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Wenn der Geldautomat so aussieht, solltet ihr ihn auf keinen Fall benutzen

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Von: Franziska Vystrcil

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Geldautomat
Betrüger haben in Baden-Württemberg mit sogenanntem „Skimming“ immer öfter Erfolg. Dabei montieren Kriminelle Vorsatzgeräte an den Kartenschlitz des Geldautomaten, um die Kartendaten auszulesen. © Thomas Frey/dpa/Archivbild

In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Betrugsfälle an Geldautomaten. Oftmals sind die Tricks der Kriminellen jedoch zu durchschauen. Darauf gilt es zu achten.

Stuttgart - Auch wenn durch polizeiliche Aufklärungsarbeit schon viel geschehen ist, finden Betrüger noch immer Wege und Möglichkeiten, Menschen um ihr Geld zu bringen. Vor allem Bankautomaten sind ein beliebtes Ziel der Kriminellen, um schnell und einfach viel Beute zu machen.

Sogenanntes „Skimming“, eine Betrugsmasche mit manipulierten Geldautomaten, ist hierbei weit verbreitet. Doch wer genau hinsieht, kann den Betrug erkennen. BW24 verrät, auf was man achten sollte und wie man sich schützen kann.

Skimming: Betrüger zocken mit Lesegeräten an Bankautomaten Kartendaten der Kunden ab

Um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen, lassen sich Kriminelle immer dreistere und raffiniertere Methoden einfallen. So warnte die Polizei vor einer neuen Masche der Betrüger an Geldautomaten: Sogenanntes „Shouldersurfing“. Dabei spähen die Kriminellen mit einem „Blick über die Schulter“ Daten wie PINs, Passwörter oder sonstige Zugangsdaten aus. Eine einfache Masche, um ahnungslosen Bürgern Geld abzuluchsen oder Zugriff auf ihre online gespeicherten Daten zu ergattern.

Aber nicht immer glückt der Betrug: Betrüger gaben sich als Rohrreiniger aus und übergaben einer Frau eine horrende Rechnung. Doch das Opfer stellte den Kriminellen eine Falle. So konnte die Polizei sie letzten Endes dingfest machen. Beim „Skimming“ laufen die Betrüger allerdings weitaus weniger Gefahr, erwischt und gar festgenommen zu werden. Als „Skimming“ wird der Betrug an Geldautomaten bezeichnet, bei dem Daten der Opfer gesammelt werden. Dabei bringen Täter spezielle Lesegeräte an den Automaten an, die unter anderem den Magnetstreifen der eingeführten Bankkarten lesen und somit die hinterlegten Daten speichern können. Meist installieren die Kriminellen zusätzlich zum Lesegerät noch Kameras, um den zugehörigen PIN aufzeichnen zu können.

Mithilfe der geklauten Daten können die Betrüger zum Beispiel gefälschte Karten erstellen und mit diesen aus dem Ausland Geld abheben. Meist merken die Opfer den Diebstahl erst, wenn das Geld bereits vom Konto gebucht wurde. Weitaus rabiater als mit „Skimming“ ging eine Bande im Rhein-Neckar-Kreis vor, die einen Geldautomaten einfach sprengte.

Daran kann man manipulierte Geldautomaten erkennen und Skimming vorbeugen

Wie der SWR berichtet, ist vor allem in Baden-Württemberg die Zahl der „Skimming“-Fälle dramatisch angestiegen. Und das, obwohl Banken in Baden-Württemberg immer mehr Geldautomaten abschaffen. Während 2020 gerade einmal vier Skimming-Fälle im Südwesten verzeichnet wurden, hat sich die Zahl 2021 auf 31 erhöht. Somit haben sich die Fälle verachtfacht. In ganz Deutschland entstand durch Skimming ein Bruttoschaden von 570.000 Euro.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Bankkunden stets Augen und Ohren offen halten. Zwar ist es meist schwer, einen manipulierten Geldautomaten sofort zu erkennen, doch genaueres Hinsehen lohnt sich. Experten raten etwa laut mein-deal.com, am besten immer denselben Automaten zu verwenden. Denn dann fällt es den Nutzern leichter, Veränderungen zu bemerken. Vor dem Geldabheben sollten immer die Tastatur, den Kartenschlitz und das Geldausgabe-Fach des Automaten inspiziert werden.

Hinweise auf eine Manipulation am Geldautomaten können sein:

(Quelle: mein-deal.com)

Betrug in Bankfilialen: Auffälligkeiten sofort melden

Wer etwas Auffälliges oder Verdächtiges am Geldautomaten bemerkt, sollte diesen unter keinen Umständen benutzen und sich stattdessen sofort an die Bank wenden.

Doch nicht nur auf Veränderungen am Geldautomaten ist zu achten, um nicht auf „Skimming“ hereinzufallen. Auch in anderen Bereichen sollte man vorsichtig sein. So empfiehlt es sich etwa, die PIN stets getrennt von der Karte aufzubewahren. Werden etwa der Geldbeutel oder die Handtasche geklaut, haben die Kriminellen sonst leichtes Spiel und können ohne Probleme Geld abheben. Ebenfalls wichtig: Die PIN niemals an einem Türöffner einer Bankfiliale eingeben. Normalerweise wird der Zahlencode für den Zugang zum Geldautomaten nicht vom Geldinstitut gefragt.

Beim Geldabheben außerdem immer darauf achten, dass andere Kunden nicht zu nah sind oder einen Blick auf die PIN-Eingabe werfen können. Am besten die Eingabe mit einer Hand vor neugierigen Blicken abschirmen. Wer zudem seine Kontobewegungen im Auge hat, etwa durch Onlinebanking oder regelmäßige Kontoauszüge, wird schneller auf ungewöhnliche Aktivitäten aufmerksam. Bei Auffälligkeiten sollte man sich auch hierbei umgehend an die Bank wenden und den Fall melden.

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