Coronavirus in Baden-Württemberg

Fremdschäm-Alarm: Bei Corona-Demo in Stuttgart spielen sich peinliche Szenen ab - Falschinformation verbreitet

Teilnehmer einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Stuttgart
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Bei einer Demo in Stuttgart verbreitete sich eine Falschinformation - die Menge feierte
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt seit Montag die Maskenpflicht im Unterricht. Am Montag wurde dagegen in Stuttgart demonstriert - dabei wurde eine Falschinformation verkündet.

Stuttgart - Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg aktuell immer schneller verbreitet, herrscht im Südwesten höchste Warnstufe mit neuen Beschränkungen. Um zu verhindern, dass die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle weiter steigen, wurden etwa Esslingen und Stuttgart bereits zum Risikogebiet erklärt - in der Landeshauptstadt gilt unter anderem eine Maskenpflicht in der Innenstadt.

Die Regierung sah sich gezwungen, die Maßnahmen zum Infektionsschutz erneut zu verschärfen, um einen zweiten landesweiten Shutdown wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu verhindern. Dazu gehört unter anderem die Einführung einer Maskenpflicht im Unterricht. Aufgrund dieser regt sich jedoch abermals Widerstand. Bei einer Protestaktion demonstrierten die „Eltern für Aufklärung und Freiheit“, die zur Bewegung „Querdenken 711“ gehören, gegen die neuen Regeln.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Sprecher verkündet Falschmeldung bei Corona-Demo zur Maskenpflicht

Angemeldet waren für die Kundgebung vor dem Kultusministerium in Stuttgart 30 Teilnehmer, die sich für ein „Ende der Corona-Diktatur“ aussprachen. Weit mehr kamen jedoch, wobei nicht nur die Abstandsregeln, sondern auch die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg ignoriert wurden. Einer von ihnen: Stephan Bergmann, Pressesprecher von „Querdenken 711“ - unter anderem bekannt als „Der Mann im roten Shirt“ und für seinen Maori-Tanz während einer Corona-Demonstration in Stuttgart.

Von der Protestaktion gegen die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg kursieren derzeit Aufnahmen auf YouTube und Facebook. Sie zeigen unter anderem wie die Rede eines Sprechers spontan von Janko Williams unterbrochen wird, einem Mitglied des „Rechtsanwaltsteams“ der Bewegung. Dieser erklärt: „Achtung, Achtung, es erfolgt eine Durchsage. Wir haben gerade die neue Verordnung des Landes Baden-Württemberg gelesen. Und da steht drin, dass in Schulklassen keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden muss“.

Sofort bricht tosender Applaus und Jubel unter den Teilnehmern aus. Die Aufnahmen zeigen auch, wie sich Anwesende glücklich in die Arme fallen. Ein Sprecher erklärt die angebliche Verordnung zu einem „großen Erfolg“ der Demonstrierenden. Was zu diesem Zeitpunkt jedoch keiner weiß: Bei der Nachricht handelte es sich um eine Fehlinformation, die mutmaßlich ohne Absicht verkündet wurde. Denn: Die Maskenpflicht an Schulen zum Schutz gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg hat weiterhin Bestand.

Stuttgart: Nach Corona-Demo vor Kultusministerium kursiert Falschinformation Maskenpflicht an Schulen

Wie es zu dem Missverständnis kam, erklärt Janko Williams im Interview zu den „dramatischen Entwicklungen“ mit Stephan Bergmann in einem Video auf YouTube. In diesem heißt es, dass ihn eine Frau während der Kundgebung über eine neue Verordnung zum Coronavirus in Baden-Württemberg informiert habe.

„Und da stand tatsächlich drin, dass in den Klassenräumen während des Unterrichts keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Es gibt allerdings hier in Baden-Württemberg noch eine zweite Corona-Verordnung - die heißt extra die Schul-Corona-Verordnung“. Diese sei laut Janko Williams im Nachhinein jedoch aktualisiert worden. „Das heißt, die Politik verkauft uns bewusst für blöd“, so die Meinung des „Rechtsanwalts“, wie er sich auf seiner gelben Warnweste selbst bezeichnet.

Die Falschmeldung zu den schulischen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit auf Social Media und in diversen Telegram-Kanälen. Die Landesregierung informierte daher noch am selben Tag auf Twitter: „Das Kultusministerium hat die Maskenpflicht nicht aufgehoben und plant auch nicht dies zu tun. Es gilt weiter die Corona-Verordnung Schule“.

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