Nach Kritik bei EM-Spiel

Nach Ablehnung von Regenbogen-Fahnen am Rathaus: OB Nopper hält erste CSD-Rede in Stuttgart

Frank Nopper hält eine Rede, daneben ist eine Regenbogen-Flagge zu sehen.
+
Oberbürgermeister Frank Nopper empfängt Menschen aus der LGBTQ-Community im Rathaus.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
    schließen

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper empfängt zum Start des CSD Menschen aus der Regenbogen-Community im Rathaus. Bei der Fußball-EM hatte er ein Statement für LGBTQ noch abgelehnt.

Stuttgart - Unter dem Motto „Schaffe, schaffe, bunter werden“ startet die Landeshauptstadt Stuttgart am heutigen Freitag, 16. Juli, ins Festival zum Christopher Street Day (CSD). Mit Spannung erwartet wird am Eröffnungstag eine Empfangsrede von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Dieser hatte sich zuletzt Kritik eingefangen, als er beim Fußball-EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn entschied, keine Regenbogen-Flagge am Rathaus zu hissen. In einer Pressemitteilung hatte die Stadt verkündet, stattdessen beim CSD eine Botschaft an die ungarische Regierung senden zu wollen, die mit einem umstrittenen Gesetz die LGBTQ-Szene praktisch aus der Öffentlichkeit verdrängen will.

Zwar besitzt die Stadt Stuttgart noch immer keine eigenen Regenbogenflaggen, leiht sich aber sechs Stück vom CSD-Verein für die Zeit des Festivals. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, wurden die Fahnen pünktlich zum Freitagmorgen am Rathaus gehisst. Trotz der Corona-Pandemie findet der CSD Stuttgart in diesem Jahr vom 16. Juli bis 1. August statt - und das nicht nur virtuell. So kündigten die Veranstalter am 31. August eine Demonstration an, dieses Mal jedoch ohne Truck-Parade.

CSD-Veranstalter: „Stuttgart ist bunt - geht aber bunter“

Über ihre zumeist ehrenamtliche Arbeit für LGBTQ-Belange informieren zahlreiche Initiativen am Wochenende vom 31. Juli bis 1. August auf dem Schlossplatz. „Stuttgart ist bunt - geht aber bunter“, schreiben die Veranstalter des CSD Stuttgart in einer Pressemitteilung. Kaum jemand denke an die Schwabenmetropole, wenn es um LGBTQ-freundliche Städte gehe. Umso wichtiger sei es, genauer hinzuschauen. „Denn Stuttgart ist ein Kessel voller Vielfalt.“

„Vom Sportverein über Elterngruppen, Glaubensgemeinschaften bis hin zu Musik- und Kulturgruppen engagieren sich LGBTQ-Menschen im Stuttgarter Raum selbstverständlich im gesellschaftlichen Leben“, schreiben die Veranstalter des CSD. „Ein gutes Beispiel hierfür ist die Machbarkeitsstudie zum Regenbogenhaus Stuttgart. Diese Selbstverständlichkeit macht Vielfalt zunehmend zur Normalität und schafft so eine buntere Gesellschaft. Darauf können wir stolz sein.“

CSD Stuttgart: Mittlerweile drittgrößter CSD in Deutschland

Auch große, in der Landeshauptstadt ansässige Unternehmen wie die Daimler AG setzen mittlerweile verstärkt Zeichen für die LGBTQ-Community. So zeigte Daimler zum Start in den Pride Month einen bunten Mercedes-Stern. Zudem besitzt die Schwabenmetropole im bundesweiten Vergleich über eine etablierte LGBTQ-Szene: „Mittlerweile feiern wir in Stuttgart, gemessen an der Zahl der Besucher, den drittgrößten CSD in Deutschland“, verkünden die CSD-Veranstalter.

Neben 50 geladenen Gästen aus der Regenbogen-Community, die dem Empfang von Oberbürgermeister Frank Nopper im Stuttgarter Rathaus beiwohnen, kann die Rede ab 19.15 Uhr auch auf der Website des CSD sowie alternativ auf Facebook oder Youtube im Livestream verfolgt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare