1. bw24
  2. Stuttgart

E-Auto-Transformation: Bosch will 80.000 Mitarbeiter umschulen

Erstellt:

Von: Valentin Betz

Kommentare

Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Bosch will zusehends Teile für E-Autos produzieren. Viele Mitarbeiter sind aber auf Verbrenner spezialisiert. Milliardeninvestitionen in Umschulungen werden deshalb nötig. © Inga Kjer / dpa

Bosch ist als Automobilzulieferer bislang auf Verbrenner eingestellt. In Zukunft setzt das Unternehmen aber auf E-Autos - und muss dafür Mitarbeiter umschulen.

Stuttgart - Die Wirtschaft in Baden-Württemberg ist stark von der Automobilbranche abhängig. Oberflächlich sichtbar sind nur Fahrzeughersteller wie Mercedes-Benz oder Porsche, doch daran schließt sich ein ganzes Netz an Zulieferern an. Mit dazu gehört auch Bosch aus Stuttgart, das seinen Umsatz bislang im Wesentlichen mit Komponenten für Verbrenner gemacht hat.

Bosch hatte sich zuletzt wieder gut von der Corona-Pandemie erholt und konnte im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent auf 78,8 Milliarden Euro verbuchen. Der operative Gewinn kletterte auf 3,2 Milliarden Euro. Damit sich die Zahlen weiter so entwickeln, muss der Zulieferer aber Investitionen tätigen. Wie das Manager Magazin berichtet, hat Bosch genau das vor. Das Unternehmen will rund 80.000 Mitarbeiter umschulen, um sie für die Arbeit an der E-Mobilität zu qualifizieren.

Zulieferer für E-Autos: Bosch muss für den Wandel Mitarbeiter umschulen

„Noch besteht ein großer Teil unseres Geschäfts aus Verbrenner-Systemen, für Diesel- und Benzinmotoren ebenso wie für Gasheizungen“, erklärte Bosch-Chef Stefan Hartung. Das Geschäft mit Alternativen laufe aber schon, die Elektromobilität bringe bereits einen Milliarden-Umsatz. Um den Anschluss zu halten, will Bosch deshalb in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro investieren, um Mitarbeiter umzuschulen.

Der Bosch-Chef hatte bereits verkündet, die Mobilitätswende werde „für viele Menschen schmerzhaft“. Deshalb hatte Bosch bereits in den zurückliegenden fünf Jahren eine Milliarde Euro in Qualifizierungen gesteckt. „Wir konzentrieren uns nicht nur auf Abbau“, erklärte auch Personalchefin Filiz Albrecht. „Transformation bedeutet auch Aufbau und Veränderung von Kompetenzen.“

Wandel zur E-Mobilität: Bosch hat als Zulieferer an mehreren Fronten zu kämpfen

Bosch-Chef Stefan Hartung betonte, angesichts des Wandel in der Automobilindustrie und in anderen Bereichen könnten bei Bosch nicht alle Arbeitsplätze so bleiben, wie sie seien. Denn nicht nur die verschwindende Verbrenner-Technologie bereitet dem Zulieferer Probleme. Die E-Mobilität erfordert auch große Mengen an Halbleitern, die zuletzt überall fehlten. Der Bosch-Chef warnte bereits, dass die Chipkrise auch 2022 anhalten könnte.

Trotz der geplanten 80.000 Umschulungen hat Bosch noch viel Arbeit vor sich. Laut Personalchefin Filiz Albrecht seien bislang erst rund 2.800 Mitarbeiter auf andere Stellen gewechselt. Gemessen an den alleine in Deutschland angestellten 131.400 Mitarbeitern eine überschaubare Zahl.

Auch interessant

Kommentare