VW will Vorreiterrolle

Bill Gates fährt Porsche Taycan und lobt die „mutige Entscheidung“ von VW

Bill Gates, Microsoft-Gründer, bei der Diskussion "Innovationspotenzial in Afrika".
+
Bill Gates lobt VW.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

VW pirscht sich in Sachen E-Autos an Tesla heran - mit Erfolg, wie eine aktuelle Studie zeigt. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates ist von der Arbeit des deutschen Autokonzerns angetan und lobt den Fortschritt.

Wolfsburg - Die VW-Aktie hat seit Anfang 2021 Tesla an der Börse abgehängt. Nachdem Tesla die deutschen Autokonzerne hier lange Zeit hinter sich gelassen hatte, startet VW-Chef Herbert Diess nun eine Aufholjagd in Sachen E-Mobilität. VW zieht nach und plant bis 2030, den Anteil an verkauften E-Autos im Konzern auf 70 Prozent zu steigern. Auch die VW-Tochter Porsche schafft den Verbrenner früher als gedacht ab.

Schon jetzt hat VW Tesla beim Absatz von E-Autos überholt. Wie ein aktueller Vergleich der Unternehmensberatung AlixPartners zeigt, verkaufte VW weltweit 192.000 strombetriebene Fahrzeuge im Jahr 2020, während Tesla es lediglich auf 181.000 verkaufte Modelle brachte. In die Wertung flossen neben reinen Stromern aber auch Plug-in-Hybrid-Modelle ein.

Bill Gates hofft auf Zusammenarbeit mit VW - „Aufbau von Märkten für saubere Technologien“

Herbert Diess will den VW-Konzern nachhaltig vom reinen Fahrzeugbauer zum Software-getriebenen Mobilitäts- und Technologiekonzern umformen. Dass seine Strategie aufgeht, bestätigte jüngst eine Studie der Schweizer Großbank UBS: VWs modularer E-Antriebsbaukasten MEB erreichte in der Analyse Spitzenwerte bei Effizienz und Software. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates ist der Fortschritt von VW offenbar nicht verborgen geblieben.

Bill Gates, der mit dem Taycan selbst ein elektrisches Modell der VW-Tochter Porsche fährt, dankte Herbert Diess auf Twitter für seine „mutigen Entscheidungen“, dem Klimawandel entgegenzutreten. Er hoffe, den „Aufbau von Märkten für saubere Technologien“ gemeinsam mit VW voranzutreiben.

Zuvor hatte der VW-Chef in einem Tweet für Gates Buch „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“ geworben. Darin gibt Gates konkrete Vorschläge, wie die Industrie die Treibhausgasemissionen rechtzeitig noch auf Null senken könnte. Diess betonte, dass der VW-Konzern ganz ähnliche Interessen habe und beispielsweise auch branchenübergreifend verbindliche CO2-Preise fordere.

Studie: VW hängt deutsche Autobauer ab - und wird zur Tesla-Konkurrenz

Die Studie der Schweizer Großbank UBS bezeichnet VWs MEB-Plattform laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg als „bisher glaubwürdigste Elektroauto-Projekt eines etablierten Autounternehmens“. In ihrer Analyse kamen die UBS-Experten zu dem Fazit, dass der auf der MEB-Architektur fahrende ID.3 von VW voll wettbewerbsfähig mit der Tesla-Technologie sei.

In puncto Kosten, Energiedichte und Energieeffizienz schnitt der ID.3 in der Analyse im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut ab, heißt es von Bloomberg. Im Bereich Software-Plattform und Ökosystem liege VW zwar noch Jahre hinter Tesla zurück - im Vergleich zu anderen deutschen Autobauern belegte VW jedoch auch hier einen Spitzenplatz. „VW ist nicht Apple, sondern eher das Samsung der Elektroauto-Welt mit profitablen Großserien-Elektroauto-Marken“, sagte UBS-Analyst Patrick Hummel im Gespräch mit Bloomberg.

Bill Gates sieht E-Mobilität nicht als alleinige Lösung

Viele deutsche Fahrzeughersteller eifern derzeit Tesla nach und treiben die Produktion von E-Autos voran. Doch nicht alle Experten sind voll und ganz von der Elektromobilität überzeugt. Denn die Herstellung der Batterien schadet mitunter auch der Umwelt, wie Auto Motor Sport berichtet. So sind für die Produktion Rohstoffe wie Lithium und Kobalt nötig, deren Entnahme Ökosysteme bedrohen.

Auch Milliardär Bill Gates hält die Elektromobilität nicht für die einzige Lösung, besonders nicht für den weltweiten Warentransport mit LKWs, Schiffen und Flugzeugen. Auf langen Strecken befürwortet Bill Gates einen Antrieb, an dem auch die Porsche AG verstärkt forscht: Synthethische Kraftstoffe. Diese sind laut Bill Gates der E-Mobilität in Teilen überlegen.

Im Vergleich zum Verbrenner sind E-Autos laut Auto Motor Sport in Sachen Umwelt auf alle Fälle das kleinere Übel. Rohstoffe für die E-Autos würden weniger Gefahr laufen, knapp zu werden als Erdöl, weil sie nicht zum Betrieb verbraucht, sondern nur zum Bau benötigt würden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare