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Kein Fußball für Ungeimpfte: Im Stadion gelten bald harte Regeln - und das ist gut so

Die Spieler des VfB Stuttgart feiern nach dem Spiel ihren Sieg mit den Fans.
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Der VfB Stuttgart und andere Vereine im Südwesten wollen bald nur noch Geimpfte ins Stadion lassen.
  • Julian Baumann
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Maskenpflicht, Zuschauerbegrenzung, Unsicherheit: Fußballfans müssen aktuell deutliche Einschränkungen ertragen. Dass die 2G-Regel kommt, ist überfällig, sagt unser Autor.

Stuttgart - Aufgrund der Krise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg mussten Fans des VfB Stuttgart und anderer Fußballvereine im Südwesten lange darauf verzichten, ihre Vereine live anzufeuern. Auch jetzt kann man beispielsweise auf Youtube Clips aus dieser Zeit finden. Fußballspiele im leeren Stadion, ohne Fans, ohne Fahnen, ohne Stimmung, ohne Feeling. „Geisterspiele“ wurden die Matches in dieser Zeit nicht umsonst genannt. Seit einigen Monaten sind Spiele vor Publikum in der Mercedes-Benz Arena in Stuttgart wieder möglich. Das jedoch nur mit deutlichen Einschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen, die inzwischen eigentlich unnötig sind.

In Baden-Württemberg sollen Einschränkungen wie die Maskenpflicht und der Mindestabstand in Restaurants, im Kino oder auch bei Konzerten schon bald nicht mehr nötig sein. Zumindest für Geimpfte und Genesene, die unter die sogenannte 2G-Regel fallen. Bürger, die sich weiterhin gegen eine Corona-Impfung entscheiden, gehen dann meist leer aus, denn mit einem Test lässt sich dann auch keine Freiheit mehr erkaufen. Auch im Fußballstadion nicht - und das ist absolut richtig so. Wer sich gegen die Impfung entscheidet, kann das selbstverständlich tun. Im Stadion hat derjenige dann aber nichts mehr verloren.

Regelung im Fußballstadion: Fans sollen wegen Impfverweigerern mit Einschränkungen leben

Der VfB Stuttgart beendete die Spielzeit, die coronabedingt ohne Zuschauer ablief, Ende Juli mit einem Hammer. Zum Testspiel gegen den FC Barcelona (ohne Lionel Messi, aber noch mit Antoine Griezmann) waren 25.000 Zuschauer zugelassen. Eine Zahl, die man sich auch heute nur noch schwer vorstellen kann. 25.000 Menschen? In einer Arena? Einlass bekamen an diesem Tag sowohl Geimpfte und Genesene, aber auch Besucher mit einem negativen Testergebnis. Dementsprechend musste man bereits einige Zeit vor dem Anpfiff am Stadion sein, weil die Kontrollen der Testergebnisse (richtiges Datum, nicht zu alt, richtige Angaben) lange dauerten.

Seit diesem denkwürdigen Spiel gegen „Barça“, das der VfB zwar deutlich, aber nicht kampflos, verlor, fanden einige weitere Spiele in der Heimstätte statt. Die Stimmung ist zwar im Vergleich zu den zurückliegenden „Geisterspielen“ wieder deutlicher vorhanden, noch aber nicht wie zuvor. Das liegt eben daran, dass wir uns noch immer in einer Pandemie befinden, oder? Nein, das liegt auch daran, dass ein paar „Fans“ trotz umfassender Angebote noch immer nicht bereit für den Pieks sind - oder einfach Angst davor haben. Aufgrund dieser Menschen müssen die anderen Anhänger der Fußballvereine ebenfalls Einschränkungen hinnehmen, Maske tragen, Abstand halten. Ein Ausschluss der Impfverweigerer ist nicht nur nötig, sondern überfällig!

Nur Geimpfte ins Stadion: Wer sich weiter gegen die Spritze entscheidet, hat Pech gehabt

Der VfB Stuttgart hat sich so gut wie entschieden: keine Maskenpflicht mehr im Stadion, keine Zuschauerobergrenze und kein Einlass für Ungeimpfte. „Der VfB und seine Fans sehnen ein volles Stadion herbei“, sagte Kommunikationschef Tobias Kaufmann der Deutschen Presseagentur (dpa). „Skandal! Ausgrenzung! Nazi-Regelungen!“ hört man schon einige Impfverweigerer schreien. Dabei ist ein Besuch im Stadion weder notwendig noch überlebenswichtig. Wer sich gegen die Impfung entscheidet, hat dann schlicht Pech gehabt. Eine Schutzimpfung gegen ein gefährliches Virus ist nicht zu viel verlangt.

Liebe Impfverweigerer: Bleibt zu Hause und schaut die Spiele auf eurem Bildschirm. Dafür braucht ihr keine Impfung und noch nicht mal einen Test. So hindert ihr auch die übrigen Fußballfans nicht daran, im Stadion das Spiel zu genießen. Mit der 2G-Regel muss man nicht mehr im gesamten Stadion, außer auf den festgelegten Sitzplätzen, Maske tragen. Es können wieder mehr Zuschauer rein - was natürlich auch dem Verein zugutekommt - und man kann sich sicher sein: Die Menschen um mich rum, die mir gerade mit voller Lautstärke und aus direkter Nähe ins Gesicht schreien, haben einen Impfschutz - oder eine Infektion bereits überstanden.

Entscheidung des VfB Stuttgart ist richtig - wo bleibt die „Unity“ im Fußball?

Nur noch Geimpfte und Genese einzulassen, das ist natürlich keine Erfindung des VfB Stuttgart. Manche Wirte in der Landeshauptstadt haben eine solche Regelung bereits eingeführt, andere verzichten lieber darauf - aus Angst vor den Folgen. Ein Wirt aus Stuttgart lässt Ungeimpfte nur noch draußen sitzen. „Ich bin einfach der Meinung, dass es gegenüber jungen Menschen und Kindern nicht fair ist, dass man sich nicht impft“, sagte der Betreiber als Begründung. Genauso wenig fair ist es gegenüber den vielen Fußballfans, wenn wenige sich nicht impfen lassen und trotzdem ins Stadion wollen. Beim Stuttgarter „Ochs‘n Willi“ sitzen Ungeimpfte künftig draußen, das müssen die ungeimpften Fans des VfB Stuttgart in Zukunft auch. Die 2G-Regel im Fußballstadion ist die richtige Entscheidung des VfB.

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