Bundestagswahl im September

CDU-Politiker im Südwesten wollen Söder als neuen Kanzler: „Genießt großes Vertrauen“

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Viele Parteien haben für die diesjährige Bundestagswahl noch keinen Kanzlerkandidaten bestimmt, auch die Union nicht. Einige Abgeordnete der CDU in Baden-Württemberg wünschen sich offenbar Markus Söder.

Stuttgart - Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg haben die Grünen gewonnen. Obwohl die CDU aller Voraussicht nach trotzdem mitregieren darf, war die Wahl für die Union ein Debakel. Bei der Bundestagswahl am 26. September dieses Jahr soll sich das nach Möglichkeit nicht wiederholen. Allerdings hat die Union aus CDU und CSU - ähnlich wie andere große Parteien auch - noch keinen Kanzlerkandidaten bestimmt. Diese Rolle kommt üblicherweise dem Parteivorsitzenden zu, was also auf eine Entscheidung zwischen Armin Laschet von der CDU und Markus Söder von der CSU hinausliefe.

Die CSU ist aber eine Landespartei, was die Chancen von Markus Söder auf eine Kanzlerkandidatur deutlich verringert. Doch offenbar haben sich in Baden-Württemberg sieben Bundestagsabgeordnete der CDU-Landesgruppe hinter Markus Söder als Kandidaten für die Union gestellt, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Kanzlerkandidat der Union: Abgeordnete der Südwest-CDU ziehen Markus Söder vor

In einer gemeinsamen Erklärung, die der dpa vorliegt, sprechen sich die sieben Abgeordneten für Markus Söder von der CSU als Kanzlerkandidaten aus. „Markus Söder genießt in weiten Teilen der Bevölkerung ein großes Vertrauen. Deshalb wäre er ein kraftvoller und aussichtsreicher Kanzlerkandidat für die gesamte Union“, heißt es darin.

Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Markus Söder erhielt jetzt Unterstützung von der CDU in Baden-Württemberg.

Möglicherweise hat Markus Söder dabei auch vom Coronavirus profitiert. Während der Corona-Pandemie kooperiert der Ministerpräsident von Bayern immer wieder eng mit Baden-Württemberg. Zuletzt forderten Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Markus Söder bundesweit eine FFP2-Maskenpflicht.

Offenbar glauben auch die Vertreter der Südwest-CDU, dass Markus Söder in Deutschland aktuell die größere Beliebtheit genießt - und verteilen damit einen Seitenhieb an Armin Laschet: „Der Vorsitzende der CDU trägt eine besondere Verantwortung für die gesamte Union in Deutschland.“ Dies bedeute auch, „dass persönliche Ambitionen für die Kanzlerkandidatur zurückgestellt werden müssen, wenn ersichtlich ist, dass jemand anderes eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung hat.“

Markus Söder als Kanzlerkandidat: Baden-Württembergs CDU-Landeschef widerspricht Abgeordneten

CDU-Landeschef und Bundes-Vizevorsitzender Thomas Strobl sieht die Lage hingegen anders als die sieben Bundestagsabgeordneten der Südwest-CDU. „Die CDU in Deutschland möchte, dass unser Bundesvorsitzender Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union wird und im Herbst auch Bundeskanzler“, hatte er vor gut einer Woche gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten betont.

Dasselbe Urteil gilt aus Sicht von Thomas Strobl auch für die CDU in Baden-Württemberg. „Aus vielen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, dass dies in der CDU Baden-Württemberg und in allen anderen CDU-Landesverbänden genauso gesehen wird“, so Strobl weiter.

CDU-Landeschef Thomas Strobl will bei der Kanzlerkandidatur ohnehin nicht zu sehr auf aktuelle Beliebtheitswerte achten. „Die Union will nicht jetzt Umfragen gewinnen, sondern im Herbst die Bundestagswahl.“ Einzig die im Zentrum der Diskussion stehenden Personen haben sich zu einer Kandidatur noch nicht geäußert. Während Armin Laschet als CDU-Chef das erste Zugriffsrecht zugesprochen wird, betont Markus Söder immer wieder, sein Platz sei in Bayern.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/Imago Images

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