Großer Bedarf

dm macht bei Corona-Schnelltests Rückzieher - Aldi und Lidl waren schneller

Eine Kundin betrachtet bei dm ein Produkt, daneben befüllt eine Hand einen Schnelltest
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Die Drogeriekette dm rudert beim Verkauf von Corona-Selbsttests überraschend zurück
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Drogeriekette dm verkauft nun doch keine Schnelltests. Unabhängig davon starten im März in 250 dm-Filialen Corona-Testzentren. Weitere Supermarktketten steigen in den Verkauf ein.

Update vom 12. März, 10:16 Uhr: Die Drogeriekette dm wollte eigentlich schon vor Aldi, Lidl und Rossmann Corona-Schnelltests in ihren Märkten verkaufen. Doch die Pläne der Drogerie wurden von Lieferengpässen durchkreuzt. Anstatt vor Ort können die Selbsttests nun ausschließlich online bestellt werden, wie dm in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Im Onlineshop waren die Tests bereits am Morgen des Verkaufsstarts am 12. März ausverkauft. Unabhängig davon sollen bereits Mitte März wie angekündigt Testzentren in 250 dm-Filialen starten, in denen sich Bürger von geschulten Mitarbeitern kostenlos auf Corona testen lassen können. Im Gegensatz zu den Selbsttests handelt es sich dabei um Point of Care Antigen-Schnelltest (PoC), der nur von Fachpersonal durchgeführt werden kann. Bei einem negativen Ergebnis erhalten die Getesteten ein Zertifikat, das in Pflegeheimen, Schulen oder kulturellen Einrichtungen vorgelegt werden kann.

Wer in den dm-Testzentren ab der zweiten Märzhälfte einen Termin buchen möchte, hat über eine Erweiterung der „Mein dm-App“ die Möglichkeit dazu. Die Anzeige des Zertifikats bei einem negativen Corona-Test erfolgt ebenfalls über die App.

Corona-Schnelltests: Immer mehr Supermärkte steigen ins Geschäft ein - neben Aldi, Lidl und dm auch Kaufland und Rewe

Auch Aldi und Lidl konnten sich vor dem Ansturm auf die Schnelltests am ersten Verkaufstag kaum retten - innerhalb von Minuten waren sie restlos ausverkauft. Derweil steigen immer mehr Discounter und Supermärkte ins Geschäft ein:

HändlerVerkaufsstart
Aldi Süd6. März
Aldi Nord6. März
BudniMitte März
dm12. März (nur online)
Edekaca. 15. März
Kauflandca. 15. März
Lidl 6. März
Müllerca. 12. März
Netto Marken DiscountMitte März
PennyMitte März
ReweMitte März
Rossmann 10 März

Wer nach dem ersten großen Ansturm noch keinen Test ergattern konnte, hat bald noch mehr Auswahlmöglichkeiten. Denn neben Aldi, Lidl, dm, Rossmann und Müller nehmen bald auch Kaufland, Netto, Rewe und mehr den Verkauf auf. Seit Kurzem bieten auch Hausärzte und Apotheken kostenlose Corona-Schnelltests an.

Erstmeldung vom 25. Februar: Stuttgart/Berlin - Nachdem Corona-PCR-Tests bislang nur in speziellen Testzentren angeboten wurden, sollen einfachere Corona-Schnelltests schon in Kürze für jeden zugänglich sein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, dass solche Selbsttests für Laien noch im Februar auf den Markt kämen und dann frei verkäuflich sein sollen - übers Internet, in der Apotheke oder im Handel, beispielsweise in der Drogerie dm. Wer sich selbst testen möchte, könnte sich dann sogar bei Discountern wie Lidl oder Aldi mit diesen Tests auszustatten. Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg könnte dieser Schritt ein Schlüssel zum Erfolg sein. Aktuell stagnieren die Zahlen der Neuinfektionen eher, anstatt zu sinken.

Wie die Bundesregierung mitteilte, wurden aktuell Sonderzulassungen für drei Corona-Schnelltests erteilt, mit der sich auch Laien zu Hause ohne viel Aufwand auf Corona testen können. Dabei müssen Proben durch einen Abstrich aus dem vorderen Nasenbereich genommen werden. Eine Bedienungsanleitung liegt jedem Test bei. Schon nach 15 Minuten wird ein Ergebnis angezeigt. Die Maßnahme könnte den von vielen ersehnten Weg aus dem Lockdown in Baden-Württemberg ebnen.

Corona-Schnelltests für Zuhause hat höhere Fehleranfälligkeit als PCR-Test

Während beispielsweise der professionelle Schnelltest von Bosch, der angeblich sicherste Corona-Test der Welt, auf der Polyamerase-Kettenreaktion (PCR) basiert und damit in 100 Prozent der Fälle richtig liegt, sind die Laien-Schnelltests anfälliger für Fehler. „Daher sollte nach jedem positiven Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden“, heißt es vonseiten der Bundesregierung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet in nächster Zeit weitere Zulassungen von Corona-Schnelltests. „Corona gibt nicht einfach auf, aber wir haben Tag für Tag mehr Mittel, damit umzugehen und Testen leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, sagte der Gesundheitsminister am Mittwoch im Deutschen Bundestag. „Schnelltests können für mehr Sicherheit im Alltag sorgen“, betont Spahn zudem auf Twitter.

Schon sehr bald kommen die Schnelltests in den Handel. Nach Angaben von Bunte.de versicherten einige Supermarkt-Ketten, darunter Lidl, Aldi, Netto und Rossmann, dass sie die Tests in Kürze verkaufen wollen. Auch die beliebte Drogerie dm sagte gegenüber Bunte: „Wir sind schon seit Längerem intensiv mit verschiedenen Herstellern im Gespräch zu Corona-Schnelltests.“ Weil die Schnelltests für Laien zugelassen seien, werde das Unternehmen nun „alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, um schnellstmöglich entsprechende Produkte anbieten zu können“.

Der Vorstoß in Sachen Schnelltests dürfte auch die Politiker im Ländle erfreuen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte bereits an, die Coronatest-Strategie anzupassen, um schneller lockern zu können. „Testen, testen, testen“, lautet auch das Mantra der baden-württembergischen Kultusministerin und Landtags-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (CDU). Schon vor einigen Wochen forderte sie „anlasslose Schnelltests, um mittelfristig weitere Öffnungsschritte zu ermöglichen.“ Neben der Coronaimpfung in Baden-Württemberg sind die Schnelltests eine wichtige Waffe gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus.

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