Corona-Warn-App

Angst vor Corona-Warn-App: Viele Deutsche unterliegen einem kollossalen Trugschluss

Ein Smartphone zeigt die Corona-Warn-App, die am 16. Juni veröffentlicht wurde.
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Die Corona-Warn-App, die von SAP und Telekom entwickelt wurde.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist eine unsichtbare Gefahr. Die Corona-Warn App der Bundesregierung steht seit dem 16. Juni zum Download bereit und soll Schutz bieten. Viele befürchten die Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten und des Standorts.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist eine unsichtbare Gefahr. Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll nun den Kontakt mit Infizierten aufzeigen.
  • Die App steht seit dem 16. Juni zum Download bereit. Die Installation ist freiwillig, große Teile der Bevölkerung befürchten die Angabe ihrer persönlichen Daten.
  • Der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V., Roland Sing rief am Dienstag in Stuttgart zur Mithilfe auf.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg stellt noch immer eine Gefahr dar. Die Corona-Warn-App der Bundesregierung steht seit dem 16. Juni zum Download zur Verfügung. Ziel der App ist es, Nutzer bei Kontakt zu Corona-Infizierten frühzeitig zu warnen.

Die Corona-App soll helfen, eine weitere Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu verhindern. Doch es gibt auch Kritiker der neuen App. Viele Menschen sorgen sich um ihre persönlichen Daten und befürchten, von der Corona-Warn-App ausspioniert zu werden. Doch hinter dieser Angst steckt ein Trugschluss.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was macht die Corona-Warn-App?

Die Verbraucherzentrale bezeichnet die Corona-Warn-App als „wichtigen Baustein“ im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Im Auftrag der Bundesregierung entwickelten das Softwareunternehmen SAP und die Telekom-Tochter T-Systems die App. Ursprünglich planten die Unternehmen, die Warn-App bereits im April zur Verfügung zu stellen.

Nach vielen Diskussionen und Programmierstunden steht die Corona-Warn-App ab dem heutigen Dienstag zum Download bereit. Die Sorge einiger, dass die App Nutzer ausspionieren könne, ist unbegründet. Denn es handelt sich nicht um eine sogenannte Tracking-App, sondern um eine Tracing-App. Laut der Verbraucherzentrale erfasst eine Tracing-App den Standort einzelner Nutzer nicht, sondern verfolgt die Begegnungen. Die Tracing-App protokolliert Kontaktketten von Corona-Infizierten und warnt die Nutzer vor einem möglichen Infektionsrisiko.

Die Ermittlung der Kontakte funktioniert nur, wenn die Kontaktpersonen die Corona-Warn-App auf ihrem Smartphone installiert haben. Sollte ein Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt positiv auf das Coronavirus in Baden-Württemberg getestet werden, können andere Nutzer, die sich in ihrer Nähe aufgehalten haben, durch die App informiert werden - auf freiwilliger Basis. Laut der Verbraucherzentrale speichert die Corona-Warn-App die Daten nur auf dem jeweiligen Smartphone und nicht etwa auf einem Server.

Corona-Warn-App: Unterschied zwischen Tracing- und Tracking-App und Datensicherheit

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung nutzt die Bluetooth-Technologie. Die Verwendung von Bluetooth ist laut Verbraucherzentrale der wesentliche Baustein von Tracing-Apps. Eine Tracking-App verwendet dagegen GPS oder das Mobilfunknetz und kann somit auch auf Standort und persönliche Daten des Nutzers zugreifen. Die App erfasst nur, ob ein relevanter Kontakt mit jemandem stattgefunden hat, der sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert hat. Wo der Kontakt stattfand, wird nicht aufgezeichnet.

Durch die Bluetooth-Technologie ist die Corona-Warn-App datenschutzfreundlich. Über die Tracing-App ist eine Identifikation der infizierten Nutzer nahezu unmöglich. Das jeweilige Smartphone eines Nutzers generiert per Zufall einen Zahlenwert. Dieser Wert ändert sich alle paar Minuten. Laut der Verbraucherzentrale sind Rückschlüsse auf bestimmte Personen damit nahezu ausgeschlossen.

Corona-Warn-App: Auch in Stuttgart wird zur Mithilfe aufgerufen

Nach Angaben der Verbraucherzentrale bezeichnen Experten die digitale Lösung als wichtiges Instrument bei der Bekämpfung des Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Experten sind der Meinung, dass die Tracing-App nur helfen kann, wenn möglichst viele sie nutzen. Diese Meinung vertritt auch Roland Sing, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V.. „Wir begrüßen die Corona-App“, sagte der VdK-Chef am Dienstag in Stuttgart. Gleichzeitig rief Sing auch zur Mithilfe auf. Er hoffe, dass sich möglichst viele Bürger und Bürgerinnen beteiligen und die Corona-Warn-App freiwillig installieren und auch verwenden, sagte er laut einer Pressemitteilung des VDK Baden-Württemberg e.V..

Die Corona-Warn-App stand schon von Anfang an, im Zentrum abstruser Verschwörungstheorien. So spekulierten jüngst Twitter-Nutzer, ob eine massive Telekom-Störung in Stuttgart am Dienstag mit dem Start der Corona-App. in Verbindung steht. Die Telekom war an der Entwicklung der Corona-Warn-App beteiligt. Auf Anfrage von BW24 sagte ein Sprecher der Telekom, dass definitiv keine Verbindung zu den Störungen bestehe.

Baden-Württemberg Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in einem Interview jetzt die Bedeutung der Corona-Warn-App unterstrichen. „Diese Tracing-App erleichtert die Nachverfolgung, wenn es zu einer Ansteckung kommt", sagte Winfried Kretschmann dem SWR. Gleichzeitig gab Winfried Kretschmann zum Schutz vor dem Coronavirus einen zweifelhaften Tipp.

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