Zukunftsvision

Bosch-Manager macht mutige Prognose zum Durchbruch des E-Autos

Mercedes-Benz Vision URBANETIC fährt eine Straße entlang.
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Gemeinsam mit der Daimler AG arbeitete Bosch auch am autonomen Fahren. Obwohl die Zusammenarbeit beendet wurde, hat Bosch Großes vor.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Autozulieferer Bosch rechnet mit einem ordentlichen Wachstumsschub durch E-Autos. Bosch-Chef Volkmar Denner wagt daher einen sehr optimistischen Ausblick in die Zukunft des Unternehmens.

Stuttgart/München - Die Deutschen Autounternehmen setzen in ihrem Zukunftsplan alles auf eine Karte: Die E-Mobilität soll die Daimler AG, Porsche AG und Co. in die Zukunft führen. Die Daimler AG etwa bereitet bereits das Verbrenner-Aus für 2030 vor. Auch Porsche schafft seine Verbrenner früher ab als gedacht. Die Zulieferer ziehen ebenfalls mit: Der weltgrößte Autozulieferer Bosch setzt verstärkt auf ein Wachstum mit Elektromobilität.

Der Zulieferer aus der Landeshauptstadt Stuttgart rechnet in diesem Jahr mit einem ordentlichen Wachstumsschub. Nach dem Corona-Knick im Vorjahr soll der Umsatz der Autozulieferersparte 2021 um zehn Prozent zulegen, berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa). „Die Elektromobilität wird für uns zum Kerngeschäft, die CO2-freie Mobilität zu einem Wachstumsfeld“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner am Montag zum Auftakt der Automesse IAA Mobility in München.

Das Ziel von Bosch ist groß: Dieses Jahr will der Konzern mit der Elektroauto-Technik über eine Milliarde Euro umsetzen. Bis 2025 will Bosch die Einnahmen verfünffachen. Bosch verspricht sich viel vom Markt. „Wir richten uns darauf ein, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen global steigt“, sagte Stefan Hartung, Geschäftsführer der Autozulieferung. Die zielstrebige Prognose des Managers: „In aller Welt werden 2035 voraussichtlich 60 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos sein.“ Das wäre ein enormer Durchbruch für die Technologie.

Bosch: Trotz Umstellung auf E-Mobilität - Autozulieferer investiert weiter in Entwicklung von Verbrennern

Der Vertrieb von Teilen für Verbrennungsmotoren bleibt dennoch vorerst Bestandteil des Bosch-Angebots. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Umstellung auf Elektrobetriebe noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Denn nicht in allen Regionen läuft die Umstellung voraussichtlich so schnell wie beispielsweise in Deutschland. Daher wolle Bosch auch weiter in die Entwicklung von Verbrennern investieren.

Grund hierfür sei auch die kommende Abgasnorm in der Europäischen Union. In der EU müssen neue Automodelle Abgasnormen erfüllen, um zugelassen zu werden. Noch regelt die Abgasnorm Euro 6, wie viel Schadstoff ein Fahrzeug verursachen darf. Aktuell wird die neue Norm Euro 7 vorbereitet. „Wir müssen natürlich sicherstellen, dass wir Technik für EU-7-Fahrzeuge anbieten können“, so Volkmar Denner. Darauf bereite sich Bosch aktuell vor.

Auch wenn der Autozulieferer weiterhin Geld in die Entwicklung von Verbrennern steckt, investiert der Konzern auch in die E-Mobilität. Schließlich ist die Autozulieferung der mit Abstand größte Geschäftsteil von Bosch. Bisher wendete das Unternehmen insgesamt 5 Milliarden Euro für die Elektromobilität auf, 2021 kommen weitere 700 Millionen Euro an Investitionen hinzu.

Bosch ist Marktführer bei Fahrassistenzsystemen - 40 Prozent Wachstum

Vor allem in den sich immer weiterentwickelnden Fahrassistenzsystemen sieht Bosch eine Chance, großen Umsatz zu machen. Bosch sieht sich zudem durch sein großes Wachstum in diesem Bereich als Marktführer. Nach Angaben von Volkmar Denner wachse Bosch im Fahrassistenz-Sektor in diesem Jahr um 40 Prozent und somit schneller als der Markt.

Einen Rückschlag musste das Unternehmen aus Baden-Württemberg allerdings hier schon verkraften. Daimler und Bosch beendeten ihre Kooperation bei wichtiger Zukunftstechnologie: Im Bereich autonomes Fahren kooperierten die beiden Unternehmen, wollten sogenannte Robotaxis entwickeln, die ebenfalls selbstständig fahren. Daimler und Bosch gaben allerdings das Ende ihrer Zusammenarbeit hinsichtlich der Entwicklung von Robotaxis für den Stadtverkehr bekannt, noch bevor das erste serienreife Fahrzeug gebaut wurde. Bosch will nach eigenen Aussagen auch ohne Daimler „unvermindert Gas beim fahrerlosen Fahren“ geben. Ziel sei es, die Technologie in die Serienreife zu entwickeln und sicher auf die Straße zu bringen.

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