Hilfe für erkrankte Mitarbeiter

Wertvoller als ein Bonus: Bosch unterstützt Mitarbeiter mit außergewöhnlichem Konzept

Autos fahren in der Dämmerung unter der Bosch-Brücke an der A8 bei der Messe Stuttgart durch
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Bosch unterstützt an Krebs erkrankte Mitarbeiter mit Spitzenmedizin
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Robert Bosch GmbH mit Sitz in Stuttgart ist der größte Automobilzulieferer der Welt. Für seine Mitarbeiter hat das Unternehmen eine außergewöhnliche Hilfsmöglichkeit entwickelt.

Stuttgart - Die Robert Bosch GmbH mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart ist nicht nur der größte Automobilzulieferer der Welt. Der schwäbische Techkonzern stellt auch Industrietechnik, Elektrowerkzeuge und Haushaltswaren her. Außerdem ist Bosch in der Energie- und Gebäudetechnik tätig. Allein in Deutschland arbeiten 132.700 Menschen bei Bosch (Stand: 2019).

Den Mitarbeitern von Bosch steht ein Angebot zur Verfügung, das nur wenige Arbeitgeber bieten können: Bosch unterstützt an Krebs erkrankte Mitarbeiter mit einer medizinischen Behandlung auf internationalem Top-Niveau. Das entsprechende Programm unterhält der Konzern im eigenen Haus: Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK), die Robert-Bosch Stiftung und die komplette Bosch-Gruppe schlossen 2016 ein Bündnis für den Kampf gegen den Krebs. Zentraler Baustein sei das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT), an dem Behandlung und medizinische Forschung noch besser miteinander verknüpft werden könnten, sagte Michael Herm von der Robert Bosch Stiftung GmbH gegenüber BW24.

Bosch: Unterstützung für Mitarbeiter - über die Leistung der Krankenkassen hinaus

Mitarbeiter von Bosch, die an einem Tumor erkrankt sind, erhalten auf Firmenkosten Zugang zur Krebsdiagnostik im RBK, erklärt Herm. Das Angebot gilt derzeit im Rahmen der Initiative „OncoCure“ (Onkologie = Krebsforschung, curare = sorgen) für Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und Spanien. Es sei jedoch eine Ausweitung auf weitere Länder in Planung. Bosch stellt dafür jährlich mehr als eine Million Euro bereit. Seit Beginn des Programms im Jahr 2016 nahmen nach Angaben von Michael Herm bereits mehr als 200 Mitarbeiter der Bosch-Gruppe das Angebot in Anspruch.

Das Robert-Bosch-Krankenhaus ist eines der größten Krankenhäuser in Stuttgart. Hier stehen auch den Mitarbeitern der Robert Bosch GmbH neue Forschungsergebnisse, Behandlungsmethoden und Medikamente unmittelbar zur Verfügung. „Die durch die Behandlung gewonnene Erfahrung fließt wiederum direkt in die Forschung ein“, erklärt Michael Herm gegenüber BW24.

Robert-Bosch-Krankenhaus: Studienquote auf Niveau der Universitätskliniken

Für die klinische Forschung habe das RBCT eine Studieneinheit mit 12 Mitarbeiterinnen gegründet. Die Studienquote aller onkologischen Patienten sei von 10 Prozent im Jahr 2017 auf 15 Prozent im Jahr 2019 erhöht worden, sagt Michael Herm. Das bedeutet: Es nehmen mehr Patienten an Studien zu fortschrittlichen Therapien teil. Damit liege die Quote auf dem Niveau der Universitätskliniken. Einer der Schwerpunkte der Krebsforschung am RBCT liegt im Bereich der Diagnostik und der Therapie des Lungenkarzinoms.

Bereits Mitte 2017 startete das Robert-Bosch-Krankenhaus eine strategische Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Universitätsklinik Tübingen. Aktuell laufen Forschungsprojekte mit beiden Partnern. Die Schwerpunkte liegen laut Herm auf frühen klinischen Phasen für Immuntherapien, der Entwicklung neuer Marker zur frühzeitigen Krebserkennung aus dem Atemgaskondensat und der Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Bilderkennung. Die Immuntherapien sind eine vielversprechende Therapieform bei Krebserkrankungen. Geplant ist die klinische Verwendung eines in Tübingen entwickelten Antikörpers.

Bosch Stiftung: Bis 2021 soll ein neues Forschungsgebäude in Stuttgart entstehen

Aktuell baut die Bosch Stiftung ein neues Forschungsgebäude in Stuttgart. Das Gebäude soll Platz für 80 Mitarbeiter bieten. Kosten: 28 Millionen Euro. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen bewerbe sich das RBCT um den Status eines Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT), erklärte Herm gegenüber BW24. Außerdem fördert Bosch einen Lehrstuhl für diesen Forschungsbereich an der Universität Heidelberg.

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