Diagnose in der Kindermedizin

Bosch-Technologie, die im Weltraum zum Einsatz kommt, soll Krankheiten bei Kindern aufdecken

SoundSee von Bosch
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Integrierte Mikrofone des Systems „SoundSee“ sollen zukünftig Krankheiten wie Asthma bei Kindern frühzeitig erkennen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Künstliche Intelligenz gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Bosch will sie nutzen, um Kinderkrankheiten frühzeitig zu erkennen.

Stuttgart/Las Vegas - Der Technologiekonzern Bosch mit Sitz in Stuttgart wagt einen Mega-Vorstoß in Sachen Künstliche Intelligenz (KI): Bis zum Jahr 2025 soll KI in allen Bosch-Produkten verbaut oder zumindest bei der Herstellung verwendet werden.

Wie Tanja Rückert, Digital-Chefin der Bosch-Gruppe, kürzlich im Rahmen der Technikmesse CES in Las Vegas mitteilte, sei das Sensorsystem „SoundSee“ ein Parade-Beispiel dafür, wie Bosch KI gelungen einsetzt. Seit 2019 ist das System im Weltall unterwegs und erkennt ungewöhnliche Geräusche auf der Raumstation ISS. Mithilfe von Mikrofonen zeichnet „SoundSee“ die Geräusche auf, analysiert sie anhand von Algorithmen und findet so heraus, ob eine Wartung der Raumstation erforderlich ist.

Bosch: „SoundSee“ soll Lungenkrankheiten wie Asthma frühzeitig erkennen

Zukünftig soll die fortschrittliche Technologie von Bosch noch in einem ganz anderen Bereich zum Einsatz kommen. Die Sensoren und Algorithmen sollen so angepasst werden, dass sie Kinderkrankheiten frühzeitig erkennen können. Indem sie Atemmuster abhört, soll die Technik Lungenkrankheiten wie Asthma bereits bei jüngeren Kindern feststellen.

Laut einer PwC-Studie kann KI dazu beitragen, die Gesundheitsausgaben allein in Europa in den kommenden zehn Jahren um einen dreistelligen Milliardenbeitrag zu senken. Der Weg dahin sei jedoch steinig, da KI auf der Basis großer Datenbestände basiere, die zunächst aufgebaut werden müssen. Immer mehr Technologiefirmen setzen KI zur Erkennung von Krankheiten ein. Auch die Firma Cyted, deren junger Firmengründer aus Stuttgart stammt und auf der Forbes-Liste steht, hat sich auf die Früherkennung von Krebs spezialisiert.

Neben der Umstellung seiner Produkte auf künstliche Intelligenz setzt Bosch in den kommenden Jahren vor allem auch auf Vernetzung. Schon jetzt sind laut Digital-Chefin Tanja Rückert alle elektronischen Produktklassen von Bosch vernetzbar.

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