Großeinsatz der Rettungskräfte

Säureunfall bei Bosch: Elf Mitarbeiter in Klinik

Ein von innen erleuchtetes Gebäude der Firma Bosch in der Nacht.
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Hinter den Toren von Bosch in Reutlingen spielten sich am Donnerstagabend beunruhigende Szenen ab (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Auf dem Gelände von Bosch in Reutlingen kam es am Donnerstagabend zu einem Säureaustritt. Mehrere Arbeiter wurden verletzt und unverzüglich ins Krankenhaus gebracht.

Reutlingen - Bei der Firma Bosch in Reutlingen, knapp 40 Kilometer entfernt von der Landeshauptstadt Stuttgart, kam es am Donnerstagabend zu einem brenzligen Zwischenfall. Gegen 18:30 Uhr ging bei der Polizei Reutlingen ein alarmierender Anruf ein. In einer Halle von Bosch in der Tübinger Straße sei Säure ausgetreten. Entsprechende Detektoren meldeten den Austritt.

Zwei Arbeiter von Bosch traf der Vorfall besonders: Sie waren direkt mit der giftigen Säure in Kontakt gekommen und mussten sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Das teilte die Polizei in Reutlingen mit. Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort.

Die Mitarbeiter von Bosch wurden nach dem Vorfall unverzüglich zum Verlassen der Halle aufgefordert. Zunächst rückte die Werksfeuerwehr aus, um die Säure einzudämmen. Neben den zwei Arbeitern, die direkt mit der Säure in Kontakt gekommen waren, wurden neun weitere ihrer Kollegen in eine Klinik gebracht. Auch bei ihnen bestand der Verdacht, dass sie Dämpfe eingeatmet hatten.

Der Rettungsdienst war mit neun Fahrzeugen und einem leitenden Notarzt vor am Unfallort, daneben die Reutlinger Feuerwehr, Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie die Malteser.

Bosch in Reutlingen: Ursache für den Säureaustritt bislang unbekannt

Bislang ist die Ursache für den Säureaustritt bei Bosch in Reutlingen nicht bekannt. „Wir gehen davon aus, dass menschliches Versagen die Ursache ist“, so ein Unternehmenssprecher gegenüber der Südwestpresse. „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um rasch die endgültige Unfallursache zu klären.“

Ob und in welcher Höhe durch den Säureaustritt bei Bosch ein Sachschaden entstanden ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Durch den Unfall war ein kleiner Teil der Produktion im Bosch-Werk in der Tübinger Straße betroffen, die ist mittlerweile wieder angelaufen. „Es sind keine Dämpfe nach außen abgegeben worden“, sagte ein Sprecher von Bosch noch am Abend. „Es besteht und bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung.“

Die elf Bosch-Mitarbeiter konnten bereits am späten Abend wieder nach Hause entlassen werden, wie die SWP berichtet. Akute Lebensgefahr habe laut Angaben bei keinem der Arbeiter bestanden. Flusssäure ist jedoch nicht zu unterschätzen. Sie ist hochgiftig, ätzend, kann extrem schmerzhaft sein oder sogar zum Tod führen.

Schon in kleinen Mengen kann Flusssäure schwere Verletzungen verursachen. In höheren Konzentrationen verätzt sie die Haut. Chemieunfälle wie der bei Bosch sind keine Seltenheit. Auch in Waldbronn bei Karlsruhe ist kürzlich eine gefährliche Flüssigkeit ausgetreten. Dort wurden mehrere Menschen durch Salzsäure verletzt.

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