnen Gemeinden und Landkreisen zurückzuführen. Der Kreis Göppingen war schon mehrfach von Neuinfektionen betroffen. Nach einer Abifahrt nach Kroatien schleppten Teilnehmer das Coronavirus in Baden-Württemberg ein*. Nach Angaben des Landratsamts sind bereits zwölf der 14 Urlauber aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen infiziert.

Coronavirus in Baden-Württemberg von Reiserückkehrern aus Kroatien eingeschleppt und in Stuttgart verbreitet

Nun haben erneut Reiserückkehrer aus Kroatien andere Menschen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Acht Personen hatten sich in der kroatischen Partyhochburg Novalja auf der Insel Pag angesteckt und anschließend eine private Geburtstagsfeier in einem Club in Stuttgart mit rund 40 Gästen besucht. Dabei hätten sie mindestens 16 weitere Personen infiziert, sagte ein Sprecher der Stadt Stuttgart nach Angaben des SWR am Mittwoch. Darüber hinaus sei eine weitere Kontaktperson, die nicht auf der Party war, positiv auf das Coronavirus in Stuttgart* getestet worden.

Laut Sprecher sei die Gruppe im Juli nach Kroatien gereist und habe das Coronavirus in Baden-Württemberg weiter verbreitet. Die Personen sollen Ende 20 sein und wurden positiv auf das Virus getestet. Es sei davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburtstagsparty in einem Stuttgarter Club am 1. August noch nichts von ihrer Infektion wussten.

Nach Angaben der Stadt Stuttgart kann sich die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg noch erhöhen. Derzeit würden noch weitere Kontaktpersonen ermittelt und Ergebnisse der Corona-Tests abgewartet. Etwa die Hälfte der bislang rund zwei Dutzend Infizierten kommt aus Stuttgart, die andere aus dem Umland. Es handele sich um einen extrem sorglosen Umgang mit der Corona-Pandemie. „Wir leben in einer Pandemie, das Virus macht keinen Urlaub. Die Lockerheit Einiger kann zu einem Lockdown für Alle führen“, sagte Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Martin Schairer.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Stuttgart will Clubszene strenger auf Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren

„Im Gesundheitsamt fühlt man sich an Ischgl erinnert“, sagte ein Sprecher der Stadt Stuttgart laut der Deutschen Presse-Agentur. Die österreichische Region war ähnlich wie Kroatien zunächst nicht als Risikogebiet klassifiziert und viele reisten im Frühjahr dort hin - und infizierten sich. „Jetzt haben wir ein Déjà-vu. Kroatien wird erkennbar zum Hotspot“, sagte der Sprecher. Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten, muss sich die Clubszene in Stuttgart nun auf schärfere Kontrollen einstellen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor. Darin wird angekündigt, dass Stadt und Polizei strenger prüfen, ob die Corona-Auflagen eingehalten werden. Auch Kontrollen seien geplant.

Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem steigt auch die Zahl der Personen, die sich im Ausland anstecken, wieder an. Auch in Serbien scheint das Risiko besonders hoch zu sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren*. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten veranlasst. Ministerpräsident Winfried Kretschmann* verzichtet wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in diesem Jahr aus Urlaub im Ausland - und rät auch Bürgern davon ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er. Verboten sei es zwar nicht, aber in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg könne man laut Ministerpräsident Kretschmann einfach im Land bleiben* und müsse nicht in der Welt herumreisen.

Inzwischen stößt der Südwesten aufgrund der großen Anzahl an Reiserückkehren mit Tests an Grenzen. Die Corona-Tests bringen Baden-Württemberg in Bedrängnis.* Denn weil inzwischen so viele Menschen vorsorglich getestet werden, kommen die Labore mit ihren Kapazitäten kaum noch hinterher. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Picture Alliance / obs / Alltours

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