Schon mehrere Fälle in Baden-Württemberg

Bill Gates warnte vor Jahren vor dem tödlichsten Tier der Welt - jetzt ist es in Stuttgart aufgetaucht

  • Anna-Lena Schüchtle
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Bill Gates hat schon vor Jahren vor Moskitos gewarnt, die Viren übertragen. In Stuttgart-Möhringen wurden nun Eier der tödlichen Tigermücke gefunden.

  • Vor Jahren warnte Bill Gates vor einer großen Bedrohung, die von Mikroorganismen ausgeht.
  • Übertragen werden Bakterien und Viren häufig von Tieren wie Stechmücken, was Moskitos nach Ansicht von Bill Gates zu den tödlichsten Tieren der Welt macht.
  • In Baden-Württemberg wurde schon einige Male die sogenannte Asiatische Tigermücke gesichtet, zuletzt in Stuttgart. Sie gilt als Hauptursache für die Übertragung des gefährlichen Dengue-Virus.

Stuttgart - Weder Haie noch Schlangen, nicht einmal Giftspinnen sind nach Ansicht von Microsoft-Mitgründer Bill Gates die tödlichsten Tiere der Welt. Wie er 2015 erklärte, gibt es eine Bedrohung, die für den Menschen sogar noch gefährlicher sein soll als Atomraketen und militärische Konflikte. Gemeint sind sogenannte Mikroben - also Bakterien, Pilze oder Viren -, die in Form von Seuchen verheerende Auswirkungen auf die Menschheit haben können.

Diese Mikroorganismen werden meistens von Mensch zu Mensch weitergegeben - oder über lebende Tiere wie es beispielsweise bei der Pest im Mittelalter der Fall war. Das Bakterium Yersinia pestis wurde damals durch Ratten beziehungsweise Rattenflöhe im Fell der Nager an den Menschen übertragen. Für die meisten weltweiten Tode ist laut Bill Gates jedoch ein ganz bestimmter Überträger verantwortlich, was er 2014 mit Zahlen der WHO untermauerte.

Demnach ist das tödlichste Tier der Welt: die Stechmücke beziehungsweise der Moskito. Eine bestimmte Art davon ist bereits mehrfach in Baden-Württemberg gesichtet worden - zuletzt in Stuttgart. Ein Exemplar der Asiatischen Tigermücke, erkennbar an ihrer getigerten Musterung, ist in eine Lebendfalle in Möhringen getappt, wie der SWR berichtet. Ihre Eier befanden sich in einer Eiablagefalle.

Baden-Württemberg: Das laut Bill Gates tödlichste Tier der Welt wurde in Stuttgart gesichtet

Bill Gates warnte bereits vor Jahren vor den gefahren, die von Mikroben ausgehen. Viele Viren werden über Moskitos wie die Asiatische Tigermücke übertragen.

Die Asiatische Tigermücke gilt als besonders bedrohlich, da sie Überträger von mehreren Viren sein kann. Dazu gehört beispielsweise das Dengue-Virus, durch welches das sogenannte Dengue-Fieber ausgelöst wird. Die akute Krankheit führt beim Menschen zu plötzlichen Ausbrüchen von Fieber, starken Muskelschmerzen und manchmal einem fleckigen Hautausschlag. Der Krankheitsverlauf ist in der Regel jedoch nicht schwer - oft sogar symptomlos.

Wie das Tropeninstitut auf seiner Seite informiert, ist das schwere Dengue-Syndrom jedoch in mehreren asiatischen und lateinamerikanischen Ländern eine der Hauptursachen für schwere Erkrankungen und Todesfälle bei Kindern. Obwohl das Virus hauptsächlich in tropischen beziehungsweise subtropischen Klimazonen vorkommt, hat es sich in den vergangenen Jahren weltweit dramatisch ausgebreitet: „Nach Expertenschätzungen infizieren sich jährlich zwischen 284 bis 528 Millionen Menschen mit dem Erreger“, schreibt das Tropeninsitut.

Schuld daran soll die Klimaerwärmung sein, durch die sich die Asiatische Tigermücke mittlerweile auch in in hiesigen Breitengraden wohlfühlt. Aufgrund dessen kam es in Europa bereits vereinzelt zu Infektionen mit dem Dengue-Fieber - etwa auf Madeira, in Kroatien, Frankreich oder Spanien. Da es sich bei den zwischen zwei und zehn Zentimeter großen Moskitos eher um Kurzstreckenflieger handelt, die meist nur wenige hundert Meter zurücklegen, kommt die Asiatische Tigermücke in der Regel durch Warenimporte hierher.

Das hat seit 2011 auch in Baden-Württemberg bereits zu einigen Sichtungen der Moskitos geführt - zunächst nur in Form von Einzeltieren. Zwischenzeitlich konnten in der Oberrhein-Region, in Lörrach und Karlsruhe kleine Populationen nach gewiesen werden. Auch in Folge des aktuellen Funds einer Asiatischen Tigermücke in einer Lebendfalle in Stuttgart-Möhringen gehen Experten laut SWR von einer nur kleinen Population aus, da es im Rest des Stadtgebiets noch keine Sichtungen gab.

Die Stadt Stuttgart warnt davor, Regentonnen, Eimer und Gießkannen offen herumstehen zu lassen und empfiehlt sogar, diese auszukochen oder auszuschrubben. Da sich die gefährlichen Tiere vor allem an solchen Orten besonders wohlfühlen, könnte man so einer Ausbreitung entgegenwirken. Die Asiatische Tigermücke gilt im Tierreich als wahrer Überlebenskünstler - ihre Eier sind auch gegenüber Kälte und Trockenheit äußerst resistent.

Bill Gates warnte vor dem tödlichsten Tier der Welt: Es wurde nun in Stuttgart gesehen

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg spürt derzeit auch die Bevölkerung im Südwesten die gravierenden Folgen einer durch Viren verursachten Pandemie. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich die Lungenkrankheit im Ländle aus. Dies hatte Auswirkungen auf den gesamten Alltag der Menschen, die aufgrund von Schutzmaßnahmen und Verboten wegen Covid-19 umfangreiche Einschränkungen erleben mussten. Übrigens: Über die Asiatische Tigermücke beziehungsweise Mücken im Allgemeinen kann das Coronavirus nach aktuellem Wissensstand der WHO nicht übertragen werden.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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