„Auf den Boden!“

Mit gezogenen Waffen: Polizisten verfolgen 17-Jährigen bei nächtlicher Corona-Kontrolle

Ein Polizeiauto fährt mit Blaulicht durch die Nacht.
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Ein Streifenwagen verfolgte in Stuttgart einen 17-jährigen Corona-Sünder.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Ausgangssperren wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wurden bisher streng kontrolliert. Wie die Polizei einen jungen Mann stellte, glich einem Actionfilm.

Stuttgart - Szenen wie aus einem Krimi spielten sich am Dienstagabend in der Landeshauptstadt Stuttgart ab. Kurz nach 22 Uhr war ein 17-Jähriger noch draußen unterwegs. Zwar gelten die Ausgangssperren ab sofort in Baden-Württemberg nur für Hotspots ab einer Inzidenz von 50, zu dem Zeitpunkt walteten jedoch noch strengere Regeln. Als die Polizei Stuttgart den Jugendlichen nahe des Olgaecks erblickte, eskalierte die Situation - wie ein Video im Netz dokumentiert. Der Streifenwagen rast die Olgastraße hoch in Richtung Charlottenplatz. Mit gezogener Waffe rennen zwei Polizisten dem jungen Mann hinterher. „Bleib stehen! Ich krieg dich!“, brüllt ein Beamter. „Auf den Boden!“

Quelle: 7 aktuell.de/Youtube

Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber BW24, dass es sich bei der gezeigten Situation um eine Kontrolle der Ausgangssperren wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg handelte. Kurz nach 22 Uhr habe jemand Anzeige gegen den jungen Mann erstattet, daraufhin sei die Polizeistreife am Olgaeck erschienen. Nachdem die Beamten dem 17-Jährigen quer durch die Innenstadt gefolgt waren, nahmen sie ihn in der Nähe des Landgerichts fest. „Der Mann hatte eine Tüte Marihuana bei sich“, so der Sprecher weiter.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Jugendlicher muss mit 75 Euro Bußgeld rechnen

Das Video, das die Website 7 aktuell.de veröffentlichte, rief auf Facebook geschockte Reaktionen hervor: „Mit gezogener Waffe bei einer Corona-Kontrolle? Es ist mittlerweile unfassbar, was das alles für Ausmaße annimmt“, kommentierte eine Nutzerin unter den Post von 7aktuell. „Die Beamten gehören sofort vom Dienst suspendiert.“ Ein anderer meinte: „Man kann es auch übertreiben. Wo bleibt das Augenmaß?“

Weil er die Ausgangssperre missachtete, droht dem Jugendlichen nun ein Bußgeld - voraussichtlich über 75 Euro, wenn man sich am Regelsatz orientiert. Außerdem muss er sich wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten, da er Marihuana besaß. Der Umstand, dass der Mann bei dem Einsatz flüchtete, könnte die Situation verschärft haben. Dennoch bleibt der Grund für ein derartiges Vorgehen der Polizei ungeklärt.

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