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„Layla“: Ballermann-Song könnte auch Verbot auf dem Wasen drohen

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Von: Nadja Pohr

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Gäste feiern in einem Festzelt auf dem Cannstatter Wasen
Den Ballermann-Song „Layla“ werden Gäste auf dem Cannstatter Wasen wohl nicht mitgrölen können. Auf einigen anderen Volksfesten ist das Lied aufgrund sexistischer Inhalte verboten (Archivbild). © IMAGO/7aktuell

Auf einigen Volksfesten in Deutschland ist der Ballermann-Song „Layla“ wegen sexistischer Inhalte verboten. Auch bei der Planung des Cannstatter Wasen ist das Lied Thema, wie BW24 erfuhr.

Stuttgart - Der Ballermann-Song „Layla“ schlägt derzeit in Deutschland hohe Wellen. Nicht nur stürmt der Partysong von den Künstlern DJ Robin und Schürze derzeit die Musikcharts, er entfachte auch eine Sexismus-Debatte. In dem Lied wird die „Puffmama Layla“ besungen, die „schöner, jünger, geiler“ ist. Die ersten Volksfeste in der Bundesrepublik haben den Song deshalb bereits verboten. Gleiches könnte wohl auch auf dem Cannstatter Wasen der Fall sein.

„Layla“: Verbot des Songs könnte auch auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart kommen

Zunächst hatte die Stadt Würzburg ein „Layla“-Verbot verhängt. Der Mallorca-Hit darf nicht auf dem Kiliani-Volksfest gespielt werden, da man sich dazu entschlossen habe, auf städtischen Veranstaltungen kein Liedgut spielen zu lassen, das „rassistische, extreme oder sexistische Inhalte hat“, wie die Bild berichtet. Die Düsseldorfer Kirmes schloss sich an und verbot den Ballermann-Song ebenfalls. In Stuttgart laufen derzeit die Planungen für den Cannstatter Wasen, der vom 23. September bis zum 9. Oktober stattfinden soll. Wie BW24 auf Anfrage erfuhr, ist „Layla“ bereits ein Thema.

Die Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“ verweist gegenüber unserer Redaktion darauf, dass das Musikprogramm in den Festzelten in das Hausrecht der jeweiligen Zeltwirte falle. Bei der Gestaltung der Eröffnungsfeier des 175. Cannstatter Volksfests werde der Ballermann-Song „sicher nicht im musikalischen Rahmenprogramm Einzug finden“. Nach der Sexismus-Debatte beim Stuttgarter Frühlingsfest werden die Festwirte voraussichtlich mit Vorsicht an die Thematik herangehen.

Dass „Layla“ bereits auf der Agenda der Veranstalter steht, bestätigt auch die Grünen-Stadträtin Jitka Sklenarova gegenüber BW24. Nach der Diskussion über sexistische Abbildungen auf den Buden der Frühlingsfest-Schausteller, befinde man sich für den Wasen gerade in unterschiedlichen Gesprächen mit den Veranstaltern, damit sich selbiges nicht wiederhole. „Die Lieder werden dabei sicherlich angesprochen“, sagt die Grünen-Politikerin. „Frauen als Luder zu bezeichnen, ist sexistisch“, kritisiert sie. Sklenarova hätte sich gewünscht, dass man nach der Seximus-Debatte beim Frühlingsfest bereits weiter gewesen wäre. „Ich denke aber, dass durch die Berichte im Frühjahr ein Bewusstsein für das Thema geschaffen wurde.“

Diskussion um „Layla“ zieht große Kreise: Bundesjustizminister Marco Buschmann findet Verbot „eins zu viel“

Die Diskussion rund um den Ballermann-Song „Layla“ hat derweil größere Auswirkungen. Auch Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) äußerte sich zu dem Verbot. „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel“, schreibt er auf Twitter und teilt damit die Meinung vieler User in den sozialen Medien. „Ich bin noch mit Rosi, dem Puff in Barcelona und Jeanny von Falco aufgewachsen. Von den Rap-Texten ganz abgesehen“, schreibt eine Userin dazu. Es gebe viele Malle-Songs, die mindestens genauso schlimm seien und nicht verboten sind, wird argumentiert.

Im Netz stützen sich viele bei dem Verbot auch auf die Kunstfreiheit. Der Interpret DJ Robin selbst rechtfertigt den Songtext damit, dass es in dem Lied nicht um eine Prostituierte, sondern um eine Puffmutter gehe. „Die passt auf die Prostituierten auf und leitet den Puff. Daher kommt in dem Lied kein Sexismus vor“, erklärt DJ Robin gegenüber der Bild. Die weiteren Entwicklungen rund um den Hit werden von der Politik in Stuttgart und weiteren Städten gewiss beobachtet, ehe man auch für zukünftige Volksfeste ein klares „Layla“-Verbot ausspricht. Die Stadträte in Würzburg ruderten inzwischen zurück und sprechen nun von einer Bitte, das Lied nicht zu spielen.

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