Ab 2024 in Serie

Bosch baut Brennstoffzellen, die 400.000 Menschen mit Strom versorgen können

Das Bosch Logo steht auf dem Werksgelände der Robert Bosch Automotive Steering GmbH in Bietigheim.
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Bosch forscht schon lange an stationären Brennstoffzellen. Jetzt ist es so weit: Die Produktion kann beginnen.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ab dem Jahr 2024 will Bosch mit stationären Brennstoffzellen in Serie gehen. Der Zulieferer sieht darin einen Milliardenmarkt.

Stuttgart - Die Robert Bosch GmbH mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart will bis 2024 einen dreistelligen Millionenbetrag in stationäre Brennstoffzellen investieren. Diese produzieren als Art kleines Kraftwerk nachhaltig Strom. Mit einer Leistung von rund 200 Megawatt pro Jahr könnten so rund 400.000 Menschen in ihren Haushalten mit Strom versorgt werden, kündigt Bosch an. Damit könnte Bosch den Wirtschaftsmotor in der Region Stuttgart weiter ankurbeln.

2024 möchte Bosch mit der Festoxid-Brennstoffzelle in Serie gehen, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Insgesamt arbeiten heute über 250 Mitarbeiter an diesem Zukunftsthema - 150 mehr als vor einem Jahr. Zudem kooperiert das Unternehmen verstärkt mit der britischen Firma Ceres Power. Die Entwicklung soll an den Bosch-Standorten Stuttgart-Feuerbach und Renningen angesiedelt werden, die Produktion in Bamberg, Wernau und Homburg.

Bosch sieht Brennstoffzelle als Baustein für nachhaltige Energieversorgung

In Form kleiner dezentraler, vernetzbarer Kraftwerke soll die Technologie „in Städten, Fabriken, Gewerbe und Handel, Rechenzentren und im Bereich Elektroladeinfrastruktur zum Einsatz kommen“, heißt es in der Mitteilung von Bosch. Der Markt für die dezentrale Energieproduktion durch die Brennstoffzelle wird nach Schätzungen des Unternehmens bis 2030 ein Volumen von 20 Milliarden Euro erreichen.

„Wir sehen die hocheffiziente Festoxid-Brennstoffzelle als einen wesentlichen Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung“, sagt Christian Fischer, der für den Unternehmensbereich Energy and Building Technnology verantwortliche Geschäftsführer. „Dafür bündeln wir die Kompetenzen von Bosch über mehrere Geschäftsbereiche hinweg.“

Mit dem Unternehmen Ceres Power aus England kooperiert Bosch schon seit 2018 in der Entwicklung von Brennstoffzellen. „Diese werden zur Lösung der globalen Herausforderungen bei der Energiewende beitragen“, sagt Phil Caldwell, Chef von Ceres-Power.

Bosch: „Festoxid-Brennstoffzelle ist jedem anderen Energieumwandler deutlich überlegen“

„Mit stationären Brennstoffzellensystemen baut Bosch ein neues Geschäftsfeld auf“, so Christian Fischer weiter. „Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service kommen aus einer Hand.“ Nach der gelungenen Musterbauphase gehe man nun den nächsten Schritt auf dem Weg in Richtung Serienfertigung.

In der Festoxid-Brennstoffzelle werden bei hoher Temperatur Energie und Strom erzeugt. Laut Bosch können die Anlagen mit umweltfreundlichem Biogas oder Erdgas betrieben werden, aber auch mit Wasserstoff. Wenn die Anlage mit grünem Wasserstoff betrieben wird, kann sie weitgehend klimaneutral arbeiten. Mit einem Wirkungsgrad von mehr als 85 Prozent sei die Festoxid-Brennstoffzelle jedem anderen Energiewandler deutlich überlegen, so Bosch.

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