„Verschieben auf Mitte Mai und Juni“

Frühlingsfest in Stuttgart fällt aus - neuer Termin bereits im Gespräch

Ein Festzelt des Cannstatter Wasen, voll besetzt mit Besuchern.
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Ein Bild aus feuchtfröhlichen Tagen: Wasenbesucher in einem Bierzelt (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Lange stand die Entscheidung noch auf der Kippe, jetzt ist es endgültig entschieden: Auf dem Cannstatter Wasen wird 2021 kein Frühlingsfest stattfinden. Stuttgarts OB Frank Nopper gibt sich damit nicht zufrieden.

Update vom 17. März 2021: Die Nachricht kommt für alle Dirndl- und Lederhosen-Fans wohl nicht überraschend: Nach einer Empfehlung der Stadtverwaltung wird es in diesem Jahr kein Frühlingsfest in der Landeshauptstadt Stuttgart geben. Viel schwerer als die Besucher dürften jedoch die Schausteller von der Absage getroffen sein. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte vor kurzem noch angekündigt, eine Light-Version des Frühlingsfestes im regulären Zeitraum vom 17. April bis 9. Mai zu prüfen. Nachdem seine Pläne durchkreuzt wurden, will der OB das traditionelle Frühlingsfest auf dem Wasen aber noch nicht komplett abschreiben - und schlägt vor, es um einen Monat zu verschieben.

„Wir wollen uns Mitte April nochmals mit Schaustellern, Marktkaufleuten und Gastronomen beraten, ob das Frühlingsfest zu einem späteren Zeitpunkt zwischen Mitte Mai und Mitte Juni im Einklang mit der dann geltenden Corona-Verordnung und unter Hygieneauflagen in einer Light-Variante mit Außengastronomie stattfinden könnte“, sagte Nopper laut der Deutschen Presseagentur (dpa). Am 19. März berät der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen der Stadt Stuttgart erneut über das Thema.

Erstmeldung vom 20. Dezember 2020: Stuttgart - Das Coronavirus befindet sich in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch. Trotz des harten Lockdowns steigen die Infektionszahlen im Land täglich und Kliniken sind überlastet. Auch die Folgen für die Wirtschaft sind fatal.

Besonders hart leiden Gastronomen und Veranstalter. Der beliebte Cannstatter Wasen musste im Corona-Jahr sowohl im Frühling als auch im Oktober entfallen. Anstatt Riesenrädern, Festzelten und Achterbahnen steht hier nun ein Corona-Testzentrum.

Im Sommer fand auf dem Wasen immerhin der Kulturwasen mit Konzerten, Filmen und Comedy statt. Doch gerade jetzt, wo das Coronavirus in nicht mehr kontrollierbarer Weise um sich greift, sind selbst Events dieser Art kaum mehr vorstellbar.

Wasen-Chef Marcus Christen sieht das anders. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er, er wolle das Frühlingsfest 2021 unbedingt stattfinden lassen. „Von Stuttgart muss ein Signal für ganz Deutschland ausgehen“, so Christen. „Wenn wir das Frühlingsfest erneut absagen, werden alle anderen Volksfest- und Kirmes-Veranstalter dasselbe tun. Dann ist wieder ein ganzes Jahr verloren - und das wollen wir nicht.“ Sollte die Pandemie anhalten, müsse man eben mit weniger Ständen auskommen - so die Devise des Wasen-Chefs.

Volksfesten wie dem Cannstatter Wasen droht ein Massensterben

Vor einem Massensterben der traditionellen Volksfeste wegen Corona warnte bereits der Deutsche Schaustellerbund (DSB). 5.000 hauptberufliche Schaustellerfamilien in Deutschland und ihre 55.000 Mitarbeiter stehen mit dem Rücken zur Wand. In den Anfangsmonaten der Pandemie versuchte man noch, Lösungen für die Rettung der Volksfeste zu finden.

Im April äußerte der Schaustellerverbandschef scharfe Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Es hat uns empört, dass er gesagt hat, unsere Veranstaltungen seien verzichtbar für die Gesellschaft“, sagte der Präsident des DSB, Albert Ritter der Augsburger Allgemeinen. „Wir brauchen Volksfeste, um den Menschen wieder Freude zu bereiten. Was nützt es, wenn der Virus besiegt ist und die Menschen dann an Depressionen leiden?“

Im Stuttgarter Rathaus stößt der Vorschlag von Wasen-Chef Marcus Christen derweil auf Unverständnis. Ein solcher Vorstoß sei mitten in der Pandemie schwer vermittelbar, heißt es. „Wir sehen keinen Entscheidungsbedarf“, betonte Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen gegenüber der Bild.

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