Corona-Lockerungen

Baden-Württemberg reagiert auf Ende des Lockdowns in Thüringen

  • Lisa Schönhaar
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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es bereits zahlreiche Lockerungen. Thüringens Ministerpräsident Ramelow will bald alle Beschränkungen aufheben - doch Baden-Württemberg wird dem Vorstoß nicht folgen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich weniger schnell als vor einigen Wochen und die Zahl der von Covid-19 genesenen Menschen nimmt zu.
  • Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat deshalb Lockerungen für einige Bereiche des Alltags beschlossen, viele Hygieneauflagen gelten jedoch nach wie vor.
  • Der Ministerpräsident von Thüringen will nun Anfang Juni alle Corona-Beschränkungen aufheben - doch Baden-Württemberg macht deutlich, diesem Vorstoß nicht zu folgen.

Stuttgart - Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg langsamer verbreitet als noch vor einigen Wochen, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg weitreichende Lockerungen für viele Bereiche des Alltags beschlossen. Dennoch gelten weiterhin Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen zum Schutz vor Covid-19.

Nach dem Willen von Thüringens Ministerpräsident Ramelow sollen die Corona-Beschränkungen in seinem Land schon Anfang Juni aufgehoben werden. Zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg will die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann diesem Beispiel allerdings nicht folgen. Die Länder seien sehr unterschiedlich von dem Virus betroffen, was im gewissen Rahmen auch zur unterschiedlichen Handhabung der Maßnahmen führe, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Stuttgart zur Deutschen Presse-Agentur (dpa). Lockerungspläne wie in Thüringen kämen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit nicht in Betracht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen der Maßnahmen im Land mit Umsicht

In Baden-Wuerttemberg gelten wegen des Coronavirus trotz Lockerungen weiterhin Hygieneauflagen wie die Maskenpflicht - Thüringen will diese abschaffen.

„Wir lockern die Maßnahmen stetig, aber Schritt um Schritt und mit Umsicht“, sagte der Regierungssprecher zur dpa. Die Lockerungen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg in den kommenden Wochen folgen einem Stufenplan, der durch ein Ampelsystem gegliedert wird. Dieses System weist den öffentlichen Bereichen je nach Infektionsgefahr eine bestimmte Ampelfarbe zu. Hellgrün sind jene Bereiche, in denen die Gefahr, sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zu infizieren, als überschaubar eingeschätzt wird. Rot kennzeichnet die Bereiche, in denen die Infektionsgefahr am höchsten ist und für die bislang kein Konzept zum Infektionsschutz vorliegt. Nach wie vor gelten jedoch Hygienevorschriften, wie die Anfang April in Baden-Württemberg eingeführte Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

In Thüringen sollen Ramelow zufolge landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen - die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg auf unbestimmte Zeit in Kraft bleiben - dagegen ab Juni abgeschafft werden. Ab dem 6. Juni wolle er den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stünden, sagte Ramelow laut dpa den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen. An die Stelle der landesweiten Vorgaben sollen dann nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Stufenplan regelt schrittweise Lockerungen im Land

Nach heftiger Kritik an Ramelows zügigen Lockerungsplänen - Bayerns Ministerpräsident Söder nannte sie „unverantwortlich“ - ruderte dieser mittlerweile zurück und sagte, er stelle nicht den Infektionsschutz vor dem Coronavirus an sich in Frage. Zudem sei sein Vorstoß kein Aufruf zur Leichtfertigkeit. Ramelow will wegen landesweit niedriger Ansteckungszahlen von Anfang Juni an vor allem auf Gebote statt Verbote setzen. Winfried Kretschmann plädiert dagegen, wie sein bayrischer Amtskollege, angesichts der weiteren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin für möglichst verbindliche und überregional geltende Anordnungen, wie sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet.

Der Stufenplan der Landesregierung für weitere Lockerungen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg umfasste auch die Öffnung von Restaurants, Fitnessstudios und Kosmetiksalons. Für große Veranstaltungen wie den Canstatter Wasen in Stuttgart sieht es wegen Covid-19 allerdings weiterhin schlecht aus. Auch Musikfestivals und große Konzerte werden auf unbestimmte Zeit nicht stattfinden können. Einen anderen Ansatz hat das Ketscher Backfischfest bei Mannheim gewählt. Die Veranstalter haben das Volksfest zunächst von Ende August auf Ende September verschoben. Zu der Veranstaltung kommen jedes Jahr über 150.000 Besucher.

In einer Regierungserklärung Ende April hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg auf einen langen Alltag mit Covid-19 vorbereitet. In seiner Ansprache sagte Kretschmann, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben, was noch viele Monate dauern könne. Bis dahin müsse man noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen - auch bei weiteren Lockerungen.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist seit dem 16. Juni verfügbar. Viele Deutsche unterliegen einem fatalen Trugschluss. Sie fürchten um die Angabe ihrer persönlichen Daten und des Standorts. Die Tracing-App erfasst jedoch nur relevante Kontakte und nicht den Standort der Begegnung.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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