Harte Regeln für Baden-Württemberg

Schock für Corona-Hotspots: Landesregierung verhängt Ausgangssperren in vielen Städten

Nach dem Auflösen der illegalen Party in Offenbach versiegelte die Polizei die Räume des Veranstalters. (Symbolbild)
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Städten in Baden-Württemberg, deren 7-Tage Inzidenz die Marke von 200 überschreitet, müssen mit harten Maßnahmen rechnen.
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat vor allem einige Städte und Landkreise besonders im Griff. Nun hat die Regierung für Hotspots Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Update vom 3. Dezember, 15:09 Uhr: Es hat eine Weile gedauert, bis man sich darauf geeinigt hat, welche Strategie man in Städten und Landkreisen verfolgen will, die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg zu einem Hotspot für Infektionen geworden sind. Nun ist die Entscheidung gefallen. Die wohl härteste Konsequenz, die viele schocken dürfte: In den Hotspots in Baden-Württemberg gibt es künftig Ausgangsbeschränkungen.

Bürger dürfen hier zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens nur noch mit triftigem Grund das Haus verlassen, wie die Landesregierung Baden-Württemberg am Donnerstag verkündete. Als Hotspots gelten alle Städte und Regionen, deren 7-Tage-Inzidenz die bei mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Betroffen sind derzeit von den Ausgangsbeschränkungen dann (Stand 3. Dezember) Lörrach, der Schwarzwald-Baar-Kreis, Tuttlingen, Pforzheim, Heilbronn und Mannheim. Die Landeshauptstadt Stuttgart ist derzeit nicht von solchen Maßnahmen betroffen. Hier liegt die Inzidenz derzeit bei 134.

Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen gibt es nur wenige, etwa für medizinische Notfälle oder den Weg zur Arbeit. Alles weitere solle noch in einem Erlass geregelt werden.

Erstmeldung: Stuttgart/Pforzheim - Zwar steigen die Zahlen nicht mehr so rasant wie Anfang Oktober, aber von Entspannung kann derzeit auch keine Rede sein: Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind nach wie vor hoch. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut an diesem Dienstag bei 134 für das gesamte Bundesland. Im Vergleich zum Vortag sind am Dienstag 1.401 neue Infektionen mit dem Coronavirus hinzugekommen.

Für die Wirtschaft hat das Coronavirus in Baden-Württemberg bereits jetzt fatale Folgen. Und noch immer ist die Lage angespannt - vor allem in einigen Städten und Landkreisen sieht die Situation derzeit düster aus. Alle Stadt- und Landkreise haben die noch vor Monaten kritische Marke von einer Inzidenz von 50 längst gerissen - manche davon liegen inzwischen bei mindestens 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Sechs Städte und Landkreise sind in Baden-Württemberg aktuell von solch einer hohen Infektionszahl betroffen.

Coronavirus verbreitet sich in Baden-Württemberg: In diesen Städten und Kreisen drohen Ausgangsbeschränkungen

  • Kreise Lörrach
    Schwarzwald-Baar-Kreis
    Tuttlingen
    Pforzheim
    Heilbronn
    Mannheim

Diese Städte und Landkreise in Baden-Württemberg sind inzwischen zu Corona-Hotspots geworden, die die Politik mit größter Sorge sieht. Auch wenn wegen des Coronavirus hier bereits zu Verboten und Maßnahmen gegriffen wurde - wie überall im Land auch - scheinen sie nicht auszureichen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Drastische Maßnahmen für Hotspots - bis hin zu Ausgangsbeschränkungen

Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg plant deshalb einschneidendere Maßnahmen für solche Hotspots, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen bei mehr als 200 liegt. Auch über Ausgangsbeschränkungen wird disktuiert.

So sieht der Plan vor, dass sich öffentlich nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf. Sozialminister Manfred Lucha ergänzt, dass es dann auch ein grundsätzliches Veranstaltungsverbot geben soll. Ausnahmen gäbe es womöglich nur noch für religiöse Veranstaltungen und Gerichtstermine.

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es in unserem Ticker.

Aber noch mehr Einschränkungen, die auch an den ersten Lockdown im Frühjahr erinnern, soll es geben: Friseursalons und Sonnenstudios müssen in den Corona-Hotspots schließen. Wer ins Krankenhaus zu Besuch will oder in eine Pflegeeinrichtung, muss zuvor einen Antigentest machen oder eine FFP2-Maske tragen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ausgangsbeschränkungen in mehreren Städten und Landkreisen

Das Thema Ausgangsbeschränkungen dagegen erhitzt weiter die Gemüter und wird diskutiert. Nach einem Entwurf des Sozialministeriums sollen die Bürger ihre Wohnung in den Hotspots nur noch „bei triftigen Gründen“ verlassen. Nach draußen gehen wäre demnach dann nur noch möglich, wenn man zur Arbeit muss, in die Schule, zum Einkaufen oder zum Arzt. Auch Sport soll weiterhin möglich sein.

Wann die geplanten Sondermaßnahmen für die Corona-Hotspots in Baden-Württemberg in Kraft treten sollen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bisher noch nicht. Man werde sich aber zügig einigen.

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