„Signal für ganz Deutschland“

Frühlingsfest trotz Corona? Wasen-Chef macht überraschenden Vorschlag

Ein Festzelt des Cannstatter Wasen, voll besetzt mit Besuchern.
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Ein Bild aus feuchtfröhlichen Tagen: Wasenbesucher in einem Bierzelt (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Während in ganz Deutschland das Coronavirus grassiert, redet Wasen-Chef Marcus Christen schon wieder vom Feiern. Er will das Frühlingsfest 2021 unbedingt stattfinden lassen.

Stuttgart - Das Coronavirus befindet sich in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch. Trotz des harten Lockdowns steigen die Infektionszahlen im Land täglich und Kliniken sind überlastet. Auch die Folgen für die Wirtschaft sind fatal.

Besonders hart leiden Gastronomen und Veranstalter. Der beliebte Cannstatter Wasen musste im Corona-Jahr sowohl im Frühling als auch im Oktober entfallen. Anstatt Riesenrädern, Festzelten und Achterbahnen steht hier nun ein Corona-Testzentrum.

Im Sommer fand auf dem Wasen immerhin der Kulturwasen mit Konzerten, Filmen und Comedy statt. Doch gerade jetzt, wo das Coronavirus in nicht mehr kontrollierbarer Weise um sich greift, sind selbst Events dieser Art kaum mehr vorstellbar.

Wasen-Chef Marcus Christen sieht das anders. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er, er wolle das Frühlingsfest 2021 unbedingt stattfinden lassen. „Von Stuttgart muss ein Signal für ganz Deutschland ausgehen“, so Christen. „Wenn wir das Frühlingsfest erneut absagen, werden alle anderen Volksfest- und Kirmes-Veranstalter dasselbe tun. Dann ist wieder ein ganzes Jahr verloren - und das wollen wir nicht.“ Sollte die Pandemie anhalten, müsse man eben mit weniger Ständen auskommen - so die Devise des Wasen-Chefs.

Volksfesten wie dem Cannstatter Wasen droht ein Massensterben

Vor einem Massensterben der traditionellen Volksfeste wegen Corona warnte bereits der Deutsche Schaustellerbund (DSB). 5.000 hauptberufliche Schaustellerfamilien in Deutschland und ihre 55.000 Mitarbeiter stehen mit dem Rücken zur Wand. In den Anfangsmonaten der Pandemie versuchte man noch, Lösungen für die Rettung der Volksfeste zu finden.

Im April äußerte der Schaustellerverbandschef scharfe Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Es hat uns empört, dass er gesagt hat, unsere Veranstaltungen seien verzichtbar für die Gesellschaft“, sagte der Präsident des DSB, Albert Ritter der Augsburger Allgemeinen. „Wir brauchen Volksfeste, um den Menschen wieder Freude zu bereiten. Was nützt es, wenn der Virus besiegt ist und die Menschen dann an Depressionen leiden?“

Im Stuttgarter Rathaus stößt der Vorschlag von Wasen-Chef Marcus Christen derweil auf Unverständnis. Ein solcher Vorstoß sei mitten in der Pandemie schwer vermittelbar, heißt es. „Wir sehen keinen Entscheidungsbedarf“, betonte Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen gegenüber der Bild.

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