Ärztechef fordert Aufhebung von Beschränkungen

Freiheiten für Geimpfte: Kretschmann unentschlossen - „Wie weit kann man gehen?“

Winfried Kretschmann gestikuliert vor einem Mikrofon.
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In der Diskussion über mögliche Freiheiten für Geimpfte stellt Winfried Kretschmann klar, dass hier viele Aspekte mit einbezogen werden müssen.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Debatte um mehr Freiheiten für Geimpfte beschäftigt Bund und Länder. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärt, dass die Entscheidung darüber nicht so einfach ist.

Stuttgart - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Montag über Rechte und Freiheiten für Geimpfte diskutiert. Noch haben sie keine Entscheidung getroffen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erklärte, dass der Gipfel zunächst eine „Vorberatung“ gewesen sei. „Die Beschlüsse werden wahrscheinlich erst in zwei, drei Wochen gefasst, wenn das Bundeskabinett dazu eine Entscheidung gefällt hat“, sagte er der Deutschen Presseagentur (dpa).

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg, Norbert Metke, ist dafür, coronabedingte Einschränkungen für Geimpfte aufzuheben. Wer gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft ist, soll mehr Freiheiten bekommen, so Metke gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Jedoch erst, „wenn wir eine nennenswerte Durchimpfung haben“, meinte er. „Es kann ja auch nicht sein, dass Geimpfte doppelt privilegiert werden - durchs Impfen und durch mehr Freiheit.“

Kretschmann zu Freiheiten für Geimpfte: „Komplizierte Frage, wie weit man gehen kann“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnt derweil, dass die Frage der Erleichterung für Geimpfte bei Corona-Vorschriften nicht so leicht zu regeln sei. „Es ist ja eine komplizierte Frage, wie weit man gehen kann“, sagte er am Montagabend nach dem Impfgipfel der dpa. Kernpunkt der Diskussionen sei gewesen, inwieweit man die Freiheitsrechte von vollständig Geimpften, die weder relevant ansteckend sind noch relevant anstecken können, noch genauso einschränken kann wie die Allgemeinheit.

Merkel und die Länderchefs haben in ihrem Gipfel eine Verordnung geplant, der nun Bundestag und Bundesrat zustimmen müssen. In dem Eckpunktepapier des Bundes steht, dass Geimpfe und Genesene etwa beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen wie Friseuren dieselben Ausnahmen bekommen, die für negativ Getestete gelten.

Die Bundesregierung beruft sich bei ihrer Entscheidung auf eine zentrale neue Erkenntnis des Robert-Koch-Instituts (RKI). Laut dem RKI geht von zweimal Geimpften 14 Tage nach der Impfung keine reelle Infektionsgefahr mehr aus.

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